Amazon Prime: Schleichwerbung bei "Pastewka"?

09.02.2018, 07:30 Uhr, PMa

Die neuen Episoden "Pastewka" bescheren Amazon Prime Video Rekordzahlen. Die Comedy-Serie gerät allerdings aktuell auch wegen dubioser Produktplatzierungen in die Schlagzeilen.


Der Neustart von "Pastewka" bei Amazon Prime Video liegt schon ein wenig zurück und schon jetzt plant man eine weitere Staffel beim Streaminganbieter aufgrund der starken Abrufzahlen in den ersten Wochen (DF berichtete). Doch nun ist die Comedy-Serie in Sachen Schleichwerbung in Verdacht geraten.


Logos von Unternehmen wie Canon, Sony, Haribo, Coca-Cola und Nivea sind für Zuschauer immer wieder auf dem Bildschirm zu entdecken. Wie "Horizont" berichtet, sei besonders die eine "Pastewka"-Folge auffällig. Die Geschichte der vierten Episode spielt in einem Media-Markt - das Logo des Geschäfts sowie die Produkte sind dabei mehrmals deutlich sichtbar.

Das "würden wir wahrscheinlich als ungekennzeichnete Produktplatzierung werten, im schlimmsten Fall als Schleichwerbung", so Cornelia Holsten, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten gegenüber der Branchenplattform.

Die Landesmedienanstalten obliegt es in Deutschland solche Vorfälle zu kontrollieren und einzuordnen. Da Amazon aber kein deutscher Anbieter ist, wird die Behörde hier nicht aktiv werden. Zuständig sei der Streaminganbieter Amazon selbst. Der Verweist jedoch lediglich auf die Produktionsfirma.

Auf "Horizont"-Nachfrage gab Brainpool zu dem Vorfall zu verstehen: "Vereinzelt werden Produktionshilfen verwendet, bezüglich derer aufgrund ihres unbedeutenden Wertes allerdings keine Kennzeichnungspflichten bestehen."

Diese Pflichten sind in Deutschland klar definiert, werden aufgrund des Schlupflochs mit dem global agierenden Unternehmen im Hintergrund in diesem Fall aber wohl mehr als ausgereizt, folgt man den Äußerungen von Cornelia Holsten.

Auf der positiven Seite ist zwar auch ein höherer Authentizitätsgrad in dramaturgischer Hinsicht zu verzeichnen, als wenn man beispielsweise einen Elektromarkt nachbilden oder umrüsten müsste. Zu Sat.1-Zeiten nahm die Produktion diese Problematik auf jeden Fall noch genauer. Zumindest wurden damals noch Produktmerkmale unkenntlich gemacht.

Media Markt bekommt Aufmerksamkeit und Miete


Es täte der Geschichte wahrscheinlich auch keinen Abbruch weiterhin so zu verfahren, oder eine Markierung einzublenden. Vom Elektronikmarkt heißt es zu dem Umstand lediglich, dass von man nicht auf die Serienmacher zugegangen wäre und auch keine Zuwendungen geflossen, man hätte im Gegenteil Miete kassiert.

Man hat jedoch bestimmt auch nichts gegen die Aufmerksamkeit, die durch den Deal zustande kommt und es muss erlaubt sein zu hinterfragen, warum bei einer Ausstrahlung in Deutschland hiesige Regelierungsmaßnahmen nicht greifen, nur weil das Auftrag gebende Unternehmen wie im Fall von Amazon.de in Luxemburg angesiedelt ist.

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