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Das Kabinett des Doktor Parnassus (Blu-ray)





Das Kabinett des Doktor Parnassus Dieser Artikel bei Amazon.de
Originaltitel:
The Imaginarium of Doctor Parnassus
Genre:
Fantasy
Land/Jahr:
CA, FR, US 2009
Vertrieb:
Concorde
Bild:
1080p High Definition 1,85:1 (16:9)
Ton:
Deutsch, Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Regie:
Terry Gilliam
Darsteller:
Christopher Plummer, Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell, Tom Waits, Verne J. Troyer, Andrew Garfield, Lily Cole
Laufzeit:
ca. 122 Min
FSK:
Freigegeben ab zwölf Jahren
Wendecover:
Ja
Anzahl der Disks:
1

Verkaufstart:
01.07.2010

INHALT

Seine surrealen (Alb)Traumwelten, sein unerschöpflich kreatives Potential, sein einzigartiger und unverwechselbarer Stil haben ihn berühmt gemacht - nun lädt Kult-Regisseur Terry Gilliam zu einer weiteren einmaligen Reise in eine visuell berauschende Phantasiewelt und lässt den während der Dreharbeiten verstorbenen Schauspieler Heath Ledger in dessen letzter Rolle glänzen. Der Magier Dr. Parnassus reist mit seiner Theatertruppe in einem klapprigen Varieté-Vehikel durch die Lande. Die besondere Attraktion dieses Wunder-Kabinetts auf Rädern ist ein Zauberspiegel, durch den man seine eigene Phantasiewelt betreten kann. Doch auf Dr. Parnassus lastet ein dunkler Fluch: Vor langer Zeit hat er mit dem unheimlichen Mr. Nick einen teuflischen Pakt geschlossen, für seine Unsterblichkeit hat er ihm seine wunderschöne Tochter Valentina versprochen. Um sie zu retten, geht Dr. Parnassus erneut eine Wette mit Mr. Nick ein. Dabei entpuppt sich ein geheimnisvoller Fremder, der sich der Varieté-Truppe anschließt, als ungeahnt glückliche Hilfe…

KRITIK


Wie ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit rollt ein Schaustellerwagen durch die nächtlichen Gassen Londons. Das Wandertheater des Doktor Parnassus (Christopher Plummer) ist in der Stadt und fasziniert sein Publikum mit einer grotesken Mischung aus Mystik und Folklore. In schillernden Kostümen und mit großen Gesten wirbt die bunte Truppe um ihr Publikum und bietet neben allerlei Taschenspielertricks und billiger Gaukelei auch eine ganz besondere Attraktion: einen magischen Spiegel, der das Tor zu einer faszinierenden Traumwelt darstellt, einen Übergang in die fleischgewordenen Abgründe der eigenen Imagination. Auftritt Mr. Nick (Tom Waits) - ein schmieriger, hinterlistig dreinschauender Fiesling, der sich bald als leibhaftiger Satan entpuppt und auf Erden noch so manche Rechnung offen hat. Neuzugang Tony (unter anderem gespielt von Heath Ledger in seiner letzten Rolle) soll nun helfen, eine Wette des Doktors mit dem Teufel höchstpersönlich zu gewinnen: Gelingt es der Truppe nicht, fünf schwankende Seelen in drei Tagen hinter den Spiegel zu locken, ist Parnassus’ Tochter (das britische Topmodel Lily Cole in ihrer ersten Rolle) auf ewig an die Hölle verloren.
 
 
Mister Gilliam ganz in seinem Element
Wie so ziemlich jeder neue Film von Monty-Python-Gründungsmitglied Terry Gilliam ist auch "Das Kabinett des Doktor Parnassus" ein Werk, mit dem man erst einmal warm werden muss. Von der ersten Minute an empfängt den Zuschauer ein Panoptikum aus wilden Farben, skurrilen Figuren und abstrusen Ideen. Erinnerungen an "Alice im Wunderland" werden wach, nur ungefähr zehnmal abgedrehter, als ob die gesamte Geschichte in einem einzigen kreativen Rausch entstanden wäre. Man kommt kaum zum Luftholen, wird beinahe erschlagen von der komplexen Struktur voller Exkurse, Zeitsprünge und verschiedener inhaltlicher Ebenen. Im Minutentakt wird zwischen der Wirklichkeit (die sich hier alles andere als vertraut anfühlt) und den mannigfaltigen Phantasmagorien des Kabinetts hin- und hergesprungen. In einem Moment versucht man noch, der Motivation für die ganze Teufelspakt- Geschichte auf den Grund zu gehen, im nächsten singen schon Rock tragende englische Bobbies aus Leibeskräften eine Musical- Nummer, die jedem Monty-Python-Film zur Ehre gereicht hätte. Doch hier liegt auch die Krux bei dieser fi lmischen Achterbahnfahrt, denn ein organisches Ganzes will sich bei aller Wertschätzung für den großen Ideenreichtum nicht ergeben. Man stolpert etwas hilfl os durch die stark faustisch angehauchte Story und weiß nie so recht, was das alles eigentlich bedeuten soll, was da vor den eigenen staunenden Augen abläuft. Selbst am etwas märchenhaften Ende angelangt, bleiben viele Fragen offen. Doch vielleicht ist das alles gar nicht anders gewollt, Träume folgen ja auch ihrer ganz eigenen Logik, die sich um die sogenannte Wirklichkeit oder die Maßstäbe der realen Welt nicht im Mindesten schert. So gesehen serviert uns Gilliam einen fast perfekten (Alb-)Traum, für immer auf Zelluloid und jetzt auch auf Blu-ray verewigt.
 
