Anga Com: Second-Screen-Angebote werden bisher kaum genutzt

22.05.2014, 14:38 Uhr, ps

Noch im vergangenen Jahr war der Second Screen, also die Nutzung von Smartphone und Co. parallel zum TV-Geschehen, in aller Munde. Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass der Trend offenbar überschätzt wurde. So werden viele entsprechende Angebote der Programmanbieter kaum genutzt.


Neben der TV-Verbreitung über Kabel, Satellit und Internet stand auf der Anga Com am Donnerstag auch das Thema Second Screen im Fokus, also die Nutzung von kleineren Displaygeräten wie Smartphones oder Tablets parallel zum TV-Konsum. Auf dem Panel "Connected TV und Multiscreen", das von der Anga in Kooperation mit dem Technologieverband Bitkom veranstaltet wurde, präsentierte Ralf-Dieter Wagner vom Consulting-Unternehmen Accenture eine Studie, die sich unter anderem mit der Second-Screen-Nutzung beschäftigte. 


Demnach würden 70 Prozent der 1500 Befragten TV-Zuschauer regelmäßig Second Screens nutzen, während sie fern sehen. 65 Prozent dieser Aktivitäten hätten jedoch mit dem TV-Programm, das zum Zeitpunkt der Nutzung gerade läuft, überhaupt nichts zu tun. Falls sie doch etwas mit dem Programm zu tun hätten, würden die von den Sendern zur Verfügung gestellten, spezifischen Second-Screen-Apps vergleichsweise wenig genutzt. Bestrebungen der Programmveranstalter, den Zuschauer auch auf dem zweiten Bildschirm mit spezifischen Angeboten an sich zu binden, würden bislang also nur wenige Früchte tragen. "Die Kunden bewegen sich beim Second-Screen-Konsum auerhalb des Ökosystems des Programmveranstalters", so Wagner. 
 
Wie Patrick Sturm, Managing Partner bei Sturm & Company, erklärte, hätte man das Thema Second Screen in der Branche ganz klar überschätzt. Für die Parallelnutzung zum TV-Programm würden klassische Social-Media-Dienste wie Facebook oder Twitter immer noch bevorzugt. Andere Themen hätte der Markt hingegen unterschätzt. Zu diesen würden etwa Empfehlungssysteme gehören, die auch auf Video-Plattformen ein wichtiges Feature seien und von den Kunden nachgefragt würden. 

 
"Die Antwort, ob und an welcher Stelle der Kunde tatsächlich ein spezifisches Second-Screen-Angebot will, ist noch nicht final beantwortet", konstatierte schließlich Ralf-Dieter Wagner. Man sei im Markt momentan immer noch dabei, herauszufinden, bei welcher Art von Sendung ein entsprechendes Angebot Sinn macht. 

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