Abgesang auf Arena Sat: Ausstrahlung endet am Donnerstag

29.09.2010, 10:37 Uhr, ar

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia trägt seine Satellitenplattform Arena Sat rund fünf Jahre nach dem Start im Oktober 2005 zu Grabe. Am morgigen Donnerstag endet die Freischaltung der zuletzt 27 Spartenkanäle für die Abonnenten.


Eine echte Einschränkung der Programmvielfalt via Satellit bedeutet das Aus von Arena Sat nicht. Die angebotenen Spartenkanäle wie TNT Film, Sat 1 Comedy, AXN oder Eurosport 2 sind über den größeren Konkurrenten Sky in dessen "Sky Welt"- und "Sky Welt Extra"-Paketen verfügbar. Auch die meisten Kabelnetzer verbreiten über ihre Digitalbouquets nahezu sämtliche bisherigen Arena-Sat-Sender.


Die Liberty-Global-Tochter Unitymedia hatte das Aus in einer früheren Mitteilung mit der "Konzentration auf das Kerngeschäft Kabel" begründet. Tatsächlich war Arena Sat nach dem Erwerb der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga-Spielzeiten 2006 bis 2009 finanziell nie auf einen grünen Zweig gekommen und hatte nach Medienberichten dreistellige Millionenverluste eingefahren. Nach dem Verlust des Zugpferds Fußball waren die Kundenzahlen dann massiv eingebrochen.
 
Die Pressestelle von Unitymedia legte am Donnerstagnachmittag gegenüber DIGITAL FERNSEHEN Wert auf die Feststellung, dass Arena Sat für das Unternehmen in der Gesamtbetrachtung "kein Verlustgeschäft" gewesen sei. Für eine Refinanzierung wären nach Unitymedia-Angaben 2,5 Millionen Abonnenten nötig gewesen - selbst in Spitzenzeiten waren es aber nur 1,1 Millionen, Ende März 2010 nur noch 51 000.
 
Im Sommer 2007 hatte Arena Sat die Bundesliga-Rechte wegen kartellrechtlicher Probleme als Unterlizenz an Premiere weitergegeben und war aus der Produktion eigener Spielberichte ausgestiegen.

Aus und vorbei: Am 30. September stellt Arena Sat nach fünf Jahren den Sendebetrieb ein
Bild: Arenasat


Arena-Sat-Abonnenten könnten ihren Receiver behalten, auch wenn es sich um ein Mietgerät handele, betonte die Plattform. Das Gerät bleibe "voll funktionsfähig" und könne weiterhin für den Empfang aller Free-TV-Sender genutzt werden. Auch sei eine Kündigung durch die Kunden nicht erforderlich. Sonderdienste wie die Videothek "Arena Sat Movies" oder der "Playboy Cyberclub" würden ebenfalls automatisch auslaufen, hieß es.

Die Plattform bleibt für nachträglich auftretende Rechnungsfragen oder ähnliche Anliegen auch nach ihrer Abschaltung telefonisch erreichbar. Unitymedia verwies auf die kostenpflichtige Hotline 01805-5122 (14 Cent/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk höher).
 
Update 30. September, 16.57 Uhr: Stellungnahme der Pressestelle von Unitymedia im dritten Absatz ergänzt

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