 
Der letzte Vorhang für Heath Ledger
"A Film from Heath Ledger & Friends" - so beginnen die Credits, und das ist es sicher auch, was diesen Film vor allem anderen und trotz gewisser Unzulänglichkeiten der Story zu etwas Besonderem macht. Terry Gilliam konnte nach Heath Ledgers plötzlichem Tod ein wirklich spektakuläres Darstellertrio dafür gewinnen, die noch fehlenden Szenen der Figur des Tony zu übernehmen. Auf diese Weise gelang es ihm, das gesamte Projekt zu retten und seinem Hauptdarsteller und Freund gleichzeitig ein wunderbares fi lmisches Denkmal zu setzen. Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell liefern jeder für sich mitreißende Interpretationen dieses Charakters, der jedes Mal, wenn er den magischen Spiegel durchschreitet, wie ein menschliches Chamäleon zu einer neuen und doch stets wiedererkennbaren Figur wird. So bleibt "Das Kabinett des Doktor Parnassus" vor allem als eines in Erinnerung: eine letzte große Verbeugung vor einem viel zu früh verstorbenen Schauspieler, der sich mit konstanten Leistungen einen guten Ruf erspielte und mit der Rolle seines Lebens (als Joker in Christopher Nolans "The Dark Knight") zumindest fi lmisch unsterblich geworden ist. Es hat schon etwas sympathisch Allzumenschliches, dass er just in seiner letzten Rolle gegen die brillanten Kollegen, die ihm zu Ehren an seine Stelle getreten sind, nicht besonders gut aussieht. Er war eben auch "nur" ein Schauspieler, der seinen verschiedenen Rollen mal mehr, mal weniger Gewicht verleihen konnte; das kann man bei all dem Trubel und der einsetzenden Legendenbildung nach seinem tragischen Tod leicht einmal vergessen. Die umwerfende Qualität seiner Performance, die den Joker zu einer unvergesslichen Figur, größer als das Leben selbst, werden ließ, erreicht er hier zu keiner Sekunde.   tw 

Film
Wertung 7/10

BILD


Der Transfer im VC-1-Codec hinterlässt einen ähnlich "vielfältigen" Eindruck wie der gesamte Film. Auffällig ist die extrem schwankende Datenrate, die je nach Kameraeinstellung sehr viele beziehungsweise ungewöhnlich wenige Bildinformationen liefert. Das bleibt auch dem Auge des Betrachters nicht verborgen: Von begeisterndem Augenschmaus bis hin zu unerklärlichen Ausfällen ist alles dabei. Der Schwarzwert ist oft enttäuschend, das Ergebnis dann ein milchiger Schleier über eigentlich schwarzen Partien des Bildes, in dem zahlreiche Details einfach untergehen.

Bildqualität
Wertung 6.5/10

TON


Die Soundingenieure beweisen insgesamt ein deutlich besseres Händchen. Krachende Kanonenschüsse, explosives Feuerwerk, die majestätischen Schwingen eines riesigen Vogels: Ohne Unterlass gibt es irgendetwas anderes auf die Ohren, und das in bestechender Qualität und vorbildlicher Räumlichkeit.

Tonqualität
Wertung 8.5/10

BONUS


Die Bonussektion blendet auf den ersten Blick mit einem riesigen Angebot, entpuppt sich aber bald als Konglomerat aus zehn geschickt gestückelten und im Schnitt nur fünf Minuten langen Einzelbeiträgen. Zu den Highlights gehört sicher eines der letzten Interviews von Heath Ledger.

  • Einführung von Regisseur Terry Gilliam
  • Entfernte Szene mit Audiokommentar von Regisseur Terry Gilliam (optional)
  • Kostümprobe mit Heath Ledger mit Audiokommentar von Regisseur Terry Gilliam (optional)
  • Der Blick hinter den Spiegel
  • Entstehung des Klosters
  • Szenenaufbau: Vom Storyboard bis zur finalen Sequenz
  • Heath Ledger und Freunde
  • Interview mit Heath Ledger
  • Das Kabinett des Terry Gilliam
  • Cast & Crew
  • Dr. Parnassus weltweit
  • Original-Trailer und -Teaser
  • Programmtipps
Bonusmaterial
Wertung 7/10

INHALT

Film
7/10

Ein Film wie ein böser Traum, der sich aller Konvention entzieht und ein Wunderland aus Schein und Sein auf den Bildschirm
zaubert. Ein würdiges filmisches Denkmal für Heath Ledger.
Bonusmaterial
7/10
Technik
7.5/10
Bildqualität
Wertung 6.5/10
Tonqualität
Wertung 8.5/10
Gesamt

GALERIE

Quelle des Film-Inhalts: der jeweils in der technischen Beschreibung angegebene Filmvertrieb/Filmverleih