ARD übergibt ihre Kabel-Multiplex-Signale über Ancotel an Kabelnetzbetreiber

27.10.2008, 10:33 Uhr, mg

Frankfrut/Main - Die Ancotel GmbH aus Frankfurt am Main, Betreiber des - nach Firmanangaaben - größten und wichtigsten Telekommunikations-Netzknotens in Kontinentaleuropa, hat die ARD als Neukunden für sein Colocation-Angebot gewonnen.


Den ARD-Sternpunkten in Frankfurt, einer Gemeinschaftseinrichtung der ARD Rundfunkanstalten, auch kurz ARD-Stern genannt, obliegt die zentrale Programmverbreitung für TV- und Radioprogramme der ARD an die Kabelnetzbetreiber. Auch das Gemeinschaftsprogramm "Das Erste" wird technisch vom ARD-Stern, der sich auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks befindet, abgewickelt. Darüber berichtet das Portal visavis.de.
 
Der ARD-Stern nutztseit heute die Colocation- und Interconnection-Einrichtungen von Ancotel, um Signale, die vom neuen ARD Kabel-Multiplex- und Compression-Center (KCC) aufbereitet werden, an die großen deutschen Kabelnetzbetreiber der sogenannten Netzebene drei zentral zu übergeben. Dazu zählten Unity Media, Kabel BW und Kabel Deutschland; aber auch Net Cologne ist zwischenzeitlich Abnehmer.
 
Für Carsten Gertzen, den KCC-Verantwortlichen bei den ARD-Sternpunkten, sei Ancotel ein logischer Übergabeort für die neuen, breitbandigen Kabel-Multiplex-Signale der ARD gewesen: "Nachdem die großen Kabelgesellschaften alle bereits mit Points of Presence bei Ancotel vertreten sind, war es einfach naheliegend, genau dort die Interconnection zwischen ihnen und dem ARD Kabel-Multiplex- und Compression-Center zu realisieren."
 
Das neue Kabel-Multiplex und Compression-Center der ARD, das am 26. Mai 2008 in Betrieb gegangen ist, bietet zusammen mit der kabelgebundenen Übergabe bei Ancotel mehrere Vorteile: Die ARD selbst behält die Multiplexhoheit, sorgt also für eine gleichbleibend hohe technische Qualität der digital ausgestrahlten ARD-Programme in den Kabelnetzen; zugleich ist es möglich, in den modernisierten Kabelnetzen mit größerer Übertragungsbandbreite neben den Fernsehprogrammen nun das vollständige Radioangebot der ARD und zukünftig auch ein Programm im HDTV-Format auszustrahlen.
 
Schließlich sorge die kabelgebundene Übergabe für hohe Zuverlässigkeit und vermeidet unter anderem witterungsbedingte Ausfälle, die sich beim sonst üblichen Satellitenrückempfang immer wieder als Problem erwiesen haben. Das neue ARD Kabelmultiplex- und Compression-Center ist mit zwei redundanten Leitungen über zwei verschiedene physikalische Wege mit den Ancotel Einrichtungen in der Frankfurter Kleyerstraße 90 verbunden.
 
Die Übergabe der Multiplex-Signale an die Kabelnetzbetreiber erfolgt mittels IP-Multicast.
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