ARD-Chef hält Anpassung des Rundfunkbeitrags für sinnvoll

25.09.2014, 10:51 Uhr, ps

ARD-Chef Lutz Marmor denkt über eine Anpassung des Rundfunkbeitrags ab 2016 nach. Diese Maßnahme könnte seiner Ansicht nach genutzt werden, um einen Inflationsausgleich für die Sender zu schaffen.


Der Rundfunkbeitrag soll sinken - um 48 Cent im kommenden Jahr. Ausschlaggebend sind die erwarteten Mehreinnahmen nach der Umstellung der Beitragserhebung seit dem 1. Januar 2013. Doch zumindest mittelfristig könnten die Beiträge auch wieder moderat steigen. Überlegungen in dieser Richtung stellte zumindest der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor in einem aktuellen Interview mit dem Magazin "Rolling Stone" an.


"Wir wollen gar nicht mehr Geld. Ich glaube aber, dass es mittelfristig wichtig wäre, zumindest wieder mit einer moderaten Anpassung für einen Inflationsausgleich zu sorgen - zumindest, wenn man in etwa das jetzige Angebot aufrechterhalten will", so Marmor in dem Gespräch. Denkbar wäre eine entsprechende Anpassung der Beiträge laut dem Magazin ab 2016. Doch ob diese wirklich stattfindet, dürfte zumindest fraglich sein. Schließlich hält die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) einen Großteil der aktuell erzielten Mehreinnahmen noch zurück um längerfristig Mittel in der Hinterhand zu haben, die eine baldige Beitragserhöhung ausschließen. Ziel der KEF ist es, die Beiträge auch in den kommenden Jahren möglichst stabil zu halten.
 
Die Rundfunkanstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio dürfen die erzielten Mehreinnahmen aus dem Rundfunkbeitrag nicht direkt verwenden. Die Gelder werden zunächst von der KEF verwaltet, die regelmäßig den Finanzbedarf für die Anstalten festlegt. Bis 2016 geht die Kommission aktuell von Mehreinnahmen in Höhe von rund einer Milliarde Euro aus. Durch die geplante Senkung des Rundfunkbeitrags um 48 Cent werden diese jedoch nur zum Teil an die Beitragszahler zurückgegeben.

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