Arena macht kräftig Verlust (Update)

24.11.2006, 09:46 Uhr, lf

München - 45 Millionen Euro Verlust vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat der Bundesligasender allein im dritten Quartal 2006 eingefahren.


Laut dem Mutterkonzern Unity Media liege man damit im kalkulierten Bereich, vor allem weil die Anlaufinvestitionen von 33 Millionen Euro eingerechnet werden müssen.

Der Vorstandsvorsitztende von Unity Media, Parm Sandhu, erwartet laut Medienberichten einen Verlust von 140 Millionen Euro für dieses Jahr bei Arena. Und auch für das nächste Jahr sieht es nicht viel besser aus: Hier veranschlagt Sandhu einen Nettoverlust von immer noch 116 Millionen Euro. Dennoch geht der Unity-Chef weiterhin davon aus, dass Arena irgendwann schwarze Zahlen schreiben wird.
 
Bei den Abonnentenzahlen liegt Arena nach eigenen Angaben weit im Soll: Bis Ende September konnte der Bundesligakanal 942 000 Abonnenten begrüßen, als Ziel hatte Unity eine Millionen für das Jahr 2006 ausgegeben. Allerdings entfallen davon nur die Hälfte auf Arena selbst: 210 000 Haushalte erhalten ihr Arena-Signal über die Kabelnetzbetreiber Ish und Iesy, die wie Arena zu derselben Dachgesellschaft (Unity Media) gehören.
 
Weitere 247 000 Kunden hat Arena direkt über Satellit. Die restlichen 485 000 Abonnenten erreicht Arena jedoch nur über die Premiere-Plattform im Kabel Deutschland-Netz. Dafür muss Arena einen Betrag von 3,85 Euro pro Abo Premiere überlassen. Ein weiteres Problem mit Premiere: Niemand kann bisher sagen, was die Kunden, die Arena über das Premiere-Fußball-Paket erhalten, tun werden, wenn dieser Vertrag ausläuft.
 
Fraglich ist auch weiterhin, wie viele Kunden Arena mit dem bisherigen Programmangebot überzeugen kann. Bisher haben sich die Abonnentenzahlen zwar positiv entwickelt, doch die bisher erreichten Zahlen decken die Ausgaben keineswegs. Sandhu spricht seit einigen Monaten von 2,5 Millionen Kunden, die Arena braucht, um in die Gewinnzone vorzustoßen. Brancheninsider gehen hingegen davon aus, dass dieser Wert, schon aufgrund der Zahlungen, die an Premiere geleistet werden müssen, etwas zu gering angesetzt ist.
 
Arena hat mehrfach angekündigt, beim eigenen Angebot nachlegen zu wollen. In den Planspielen kam bisher von weiteren Sportrechten bis Hollywoodfilmen alles vor. Sicherlich wird man diesen Schritt gehen müssen, da nur so ein breiterer Kundenkreis gewonnen werden kann - doch damit steigen auch wieder die Kosten und damit auch die notwendigen Abonnentenzahlen. Geld, das Arena eigentlich nicht mehr hat, und auch die Unity-Media-AG hat im letzten Quartal ohne Arena immer noch 13,7 Millionen Euro Verlust eingefahren.
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