• Blu-ray-Datenbank

Erweiterte Suche


Ender's Game - Das große Spiel (Blu-ray)





Ender's Game - Das große Spiel Dieser Artikel bei Amazon.de
Originaltitel:
Ender's Game
Genre:
Science-Fiction
Land/Jahr:
US 2013
Vertrieb:
Constantin Film
Bild:
MPEG-4, 2.40:1
Ton:
DTS-HD HR 5.1 - Deutsch, Englisch
Regie:
Gavin Hood
Darsteller:
Asa Butterfield, Hailee Steinfeld, Viola Davis, Harrison Ford, Ben Kingsley
Laufzeit:
ca. 114 min
FSK:
Freigegeben ab zwölf Jahren
Wendecover:
Ja
Anzahl der Disks:
1

Verkaufstart:
06.03.2014

INHALT



Trailer / Video:

Kurzinhalt zu "Ender's Game":

In einer Welt der Zukunft, in der die Erde von Aliens bedroht wird, sucht das internationale MilitĂ€r verzweifelt nach einem militĂ€rischen Genie, dem es gelingen kann, die ĂŒberlegene Flotte des ĂŒbermĂ€chtigen Gegners zu besiegen. Dazu rekrutiert Commander Mazer Rackham (Ben Kingsley) potentielle Kandidaten bereits im Kindesalter, um sie in einer MilitĂ€rschule im All isoliert auf den Kampf gegen die Außerirdischen vorzubereiten. Trainiert werden die Kinder vom hochdekorierten Colonel Hyrum Graff (Harrison Ford), der immer auf der Suche nach einem wĂŒrdigen Nachfolger fĂŒr den legendĂ€ren Commander Mazer Rackham ist. Unter den Kindern ist auch Andrew „Ender“ Wiggin (Asa Butterfield), ein ganz normaler Junge. Schon in kĂŒrzester Zeit meistert er die kompliziertesten und schwierigsten Aufgaben im Kampfsimulator und beweist großes strategisches Geschick. Plötzlich ruhen alle Hoffnungen auf die Rettung der Erde auf den Schultern dieses schĂŒchternen und verschlossenen Jungen, der sich nichts sehnlicher wĂŒnscht als eine normale Kindheit. Wird die Rechnung des MilitĂ€rs aufgehen? Oder wird das Kind unter der Last des Drills, der Einsamkeit und der Verantwortung zerbrechen?

KRITIK


Kindersoldatentum, Militarismus, Völkermord - Die Themen in "Ender’s Game" sind wahrlich eine schwierige, kontroverse Kost. Warum sollte jemand ein Kind zum Soldaten oder gar zum General ausbilden wollen? Weil dessen Spieltrieb noch am ausgeprĂ€gtesten ist? Oder weil es leichter zu tĂ€uschen ist?
 
Andrew "Ender" Wiggin (Asa Butterfield) ist ein Junge mit einem außergewöhnlichen strategischen Geschick. Er lebt in einer Zukunft, in der die Menschheit schon einmal von einem außerirdischen Insekten-Volk angegriffen wurde und sich nun auf eine zweite Attacke bzw. auf den Gegenschlag vorbereitet. Obwohl er erst im Teenager-Alter ist, erhĂ€lt er seine Ausbildung an einer MilitĂ€r-Akademie und wird zu einem Befehlshaber herangezogen. Sein Alltag besteht aus Computersimulationen, Trainingsaufgaben aller Art, Manövern und dem Entwickeln von Überlebensstrategien gegen die Stinkstiefel an seiner Schule, die entweder körperlich stĂ€rker als er sind oder in der Hierarchie weiter oben stehen. Enders Vorteil ist seine geistige Überlegenheit, die er bei jedem seiner Gegner mit Bravour einsetzt. WĂ€hrend er sich um all die Teenager-RivalitĂ€ten und seine Ausbildung kümmert, wird er von einem erwachsenen Gremium überwacht, das sĂ€mtliche Aktionen der Kinder an der Schule bewertet und diese vor neue Herausforderungen stellt. So lernen sie auf spielerische Art die Kriegsführung, die sie sehr bald in tödlichen, sogar Ă€ußerst tödlichen Ernst umwandeln sollen. Darüber hinaus nimmt Ender in den PlĂ€nen der Erwachsenen eine ganz besondere Rolle ein.
 
