1. August: Letzte Chance für Abenteuer Digitalradio?

25.07.2011, 14:07 Uhr, ar/frt/dpa/js

Mit einem bundesweiten Angebot aus privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogrammen sowie zusätzlichen regionalen Spartensendern nimmt am 1. August das Digitalradio in Deutschland einen neuen Anlauf.


Von zunächst 27 Standorten aus erfolgt die digitale Verbreitung im DAB-Plus-Standard, wie das Projektbüro Digitalradio sowie Vertreter der Sender und Gerätehersteller am Montag in Hamburg berichteten. Neben bundesweit verbreiteten Programmen speist auch die ARD bis Ende des Jahres ihre Landesprogramme - vom Bayerischen Rundfunk bis zum NDR - regional ein.

Vom nächsten Monat an soll zudem eine neue Generation von Digitalradios - vom Radiowecker über tragbare Geräte bis zur Kompaktanlage - im Handel zu haben sein. DAB Plus ist der optimierte Nachfolger von Digital Audio Broadcasting, dem Standard zur digitalen Verbreitung von Audiosignalen über Antenne. Zu den "Pionieren" der privaten Anbieter, die den Neustart begleiten, zählen unter anderen Radio Energy NRJ, Klassik Radio, christliche Radioprogramme sowie der bisher im Internet präsente Fußballsender 90elf.

"UKW ist endlich, das ist ausgereizt", begründete der Sprecher des Deutschlandradios, Dietmar Boettcher-Frech, das Engagement des öffentlich-rechtlichen Senders. Dieser wird den Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen nun auch digital ausstrahlen. Qualitätsprogramme brauchten auch eine entsprechend hochwertige Verbreitung.
 
"Erstmals können wir unser Programm nicht nur über Internet verbreiten, sondern erreichen bundesweit die vielen Fußballfans, die unsere Übertragungen nicht am Computer oder mit dem Handy hören wollen oder können.", zeigte sich Geschäftsführer Florian Fritsche vom 90elf-Betreiber Regiocast Digital deutlich pragmatischer.


"Wir wollen da sein, wo die Hörer sind. Wir wollen expandieren", kommentierte Martin Liss von der Geschäftsführung der Privatradio-Kette Energy Deutschland, die bislang an acht bundesweiten Standorten mit regionalen Ablegern vertreten ist. Aus Österreich beteiligt sich Lounge FM am deutschen Digitalradio, das insgesamt mit 14 bundesweiten Angeboten an den Start geht.Dessen Geschäftsführer Florian Nowak betonte, Digitalradio biete eine enorme Chance für mehr Vielfalt und einzigartige Programme, die es in Deutschland über UKW bislang noch nicht gegeben hat.

Neben einer künftigen Programmvielfalt sehen die Radiomacher einen weiteren Vorteil für die Hörer in dem Angebot von programmbegleitenden Informationen wie Wetter- und Verkehrsdaten, Programmführern, Titelnennungen zur Musik oder auch begleitenden Fotos auf den Anzeigen der Radiogeräte. Diese sollen aber auch weiterhin einen "UKW-Knopf" haben, wie versichert wurde. "Wir haben vor, eine Menge Digitalradios zu verkaufen", sagte André Lang-Herfurth, Marketing-Direktor bei Philips. Konkreter wollte er sich zu Absatzerwartungen aber nicht äußern.
 
Der Rundfunk-Dienstleister Media Broadcast hatte Anfang März mit den technischen Vorbereitungen für den Aufbau des Digitalradio-Sendernetzes begonnen. In der ersten Ausbaustufe sollen 38 Millionen Hörer über 27 Senderstandorte erreicht werden. Insgesamt fließen rund 36 Millionen Euro aus Gebührengeldern in den neuerlichen Versuch, auf Basis von DAB Plus dem Digitalradio in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
 
Update 15.56 Uhr: Weitere O-Töne von Sendermanagern und Herstellern ergänzt

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