Amazon holt sich ein Stück der Premier League

27.06.2018, 19:36 Uhr, fp

Fast die ganze Welt hat Appetit auf Fußball, und immer mehr Anbieter wollen sich ein Stück von dem lukrativen Übertragungs-Kuchen sichern.


Die jüngste Entwicklung: In Großbritannien hat sich Amazon Prime einen Teil der Rechte an der Premier League gesichert. Zwar darf der amerikanische Riesenkonzern seinen Prime-Kunden ab der Saison 2019/2020 für drei Jahre nur 20 Spiele übertragen, aber er hat einen Fuß in der Tür.
 
Den Löwenanteil behalten im Vereinigten Königreich die Bezahlsender Sky und BT. Umgerechnet 4,1 Milliarden Euro hat Sky sich die Übertragungsrechte an 128 Begegnungen pro Saison in drei Spielzeiten kosten lassen. BT hat für 52 Spiele in dem Zeitraum umgerechnet 1,1 Milliarden Euro gezahlt. Laut 888sport.com ist der FC Liverpool derzeit Titelfavorit für die kommende Saison, gefolgt von Manchester United.
 
Das Interesse am Fußball wird durch die Weltmeisterschaft in Russland noch weiter gesteigert, obwohl gerade in Deutschland das verlorene Auftaktspiel des Titelverteidigers für einen Schock gesorgt hat. Die WM in Russland ist sogar ohne zusätzliche Kosten zu sehen – eine echte Ausnahme. Waren früher Bundesliga oder Premier League im jeweiligen öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu gucken, klinken sich jetzt auch in der Bundesrepublik immer mehr Streaming-Dienste und Bezahlsender ein.


Die Deutsche Fußball-Liga kann sich über deutliche Mehreinnahmen bei der Auktion der Rechte freuen, die ab 2017/18 in einem Vierjahresvertrag neu vergeben wurden. Für die Fans hingegen wird es teuer, wenn sie alles sehen wollen. Der Grund ist ein Urteil des Bundeskartellamts, das gegen die Vergabe an einen einzelnen Sender und damit ein Monopol entschieden hatte. Damit endete Skys Alleinherrschaft. Die Fans stehen seitdem vor der Qual der Wahl, ob sie wirklich alle Spiele sehen wollen, oder lieber Geld sparen.
 
Sieben Sender teilen sich inzwischen die Übertragungsrechte. Den Hauptanteil an den Live-Spielen hat noch immer Sky. Insgesamt 266 der 306 Partien in der 1. Bundesliga werden dort gezeigt. Das Paket umfasst alle Samstagspartien der 1. Bundesliga, zwei Sonntagsspiele sowie Spiele der 2. Bundesliga, der Champions League und der Europa League. Die Relegationsspiele sind nicht mehr dabei.
 
Sky hat eine Kooperation mit Entertain-TV (Telekom). Dort werden die Live-Konferenzen und sämtliche Spiele der 3. Liga gezeigt. Eurosport hält die Übertragungsrechte für die übrigen 40 Spiele in der 1. Bundesliga. Das sind sämtliche Freitagsbegegnungen sowie die Spiele, die Sonntags um 13.30 Uhr und Montags um 20.30 Uhr angepfiffen werden. Außerdem zeigt Eurosport die Relegationsspiele sowie den Super-Cup.
 
Amazon-Prime-Kunden können sich per Abonnement in die Eurosport-Übertragungen einkaufen. DAZN bietet Spielzusammenfassungen im Abo an, und RTL Nitro und Sport 1 bieten Zusammenschnitte und Höhepunkte. Im ZDF laufen das Eröffnungsspiel der Saison, der Super-Cup und die Relegation zwischen 2. und 3. Liga. Hinzu kommt die Live-Übertragung einer Partie vom jeweiligen 17. Spieltag. Die ARD darf zudem Zusammenfassungen zeigen, ZDF behält sein Sportstudio bei, und die Dritten dürfen Sonntags um 21.45 Uhr über die Bundesliga berichten.
 
Die Regelungen gelten bis 2021. Auch in der nächsten Auktion dürfte die Fußball-Liga-Kasse wieder klingen. Im vergangenen Jahr kamen dabei von den verschiedenen Sendern und Diensten 4,64 Milliarden Euro zusammen – 85 Prozent mehr als 2013, vor dem Kartellamtsurteil.

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