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Die Tribute von Panem - The Hunger Games (Special Edition) (Blu-ray)





Die Tribute von Panem - The Hunger Games (Special Edition) Dieser Artikel bei Amazon.de
Originaltitel:
The Hunger Games
Genre:
Fantasy
Land/Jahr:
US 2012
Vertrieb:
Studiocanal
Bild:
MPEG-4, 2.35:1
Ton:
DTS-HD MA 5.1 - Deutsch, DTS-HD MA 7.1 - Englisch
Regie:
Gary Ross
Darsteller:
Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Lenny Kravitz, Elizabeth Banks, Stanley Tucci, Donald Sutherland
Laufzeit:
ca. 142 Min
FSK:
Freigegeben ab zwölf Jahren
Wendecover:
Ja
Anzahl der Disks:
1

Verkaufstart:
30.08.2012

INHALT

In einer nicht allzu fernen Zukunft: Aus dem zerstörten Nordamerika ist der Staat Panem entstanden, das Kapitol regiert das ums Überleben kämpfende Volk mit eiserner Hand. Um seine Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime jedes Jahr die grausamen "Hungerspiele": 24 Jugendliche, je ein Mädchen und ein Junge aus Panems zwölf Distrikten, müssen in einem modernen Gladiatorenkampf antreten, den nur einer von ihnen überleben darf. Als ihre kleine Schwester Prim für die Spiele ausgelost wird, nimmt die 16-jährige Katniss freiwillig ihren Platz ein. Der zweite Kandidat aus Katniss’ Distrikt ist Peeta, der ihr schon einmal das Leben gerettet hat und ihr kurz vor den Spielen seine Liebe gesteht. Doch das Kapitol macht sie zu Todfeinden. Katniss muss lernen auf ihre Instinkte zu hören: Ist Überleben wichtiger als Menschlichkeit und wiegt das eigene Leben mehr als die Liebe?

KRITIK


Die Verfilmung von Jugend-Fantasy-Romanen hat derzeit Hochkonjunktur. Nie waren Vampire, Werwölfe und Zauberer im Kino erfolgreicher, als im letzten Jahrzehnt. Während Twilight und Co. ihren Erfolg jedoch überwiegend aus einer romantisierenden und verklärenden Wirkung auf den Zuschauer beziehen, schlagen die Tribute von Panem zum Teil derbere, weitaus sozialkritischere und damit auch realistischere Töne an.
 
Stellen Sie sich doch einmal die Welt in ein paar Jahrhunderten vor! Was sehen Sie? Raumschiffe? Leben auf dem Mond? Kriege mit Lebewesen von anderen Planeten? - Typische Zukunftsvisionen, wie sie bereits hundertfach in Science-Fiction-Filmen verarbeitet wurden. Ein etwas anderes, wenn auch nicht gänzlich neues Szenario malt sich die Autorin Suzanne Collins in ihrer Science-Fiction-Fantasy-Trilogie "Die Tribute von Panem" aus: Im Nordamerika einer nicht allzu fernen Zukunft hat sich nach Naturkatastrophen und Kriegen eine dystopische Gesellschaft errichtet: Panem. Der Großteil der Menschen in Panem lebt von der Hand in den Mund und schafft es nur mit Mühe, die eigene Familie zu ernähren. Diesen ärmlich und rückständig wirkenden Verhältnissen steht das prunkvolle "Kapitol" gegenüber, die Hauptstadt und Regierung Panems. Sie liegt im Zentrum des Landes und zeichnet sich durch Dekadenz, Ignoranz und ein scheinbar grenzenloses Verlangen nach Entertainment aus. Die zwölf um dieses Zentrum angeordneten Distrike werden vom Kapitol nicht nur überwacht und kontrolliert, sondern bekommen jährlich die Unterdrückung des Kapitols in Form eines grausamen Machtspiels zu spüren: die Hungerspiele. Dafür werden in einer feierlichen Zeremonie, "Ernte" genannt, aus jedem Distrikt ein Junge und ein Mädchen im Alter zwischen zwölf und achtzehn Jahren ausgelost. Diese 24 Tribute müssen nach einigem Training und unter reichlich Medienrummel in einer rundum überwachten und steuerbaren Arena gegeneinander kämpfen - auf Leben und Tod. Nur der Sieger darf die Arena lebendig verlassen. So trifft es auch die 16-jährige Jägerin Katniss aus Distrikt 12, die freiwillig den Platz ihrer kleinen zwölfjährigen Schwester Primerose (Willow Shields) einnimmt, als diese zum Tribut gewählt wird. Gemeinsam mit Peeta Mellark (Josh Hutcherson), reist sie ins Kapitol, wo sie mit einer Schönheitskur, Training, Bewertungen und reichlich Medienrummel konfrontiert werden, bevor es schließlich in die Arena geht. Doch ist Katniss wirklich dazu fähig, nicht nur die 22 anderen Tribute, sondern auch Peeta zu töten, den sie seit ihrer Kindheit kennt und der ihr vor Jahren einmal das Leben rettete? Ein Zurück gibt es nicht, die blutigen Spiele nehmen ihren Lauf und Katniss' Kampf ums Überleben und um die eigene Freiheit erregt schnell landesweites Aufsehen.
 
