ARD und ZDF: Sollten die Zuschauer das Programm mitbestimmen?

20.06.2014, 14:23 Uhr, ps

Die Zuschauer sind in Deutschland die Hauptfinanziers von ARD und ZDF und sollten deshalb ein Mitspracherecht unter anderem bei der Programmgestaltung haben. Dies fordert zumindest die "Initiative für einen Publikumsrat", die nun mehrere Thesen für eine Reform der Rundfunkanstalten vorgestellt hat.


Der neue Rundfunkbeitrag, der seit dem 1. Januar 2013 in Kraft ist und jeden Haushalt in Deutschland unabhängig von der Nutzung der öffentlich-rechtlichen Medien zur Zahlung von 17,98 Euro im Monat verpflichtet, ist bekanntermaßen nicht unumstritten. Seit das neue Bezahlmodell in Kraft ist, setzt sich daher die "Initiative für einen Publikumsrat" dafür ein, dass die zahlenden Zuschauer auch stärker in die Programm- und Haushaltsfragen der öffentlich-rechtlichen Anstalten einbezogen werden.


In einem aktuellen Beitrag haben die Initiatoren der Initiative Christine Horz und Sabine Schiffer ihre Thesen für eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland vorgestellt. Hauptanliegen ist dabei selbstverständlich, dass die Zuschauer als Beitragszahler und damit Hauptfinanziers von ARD, ZDF und Deutschlandradio ein Mitspracherecht bei der Programmgestaltung erhalten sollten. Zumindest sollte ein zu gründender Publikumsrat eine systematische Programmbeobachtung durchführen, um beispielsweise sicherzustellen, dass Staatsferne und Autonomie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk gewahrt bleiben.
 
Als weiteren zentralen Punkt fordert die Initiative eine Reform der bestehenden Rundfunk- und Fernsehräte. Deren Zusammensetzung aus Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sei im wesentlichen seit der Gründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unverändert geblieben und würde die gesellschaftliche Situation in Deutschland nur noch unzureichend widerspiegeln. Flächendeckend seien beispielsweise weder die Friedensbewegung, Atheisten, Schüler und Studierende, Pro Asyl, Attac noch Gehörlosen- und Blindenverbände oder migrantische Organisationen vertreten.
 
Zu den weiteren Forderungen zählen ein barriererfreier Zugang zu den Medienangeboten im Netz, eine unbegrenzte Verweildauer von Inhalten in den Mediatheken, der Erhalt des audiovisuellen Kulturguts in Deutschland, eine Öffnung der Archive der Rundfunkanstalten für die wissenschaftliche Recherche und die Verwendung der Mehreinnahmen aus dem neuen Rundfunkbeitrag zur Errichtung eines Publikumsrates.

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