ARD: In Zukunft kleinere Ausleuchtzonen über Satellit?

25.02.2015, 16:43 Uhr, ps

Die ARD ist über Satellit in nahezu ganz Europa frei zu empfangen. Doch besonders bei der Vergabe von international attraktiven Ausstrahlungsrechten kann dies problematisch sein. Laut SWR-Intendant Peter Boudgoust wäre es deshalb nicht ausgeschlossen, in Zukunft über kleinere Ausleuchtzonen bei der Übertragung nachzudenken.


Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von ARD und ZDF gehören zu den größten Verfechtern des frei-empfangbare Fernsehens in Europa. Die Sender beider Medienhäuser sind über Satellit weit über die deutschen Grenzen hinaus frei zu empfangen. Dass diese freie Empfangbarkeit auch zu Problemen, etwa bei der Rechtevergabe, führen kann, musste auch SWR-Intendant Peter Boudgoust auf dem Fernsehgipfel TVkomm eingestehen.


Dabei erklärte dieser, dass sich ARD und ZDF in der Regel lange im Voraus die Rechte für wichtige internationale Sportereignisse im frei empfangbaren Fernsehen sichern. Der Fall der Handball-WM im Januar sei ein Sonderfall gewesen, bei dem es für die ARD nicht möglich gewesen war, die Rechte zu erhalten, weil sich der Rechteinhaber an der freien europaweiten Ausstrahlung über Satellit gestört hatte.
 
Allerdings wolle die ARD laut Boudgoust so lange wie möglich am Grundsatz der freien Empfangbarkeit festhalten. Dabei sei es auch denkbar, bei der Verbreitung über Satellit in Zukunft auf kleinere Ausleuchtzonen zu setzen, sodass die ARD-Sender nur noch in Deutschland und den Nachbarländern zu empfangen wären.
 
Eine ähnliche Strategie praktiziert seit einiger Zeit die BBC. Diese strahlt ihre TV-Programme weiterhin unverschlüsselt aus, nutzt für die Verbreitung allerdings einen Spotbeam auf dem Satelliten Astra 2E. Dieser war erst vor wenigen Jahren unter anderem zu dem Zweck entwickelt worden, die Empfangbarkeit der BBC-Sender in Kontinentaleuropa auch bei unverschlüsselter Übertragung einzuschränken. Entsprechende Pläne der ARD, gemeinsam mit SES einen neuen Satelliten zu starten oder für die Ausstrahlung auf einen anderen Satelliten zu wechseln, sind bislang allerdings nicht bekannt.
 
Sollte sich die Situation um die Vergabe von internationalen rechten in den kommenden Jahren allerdings weiter verschärfen, könnte sich auch Peter Boudgoust vorstellen, innerhalb der ARD die freie Empfangbarkeit neu zu diskutieren.

  • Gefällt mir