"Fröhliche Hungerspiele"
Weniger sehenswert als der Überlebenskampf ihrer Rollen ist das Schauspiel der Jungstars Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson. Während Lawrence ihrer Figur, der introvertierten und wenig glamourösen Katniss, noch annähernd gerecht wird - viel braucht es dafür schließlich nicht - bietet Hutcherson nur wenig überzeugenden Charme und Humor und verfehlt damit die hervorstechendsten Charaktereigenschaften seiner Figur. Diese Patzer werden jedoch insbesondere durch die Nebenrollen mehr als wett gemacht. Mit namenhaften Darstellern, wie Donald Sutherland, Woody Harrelson und Stanley Tucci hat sich Gary Ross eine Riege an Schauspielern ins Boot geholt, die aus ihren Figuren das Bestmögliche herauskitzeln. Dass dabei Overacting ein stets präsenter Gast ist, wirkt alles andere als störend, denn darum geht es in Panem und vor allem im Kapitol: Schein ist Sein und im Vordergrund steht die große Show.
 
Das Spiel mit dem Kontrapunkt
Dass die Fassade dieser Scheinwelt mächtig bröckelt, dass macht Gary Ross mit seiner Inszenierung mehr als deutlich. Auf der einen Seite die Tristess der Distrikte, die nicht nur zufällig mit Grautönen, identitätsloser Kleiderwahl und Déjàvu-trächtiger Propaganda an das Dritte Reich erinnert. Hier erlebt der Zuschauer Sozialkritik, wie man sie in einem Film mit überwiegend jugendlichem Zielpublikum kaum für möglich gehalten hätte. Der harten Nazi-Ästhetik steht die quietschbunte Medien-Welt des Kapitols gegenüber. Beinahe satirisch macht Gary Ross den Medienrummel um die Tribute zu einer höchst morbiden Castingshow, die auch den Titel "Panem sucht den Superkiller" hätte tragen können. Schließlich zieht es den Zuschauer mitten hinein in die Arena, die mit ihrer augenscheinlichen Natürlichkeit gelegentlich sogar eine gewisse Idylle und Sicherheit vermittelt, nur um dann anschließend mit aller Macht ins Bewusstsein zu rufen, dass in Panem nichts so ist wie es scheint und dass erst recht nichts dem Zufall überlassen wird. Am Ende wird der Zuschauer vielleicht ein wenig überfordert entlassen, mit dem Gefühl, gerade unheimlich viel und dennoch erst den Auftakt einer beeindruckenden Geschichte gesehen zu haben. Und dieser Eindruck täuscht nicht, denn bereits für den 28. November 2013 ist der Kinostart von "Die Tribute von Panem - Catching Fire" angekündigt.  nr 

Film
Wertung 8/10

BILD


Die fast perfekte Show
Wunderbar durchdacht und entsprechend inszeniert zeigt sich auch die technische Seite des Films. Eine sehr differenzierte Farbgestaltung greift wunderbar die verschiedenen Stimmungen des Films auf: vom satten Grün im idyllischen Heimatwald, über kaltes Grau während der "Ernte" der Tribute, bis hin zu satten, schillernden Farben im prunkvollen Kapitol. Trotzdem sorgt ein überwiegend schwacher Kontrast dafür, dass selbst über den knalligen Farben des Kapitol ein trüber Schleier liegt, der dem Zuschauer vermittelt: Hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Die wunderbare Schärfe des Bildes zeigt sich besonders in den Details. Sie wird lediglich negativ beeinflusst, wenn sich Probleme mit der Ausleuchtung bemerkbar machen.

Bildqualität
Wertung 7.5/10

TON


Durchweg stabiler und unglaublich atmosphärisch präsentiert sich der Sound. Von Pop-Balladen, über Folk bis hin zur authentischen Naturgeräuschkulisse passt sich der Soundtrack optimal der Stimmung des Films an. Dabei zeigt
er sich wunderbar dynamisch und versetzt den Zuschauer mittels der guten Surround-Gestaltung mitten ins Geschehen. Der einzige klangliche Wermutstropfen ist die weniger gelungene deutsche Abmischung des Sounds, die leider durch einen Mangel an Bässen und zum Teil recht fade Synchronstimmen das Potenzial eines perfekt abgestimmten Klangs verschenkt.

Tonqualität
Wertung 8.5/10

BONUS



  • Die Entstehung von "Die Tribute von Panem"
  • Featurettes: Auf dem schwarzen Teppich
  • Die Mode von Panem
  • Geschichten von den Tributen
  • Die Tagebücher der Tribute
  • Die Stunts in "Die Tribute von Panem"
  • Die Nahrung in Panem, Briefe aus dem Rosengarten
  • Propaganda-Film
  • Scrapbook
  • Biografien
  • Kinotrailer (deutsch und englisch)
  • Wendecover
Bonusmaterial
Wertung 9/10

INHALT

Film
8/10

Der bis zur letzten Minute mitreißend, spannend, abenteuerlich und unübersehbar sozial- und medienkritisch gestaltete Auftakt einer Sci-Fi-Fantasy-Trilogie mit großem Potenzial.
Bonusmaterial
9/10
Technik
8/10
Bildqualität
Wertung 7.5/10
Tonqualität
Wertung 8.5/10
Gesamt

GALERIE

Quelle des Film-Inhalts: der jeweils in der technischen Beschreibung angegebene Filmvertrieb/Filmverleih