
- Hintergrund Bildfehler im 3-D-Zeitalter
- Geisterbilder und Crosstalk
erstellt am 11.06.2010 von Christian Hill, Christian Trozinski
Zeitgleich mit der 3-D-Kino-Welle häuften sich die Nachrichten, das räumliche Kino bekäme manchen Zuschauern nicht gut. Während meist medizinische Gründe wie leichte Sehfehler oder schlicht eine Reizüberflutung die Ursache sind, lassen sich die Auswirkungen ebenfalls auf ein technisches Manko zurückführen. Das Stichwort heißt hier: Crosstalk (auch: Übersprechen).

- Zur Messung des Übersprechens wird die Shutter-Brille vor das Lichtmessgerät montiert Bild: Auerbach Verlag
Beim Betrachten räumlicher Bilder auf 3-D-fähigen Fernsehgeräten wird das Gehirn einer Stresssituation ausgesetzt, insbesondere dann, wenn die Einzelbilder für das rechte und linke Auge nicht sauber getrennt werden. Dies äußert sich durch ein schwach erkennbares Geisterbild, das räumlich versetzt neben der eigentlichen Position erscheint. Der Effekt entsteht durch das Übersprechen beider Bilder, sprich das rechte Auge nimmt noch das Bild des linken Auges wahr. Der Crosstalk lässt sich auf verschiedenen Displays unterschiedlich wahrnehmen. So konnten wir auf einem LC-Display den Effekt deutlicher erkennen als auf einem 3-D-fähigen Plasma-TV. Dies lässt vermuten, dass die technischen Eigenheiten beider Gerätetypen Einfluss auf die Stärke des Geisterbildeffekts nehmen.
Ghostbuster
Um den subjektiven Eindruck des Übersprechens beider Bilder auch in realen Werten nachweisen zu können, griffen wir auf eine spezielle Messanordnung zurück. Hierbei wird in einer Testbildsequenz durch ein einzelnes Glas der Shutter-Brille jeweils die Helligkeit des sichtbaren und des ausgeblendeten Bildes gemessen. Beide Messwerte ins Verhältnis gesetzt ergeben so eine prozentuale Angabe, wie stark das Geisterbild in Erscheinung tritt. Die Messung ergab bei einem LCD-Modell ein Übersprechen von etwa vier bis zehn Prozent je nach Bildhelligkeit. Dabei gilt: Je heller das Bild, umso unscheinbarer zeigen sich Geisterbilder. Dies bestätigt auch eine Messung an verschiedenen Stellen des LC-Displays. Identische Messungen beim Plasmafernseher ergaben einen nahezu konstanten Wert von drei Prozent, unabhängig von Bildhelligkeit und Position auf der Bildfläche.

- Die Plasmatechnik (rechts) zeigt aufgrund des impulshaften Bildaufbaus ein geringes Übersprechen. LCD-Fernsehern gelingt dies nur, wenn die 200-Hertz-Bildverarbeitung und angepasste Hinterleuchtung perfekt harmonieren
Bild: Panasonic
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