25 Jahre Pay-TV aus Deutschland

26.02.2016, 11:44 Uhr, rp/kw

Am 28. Februar jährt sich zum 25. Mal die Aufschaltung des ersten deutschen Pay-TV Senders Premiere. Anfang und Weg gestaltete sich für das Bezahlfernsehen steinig. Heute ist Sky fester Bestandteil der deutschen TV-Landschaft.


Am 28. Februar 1991 nahm das Pay-TV aus und für Deutschland seinen Anfang. 25 Jahre später ist es fest in die deutsche TV-Landschaft integriert. "Pay-TV blickt in Deutschland auf eine bewegte Vergangenheit zurück", so Carsten Schmidt, CEO von Sky Deutschland, der in diesem Zusammenhang auf permanente Zweifel an dem Geschäftsmodell und dessen Zukunftsfähigkeit verweist. "Mit dem Turnaround von Sky und dem enormen Wachstum unseres Unternehmens in den letzten sechs Jahren haben wir bewiesen, dass Pay-TV auch in Deutschland funktioniert", so Schmidt weiter. "Pay-TV ist in den vergangenen 25 Jahren vor allem dank Sky erwachsen geworden – und die besten Jahre liegen erst noch vor uns."


Die Geburtsstunde des deutschen Pay-TV
 
Ende Februar des Jahres 1991 nahm Premiere den Sendebetrieb auf und wurde damit  zum ersten Pay-TV-Sender aus Deutschland für Deutschland. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Fans von Premium-Inhalten wie aktuellen Spielfilmen durch den in der Schweiz ansässigen Sender Teleclub versorgt. Mit dem Start von Premiere zog sich dieser vom deutschen Markt zurück und überließ dem schon 1990 gegründeten Sender das Feld. Gesellschafter waren neben dem französischen Pay-TV-Anbieter Canal Plus die damals größten Medienunternehmen der Republik, Bertelsmann und die Kirch-Gruppe um den Mogul Leo Kirch.
 
In den Anfangsjahren handelte es sich bei Premiere um einen Einzelsender, der wie zum damaligen Zeitpunkt üblich analog über Kabel und den Satelliten Astra auf 19,2 Grad Ost übertragen wurde. Die Verschlüsselung war von Anfang dabei. Für einige Ausnahmen wurde aus Promotion-Gründen die Verschlüsselung aufgehoben, so gab es Sendungen wie "Kalkofes Mattscheibe" uncodiert zu sehen. Mit einer Bundesliga-Live-Übertragung konnte Premiere schon am ersten Tag punkten. Bis heute hat gerade die Bundesligaübertragung einen hohen Stellenwert im deutschen Pay-TV.

Übergang zum Digitalempfang

 
Erstmals bekam Premiere im Jahr 1996 Konkurrenz, Leo Kirch rief die Digitalplattform DF1 ins Leben, die später mit dem 1997 gestarteten Premiere-Digitalangebot verschmolz und aus der im Jahre 1999 Premiere Word hervorging. Unter Führung von Kirchs Pay-TV Holding wurde das Angebot bis ins Jahr 2002 fortgesetzt. Geringer Kundenzuwachs führte zu großen Verlusten, letztendlich musste die Kirch-Gruppe 2002 Insolvenz anmelden. Zum damaligen Zeitpunkt leitete Georg Kofler den Anbieter, der sich mittlerweile wieder vom Wortlaut World verabschiedet hatte und nur noch den Namen Premiere trug. Das endgültige Ableben des deutschen Pay-TVs konnte nur noch durch die Investorengruppe Permira verhindert werden, die  im Jahre 2003 bei Premiere einstieg. Einer der Anteilseigner von Permira war der Chef Georg Kofler selbst.
 
Analoge Einstellung
 
Seit 2003 ist das deutsche Pay-TV ausschließlich auf digitalen Weg empfangbar.  Im Bezahl-Sektor war die Verbreitung eines einzigen TV-Senders nicht mehr zeitgemäß: Die Zuschauer wollten Live-Sport, hochwertige Dokumentationen und Filme - und das parallel. Zu vertretbaren Übertragungskosten ließ sich das nur über die digitale Verbreitung realisieren.
 
Neue Mitbewerber
 
Von besonderer Bedeutung für ein deutsches Pay-TV-Angebot ist die Übertragung des deutschen Spitzen-Fußballs, der Bundesliga. Seit 2000 waren dort alle Partien der Bundesliga bei Premiere/Sky  live zu sehen, zum Teil sogar exklusiv. Doch der Schock war groß, als Premiere sich 2005 die Rechte für die Saison 2006/07 nicht sichern konnte. Konkurrent Arena hatte die Rechte erhalten. Im weiteren Verlauf gab es zwischen Premiere und Arena allerdings Absprachen und letztendlich konnte Premiere die Partien doch über seine Plattform verbreiten.
 
HDTV-Einführung
 
Im November 2005 wurde erstmals HDTV im deutschen Pay-TV eingeführt. Drei Sender, darunter ein eigener Premiere-Sportsender sowie ein von Premiere veranstalteter Filmsender nahmen den Sendebetrieb auf.
 
Übergang in Sky Deutschland
 
Am 4. Juli 2009 war Premiere dann Geschichte. Den Anfang dafür hatte der Einstieg des Medienmoguls Rupert Murdoch gemacht. Nachfolger wurde Sky Deutschland, das 2009 dann die Geschicke und die Premiere-Abonnenten übernahm. Unter Leitung des Australiers Mark Williams, der sich nur ein Jahr später zurückzog und die Geschicke Brian Sulivan überließ, sollte erstmals in Deutschland ein funktionierendes Pay-TV-System aufgebaut werden, unter dem der Konzern erstmals schwarze Zahlen schrieb. Währenddessen übernahm Murdoch die Mehrheit an Sky, im letzten Jahr wurde die Integration des Unternehmens in den europäischen Pay-TV-Konzern abgeschlossen.

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