Bild-TV: Großangriff auf ARD und ZDF mit 5G-Fernsehen?

06.10.2019, 12:45 Uhr, bey

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt konkretisiert die Pläne, die der Springer-Verlag mit dem Angebot Bild-TV hat. Es wird nicht weniger als ein Frontalangriff auf ARD und ZDF.


In einem Interview mit dem "Spiegel" hat Reichelt erste Einblicke gegeben, was ihm und seinem Medienhaus mit Bild-TV vorschwebt. Er kritisierte darin auch das "teilweise sterile und weichgespülte" Programm der Öffentlich-Rechtlichen und verspricht, dass Bild-TV in eine andere Kerbe schlagen wird.


Dabei werde man anstatt eines linearen Senders vielmehr ein 5G-basiertes Programmangebot aufbauen. So ließe sich eine zeitgemäßere Art der Berichterstattung übertragen. "Wenn nötig, schicken wir zehn Leute los, die innerhalb von 24 Stunden vor Ort und sendefähig sind. Die brauchen nicht erst Satellitenschüsseln, Übertragungswagen, Maske und ewige Planungskonferenzen," so Reichelt dem "Spiegel" gegenüber.

Erst kürzlich hatte die Landesmedienanstalt MABB die Entscheidung vom Juli 2018 bestätigt, Springers Internet-Videoformate "Die richtigen Fragen", "Bild live" und "Bild-Sport - Talk mit Thorsten Kinhöfer" rundfunkrechtlich zu beanstanden. Die Formate seien als Rundfunk einzustufen und benötigten daher eine Sendelizenz.

Dagegen war Springer vor Gericht gezogen, hatte zunächst recht bekommen, zuletzt aber eine Schlappe einstecken müssen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete) . Das Berliner Verwaltungsgericht hatte vor Wochenfrist die aufgeführten Livestream-Angebote der "Bild"-Zeitung als zulassungspflichtigen Rundfunk eingestuft. Ob man hinsichtlich der Expansionspläne trotzdem an einer Berufung gegen das Urteil festhält, ist bislang nicht bekannt, aber auch nicht unwahrscheinlich.

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