ARD-Senderpanne schockt Handball-Fans

09.09.2019, 11:00 Uhr, Marcel E. Rebelo

Das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga zwischen dem SC Magdeburg und dem THW Kiel am Samstag war gerade in der wohl spannendsten Phase, als die ARD völlig unerwartet in die Werbung schaltet.


Ausgerechnet 40 Sekunden vor Schluss als der Kieler Niclas Ekberg bei einem Spielstand von 30:32 aus Sicht der Gäste zu einem Siebenmeter antreten wollte, entschied der Öffentlich-Rechtliche in die Werbung zu gehen. Selbst über den Endstand des packenden Top-Spiels von 32:31 mussten sich die Zuschauer vor dem Bildschirm aus anderer Quelle informieren, denn nach der Werbung ging es weiter mit den Lottozahlen.


Kurz nach Ende Spiels entschuldigte sich die ARD über Twitter und nannte „technische Probleme“ als Ursache für dieses Fiasko. Die digital programmierte Senderregie konnte laut eigenen Aussagen nicht kurzfristig umprogrammiert werden, um so auf die unerwartet längere Spieldauer zu reagieren. Die im Anschluss pünktlich startende „Tagesschau“ verlor zudem kein Wort über das Spiel. Einzig online bot der Sender die letzten zwei Minuten zum Download an.


Für die Fans ist das nur wenig Trost. Bei den anschließenden Diskussionen im Netz wurde vermehrt die Debatte rund um die Werbeeinnahmen der Öffentlich-Rechtlichen auf den Tisch gebracht. Und dies auch nicht zu Unrecht. Immerhin handelt es sich bei diesem Werbeblock um einen der teuersten. Ein 20-Sekunden-Spot bringt der ARD 14.000 Euro. Kein Wunder also, dass sich viele Zuschauer hinters Licht geführt fühlen.

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