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  • Interview • ARD zu Reanalogisierung

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 erstellt am 10.02.2010 von Annette Vogt

Ursprünglich war für die Abschaltung der analogen TV-Signale für 2010 geplant. Doch auch der nun gekannte Termin, der 30. April 2012, scheint nicht entgültig festzustehen. DIGITAL FERNSEHEN sprach mit Bertram Bittel, Vorsitzender der Produktions- und Technik-Kommission von ARD und ZDF (PTKO).

Bertram Bittel, Vorsitzender der Produktions- und Technik-Kommission von ARD und ZDF (PTKO)
Bild: SWR/Maier

ARD und ZDF stellen klar, dass es nach dem 30. April 2012 keine analoge Ausstrahlung ihrer Programme über Satellit mehr geben wird. Dies bekräftigten sowohl ZDF-Justiziar Carl-Eugen Eberle als auch der Digitalbeauftragte der ARD, Michael Albrecht. "Gehen Sie mal davon aus, dass dies ein fixes Datum ist", so Eberle auf dem Podium. Doch so fest, wie es aussah, scheint das Datum nicht zu sein: Wolfram Bittel bezeichnet den 30. April 2012 als "möglichen" Termin.

Herr Bittel, der Termin für die Analogabschaltung für Satelliten wurde ja bereits mehrfach verschoben. Nun wird der 30. April 2012 genannt. Ist dies nun das letzte Wort?
Auf der Internationalen Funkausstellung 2009 in Berlin haben die Landesmedienanstalten als möglichen Termin, für eine gemeinsame Abschaltung der analogen Satellitenverbreitung, den 30. April 2012 vorgeschlagen. Die ARD wäre für Übergang von der analogen auf die ausschließlich digitale Satellitenverbreitung bis zum Frühjahr 2012 bereit.

Bis dahin müssen wir den Zuschauern die Vorzüge der digitalen Programmverbreitung aufzeigen und sie aktiv auf das neue Fernsehzeitalter vorbereiten. Wir wollen möglichst viele Analoghaushalte zu einer frühzeitigen Umstellung bewegen, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben.


Warum sind die Öffentlich-Rechtlichen nicht bei 2010 geblieben?
Ein Ausstieg aus der analogen Programmverbreitung über Satellit sollte gemeinsam mit den anderen Marktteilnehmern vorgenommen werden.


Welche technischen Punkte müssen noch umgesetzt werden, um tatsächlich abschalten zu können?
Im Satellitenbereich erfolgt seit 1997 eine Simulcast-Ausstrahlung des analogen und digitalen Signals. Für die ARD kann die Abschaltung kommen.


Können alle Kabelnetzbetreiber den Termin einhalten, oder müssen sie reanalogisieren? 
Die Nutzung des analogen Kabel-Empfangs ist noch sehr stark ausgeprägt. Daher kann nicht von einer zeitgleichen Einstellung der analogen Versorgung im Kabel und Satellit ausgegangen werden, es sei denn, der Gesetzgeber würde ein Datum vorgeben.


Würden sich die ARD/ZDF an den Kosten für die Reanalogisierung beteiligen? Wenn ja, zu welchem Anteil? 
Die ARD lehnt eine Beteiligung an den Kosten für die Reanalogisierung in den Kabelkopfstationen ab.


Sind Sie nach der Analogabschaltung auch im Kabelnetz weiterhin bereit, Einspeiseentgelte an die Kabelnetzbetreiber zu zahlen?
Diese Frage können wir in Ruhe entscheiden, da die Verträge mit den Kabelnetzbetreibern bis 2012 laufen.


Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Dienstag, 08.06.2010
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