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Nader und Simin - Eine Trennung (Blu-ray)





Nader und Simin - Eine Trennung Dieser Artikel bei Amazon.de
Originaltitel:
Jodaeiye Nader az Simin
Genre:
Drama
Land/Jahr:
IR 2011
Vertrieb:
Alive
Bild:
MPEG-4, 1.85:1
Ton:
Deutsch DTS-HD MA 5.1, Persisch DTS-HD MA 5.1
Regie:
Asghar Farhadi
Darsteller:
Peyman Maadi, Leila Hatami, Sareh Bayat
Laufzeit:
ca. 127 Min
FSK:
Freigegeben ab zwölf Jahren
Wendecover:
Ja
Anzahl der Disks:
1

Verkaufstart:
27.01.2012

INHALT

Nader und Simin sitzen vor dem Scheidungsrichter. Dabei wird schnell klar, dass sich die beiden lieben, es sind nur die Umstände, die sie auseinander treiben. Simin will die Scheidung, um mit ihrer Tochter das Land zu verlassen. Nader weigert sich mitzugehen, er möchte seinen an Alzheimer leidenden Vater nicht zurücklassen. Als der Richter die Scheidung verwehrt, zieht Simin schweren Herzens zurück zu ihren Eltern. Nader engagiert für die Pflege seines Vaters die junge Mutter Razieh. Doch Razieh arbeitet ohne Erlaubnis ihres jähzornigen und hoch verschuldeten Ehemannes - und sie erwartet ein weiteres Kind. Mit der Pflege des verwirrten Vaters ist sie schon bald überfordert. Eines Tages bindet sie den alten Mann ans Bett und verlässt die Wohnung. Als Nader seinen bewusstlosen Vater findet, stößt er Razieh wütend aus der Wohnung. Am nächsten Tag erfährt Nader, dass Razieh bei dem Sturz ihr Kind verloren hat. Wusste er, dass sie schwanger war? Sagt Razieh die volle Wahrheit? Ein Netz aus Lügen, Angst und Beschuldigungen spinnt sich unentrinnbar um alle Beteiligten.

KRITIK


Selten zuvor waren sich Publikum, Festivaljury und Kritik so einig wie 2011: Schon nach den ersten Vorführungen machte das Gerücht die Runde, dass dem iranischen Filmemacher Asghar Farhadi mit seinem ambitionierten Familiendrama ein ganz großer Wurf gelungen sei. "Nader und Simin - Ein Trennung" wurde als ganz heißer Anwärter auf den Goldenen Bären für den besten Film des Wettbewerbs gehandelt - eine Auszeichnung, die er dann auch völlig zu Recht zugesprochen bekam.
 
 
Jury-Urteil mit politischer Dimension
 
Die Entscheidung der Jury, obendrein dem weiblichen und männlichen Cast von "Nader und Simin" die Silbernen Bären für den besten Hauptdarsteller bzw. die beste Hauptdarstellerin zuzusprechen, ist sicherlich auch als eindeutiges politisches Statement und als Zeichen an das iranische Volk zu verstehen. In einem Land, in dem Regisseure und Schauspieler weiterhin reihenweise verhaftet und angeklagt und mit schärfsten Repressalien von der freien Ausübung ihres Berufs abgehalten werden, wird jedes Leuchtfeuer, das ein international erfolgreicher Film wie "Nader und Simin" sein und bedeuten kann, dringend gebraucht und hat jegliche Unterstützung, die er bekommen kann, mehr als verdient.
 
 
Kommt jetzt auch der Oscar?
 
Asghar Farhadi kehrt in diesem Jahr übrigens an die Stätte seines bisher größten beruflichen Triumphes zurück, ist er doch Mitglied der insgesamt siebenköpfigen Fach-Jury der Berlinale. Sein Film ist inzwischen auch als offizieller Oscar-Kandidat für die beste ausländische Produktion des Jahres nominiert - und es wäre alles andere als eine Überraschung, wenn er die begehrte Auszeichnung am 26. Februar tatsächlich zum allerersten Mal in den Iran holen würde.
 
 
Die Summe der einzelnen Teile
 
Keine Frage: "Nader und Simin" ist ein starker Film, der sich lohnt und der die - obwohl nicht gerade neue - trotzdem immer noch interessante Grundproblematik der Scheidung zweier Eheleute auf kontroverse Weise vorstellt. Aber die sich förmlich überschlagenden Lobeshymnen müssen doch einen bestimmten Grund haben, nicht wahr? Was macht die Geschichte und ihre Umsetzung so besonders? Der Schlüssel zu diesen Fragen liegt sicher auch in der Tatsache, dass die eigentliche Trennung von Nader (Peyman Maadi) und Simin (Leila Hatami) mit einer ganzen Reihe von weiteren brisanten Themen kontrastiert und mit hochinteressanten Nebenfiguren ergänzt wird.
 
 
Großer Facettenreichtum
 
Da klingt die politisch brisante Situation im Iran an: ein gesellschaftliches Klima, in dem Simin keinen gesunden Nährboden für eine freie und erfüllte Zukunft ihrer geliebten Tochter sehen kann. Die Problematik, wenn die eigenen Eltern zum Pflegefall werden, wird in einem weiteren zentralen Grundkonflikt auf intensive und mitreißende Weise behandelt. In einem dritten Schwerpunkt wächst sich die Geschichte dann zum spannenden Justizdrama aus, als sich die Hauptfiguren in einem immer komplizierter werdenden Gespinst aus Missverständnissen, Lügen und religiösen Zwängen verstricken, und die Grenzen von Wahrheit, Ehre, Moral und Schuld in all ihrer Komplexität ausgelotet werden.  tw 

Film
Wertung 8/10

BILD


Sie merken schon: die ganze Fülle der Facetten des Streifens in wenigen Worten zusammenzufassen, fällt schwer - und so bleibt nur die dringende Empfehlung, diesem eindrücklichen Beispiel eines vielschichtigen Dramas eine Chance zu geben und einen der lohnenswertesten Filme der vergangenen Berlinale-Jahrgänge zu entdecken, zumal sich die iranische Produktion vor der internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht und vor allem in Sachen Optik durchaus ansprechende HD-Kost bietet.

Bildqualität
Wertung 7.5/10

TON


Unglücklicherweise ist die deutsche Synchronisation nicht optimal gelungen - die große Dringlichkeit des Originals geht so stellenweise leider etwas verloren.

Tonqualität
Wertung 6/10

BONUS



  • Interview mit Asghar Farhadi
  • Interview mit Leila Hatami
  • "Geburt eines Regisseurs": Interview mit Asghar Farhadi mit Auszügen aus seinen ersten Filmen
  • Trailer
Bonusmaterial
Wertung 4.5/10

INHALT

Film
8/10

Ein würdiger Gewinner des Goldenen Bären, der in zwei Stunden Laufzeit ein beeindruckendes und mitreißendes Kaleidoskop aus Schuld, Sühne und Moral entwirft.
Bonusmaterial
4.5/10
Technik
6.5/10
Bildqualität
Wertung 7.5/10
Tonqualität
Wertung 6/10
Gesamt

GALERIE

Pünktlich zur Berlinale 2012 erscheint mit "Nader und Simin - Eine Trennung" der Abräumer des letztjährigen Wettbewerbs endlich auf dem Heimkinomarkt.
Bild: Alive
Quelle des Film-Inhalts: der jeweils in der technischen Beschreibung angegebene Filmvertrieb/Filmverleih