Hintergrund • Afrika- und Asienbeams empfangen

DX-Empfang extrem

 erstellt am 20.02.2014 von Thomas Riegler
Viele Satelliten haben mehrere Ausleuchtzonen, über die sie mit hoher Signalstärke verschiedene Zielgebiete bedienen. Damit ist in ihnen der Empfang mit kleinen Antennen gewährleistet. Außerhalb schaut man jedoch meist in die Röhre. DIGITAL FERNSEHEN zeigt, dass trotzdem oft mehr möglich ist.
 
 

Meist können wir im Ku-Band nur die Europa-Beams der verschiedenen Satelliten sehen. Ausnahmen gibt es im begrenzten Ausmaß lediglich auf den beiden arabischen Positionen 26° Ost und 7° West. Sie kann man bei uns ab 90 cm Durchmesser sehen. Dennoch geht bei uns einiges mehr, wie etwa die West-Afrika-Beams auf mehreren Satelliten. Was es dazu braucht, sind allerdings extrem große Schüsseln. Anhand einiger Beispiele zeigen wir Ihnen, was mit 4,5 m Durchmesser in Österreich machbar ist.

1° West


Auf 1° West sind drei Satelliten kopositioniert. Thor 5 und 6 versorgen über zwei Beams Nord- und Zentraleuropa. Intelsat 10-02 verfügt über einen dritten Beam, der sein Zentrum über dem Mittleren Osten hat. Über ihn werden auf mehreren Transpondern Videoüberspielungen, Datenkanäle und das TV-Programm Al-Ghadeer Satellite Channel ausgestrahlt. Er kommt mit rund 18 dB. Uns gelingt es immerhin, alle über diesen S2-Beam ausgestrahlten Dienste mit einer Signalstärke von zumindest rund 10 dB zu empfangen. Der Gegencheck mit 90 cm blieb hingegen erfolglos.

4° West


Von den auf 4° West positionierten israelischen Amos-Satelliten 2 und 3 können wir mit üblichen Aufwand nur den Europa-Beam sehen. Zusätzlich haben die Satelliten auch eine Ausleuchtzone für den Mittleren Osten. Über ihn werden vor allem freie und codierte israelische Programme ausgestrahlt. Weiter finden sich auf diesem Beam mehrere kurdische Kanäle. Auf der Position sind wir zumindest im Bereich zwischen rund 11,5 und 11,7 GHz vertikal erfolgreich. Hier werden unter Anderem die wichtigsten frei empfangbaren israelischen Programme IBA Channel 1 und 33, sowie Channel 2 und 10 ausgestrahlt.
 
Auch die kurdischen Stationen sind hier angesiedelt. Mit Signalstärken von etwa 5,2 bis 6,0 dB über Grundrauschen gelingt zwar der einwandfreie Empfang aller Kanäle. Dennoch bewegen wir uns hier an der Grenze des gerade noch machbaren. Auf vielen Transpondern des ME-Beams bleiben wir auf 4° West erfolglos. Hier lässt die teils Dreifachbelegung einzelner Frequenzen einfach keine Chance, die schwachen Signale bei uns zu bekommen. So werden Frequenzen wie die 10,722 GHz für Europa für horizontale und vertikale Transponder genutzt. Gleichzeitig wird über den ME-Beam ebenfalls vertikal ausgestrahlt.

18° West


Das Ku-Band des Intelsat 901 auf 18° West wird beinahe ausnahmslos für Überspielungen genutzt. Meist kommt dafür der über Europa ausgerichtete Spot 1 zum Einsatz. Spot 2 hat sein Zentrum über Ägypten und Israel und bedient am Rande nur noch Südosteuropa. Auf 11,206 GHz vertikal wird auf diesem Beam neben Überspielungen auch das reguläre Programm Palestine Al Yawm ausgestrahlt. Es gibt sich mit 4,5 m Durchmesser mit 11,2 dB ein Stelldichein. Weitere Transponder auf dem S2-Beam waren während unseres Versuchs nicht on air.

22° West


SES-4 auf 22° West ist neben einer Ausleuchtzone für Europa und den Mittleren Osten auch mit einem Westafrika-Beam ausgestattet. Ihn haben wir uns als Ziel ausgesucht. Von den sieben auf diesem Beam aufgeschalteten Transpondern gehen uns sechs ins Netz. Die meisten Kanäle sind im Rahmen des CanalSat Afrique-Pay-TV-Pakets codiert. Dennoch gibt es hier einige Leckerbissen zu sehen, wie etwa NTV2 Musique, I24 oder Africa 24. Ihre Signalstärken liegen zwischen etwa 4,5 und 6,6 dB. Das reicht bereits für perfekte Wiedergabe und geringe Empfangsreserven von bis zu 1 dB.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Donnerstag, 20.02.2014