 
Kinder im Krieg
 
Nun stellt sich wirklich die oben bereits genannte Frage: Warum suchte sich der Autor Orson Scott Cards ausgerechnet Jugendliche aus, um sie in seinem Roman für den kriegerischen Ernstfall drillen zu lassen? Die simple Antwort lautet selbstverstĂ€ndlich "Zielgruppe", und die war und ist nach wie vor der mĂ€nnliche, jugendliche Leser, der gerne so schnell wie möglich in die Welt der Erwachsenen aufgenommen werden und eine wichtige Rolle darin spielen möchte. Viele Jungen trĂ€umen vom Heldentum. Insbesondere heute, 30 Jahre nachdem das Buch erstmals auf dem Markt kam, schwelgen die Kids in ihren Kriegsfantasien und leben diese in Videospielen, Comics etc. aus. Daher bedient der Roman bzw. der vorliegende Film genau diese Zielgruppe mit perfekt darauf abgestimmten Inhalten, begeistert sie mit den sozialen und Manöver-entscheidenden Strategien und Taktiken Enders und fesselt sie mit einer kontinuierlich spannenden Handlung. Doch keine Sorge, als MilitĂ€rpropaganda oder Romantisierung des Krieges geht der Streifen trotzdem nicht durch. Im Film wird die Moral von dem ganzen Unterfangen (MilitĂ€r-Ausbildung der Kinder, etc.) an einigen Stellen kritisiert. Auch die Handlungs-Elemente des Kalten Krieges, die noch im Roman von 1984 eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielten, wurden glücklicherweise entfernt. Gleichwohl lenkt das Ende des Films die komplette Aussage der vorhergehenden Handlung in eine ganz andere Richtung, als man es am Anfang vermuten würde. Es handelt sich also um gesellschaftskritische Science Fiction, die viele Kontroversen aufwirft, sowie das letztendlich unverzeihliche Verbrechen, was dort begangen wird, auch als solches darstellt. Am Ende steht nur noch die Frage der Verantwortung im Raum und wie der Betroffene ihr zumindest im Ansatz gerecht wird. Aber auch darauf weiß der Film eine Antwort, wobei die Schuldfrage und das Ausmaß des Verbrechens sicherlich noch schockierender hĂ€tte dargestellt werden müssen.
 
 
Der Spitzencast
 
Nach dem Komplettausfall "X-Men Origins: Wolverine" (2009) hat Gavin Hood ("Tsotsi") mit diesem Werk wieder eine handwerklich gute Arbeit abgeliefert, einen Film, der sowohl unterhaltsam ist als auch moralisch fordert - auch, wenn er nicht ganz die KomplexitĂ€t des Buches besitzt und die Handlung an vielen Stellen vereinfacht wurde. Zu dieser Glanzleistung tragen ebenfalls die beiden grandiosen Hauptdarsteller Asa Butterfield und Harrison Ford bei, die ein perfektes Schüler-Mentor-Paar abgeben. WĂ€hrend Butterfield die hohe Intelligenz Enders, dessen verborgene, gewaltbereite Seite sowie die verletzliche, selbstkritische Seite an ihm zu hundert Prozent verkörpert, tut sich Ford auf eine ganz andere Weise hervor. Ihm gelingt es als Colonel Graff, die Sympathie der Zuschauer sofort auf seine Seite zu ziehen. Zugleich ist Graff ein sehr zwiespĂ€ltiger Charakter, der die Kinder als Waffen für seinen Feldzug verwenden möchte. Obwohl er also viele moralisch verwerfliche Dinge tut, kommt er beim Zuschauer erst einmal damit durch. Doch auch den skrupel- und gefühllosen Strategen kauft man Ford ab.  ft 

Film
Wertung 7/10

BILD


Die Blu-ray ist ein audiovisuelles Glanzstück mit einer erinnerungswürdigen 7.1-Sound-Abmischung und einem glasklaren Bild. Bei letzterem fallen der hohe Kontrast mit seinen überall zu verzeichnenden DunkelflĂ€chen und das themenbezogene Color Grading ins Gewicht. Insgesamt ist das Bild aber technisch gesehen überwĂ€ltigend, ein echter "Hingucker", wie es so schön heißt.

BildqualitÀt
Wertung 9/10

TON


Der Ton lĂ€sst sich vor allem dann als Referenz bezeichnen, wenn Ender sein Mind Game spielt. Ein Videospiel, in dem er zunĂ€chst die Aufgabe eines Riesen lösen muss, um sich dann seiner eigenen Traumwelt zu stellen. Hier sind die dreidimensionalen Soundeffekte sehr gut verortbar und entfalten auf diese Weise eine klare Sogwirkung. Die TiefbĂ€sse über den Subwoofer kündigen unheilvolle Bedrohungen an und steigern die Anspannung ins Unermessliche.

TonqualitÀt
Wertung 10/10

BONUS


Zum rund 83-Minuten umfassenden Bonusmaterial gehörten ein 7-teiliges Spezial zum Inhalt, ein Blick hinter die Kulissen sowie 6 Interviews.

  • Blick hinter die Kulissen
  • Interviews

INHALT

Film
7/10

Aufgrund des Militarismus sollten Jugendliche den Film mit ihren Eltern schauen. Ansonsten ist er ein spannender, kritischer und ernsthafter Science Fiction-Film.
Technik
9.5/10
BildqualitÀt
Wertung 9/10
TonqualitÀt
Wertung 10/10
Gesamt

GALERIE

Quelle des Film-Inhalts: der jeweils in der technischen Beschreibung angegebene Filmvertrieb/Filmverleih