ARD stand mit neuem "Tagesschau"-Studio vor Blamage

03.11.2013, 11:25 Uhr, fp

Die ARD hat mit einem knappen Jahr Verspätung den Probebetrieb ihres neuen Nachrichtenstudios für "Tagesschau" und "Tagesthemen" aufgenommen. Doch es hat nicht viel gefehlt, und das 23,8 Millionen teure Prestigeprojekt der ARD wäre als Blamage geendet.


Ein geheimer Probebetrieb war Ende 2012 im Desaster geendet, weil die Grafik- Software nicht funktionierte, berichtet des Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Auf der neuen 17-Meter-Videowand waren Perspektiven verzerrt, Schrifteinblendungen hingen schief.
 
"Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke sagte dem "Spiegel", er habe Anfang des Jahres geglaubt, man habe sich zu viel vorgenommen, die Probleme seien nicht zu lösen. "Ich dachte, das war’s", sagt Gniffke. "Ich mag mir nicht vorstellen, was das an Hohn und Spott gegeben hätte. Die Branche ist ja schon in Aufruhr, wenn wir eine falsche Flagge zeigen."


Die für die Grafik verantwortliche israelische Firma Orad musste die Fehler korrigieren, was jedoch mehrere Monate dauerte. "Wichtig für uns war, dass uns das keinen Cent mehr kostet", sagt Gniffke. Das neue Studio verzichtet im Gegensatz zum Nachrichtenstudio des ZDF auf virtuelle Räume. "'Tagesschau' und 'Tagesthemen'", sagt Gniffke, "dürfen dem Zuschauer nichts zeigen, was nicht real ist, das fängt beim Schiffsparkett an und hört bei der Videowand auf."

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