Breitbandausbau: VATM will Senkung der TAL-Entgelte

03.03.2016, 12:04 Uhr, buhl

Der nächste Streit um den Breitbandausbau scheint vorprogrammiert: Während die Deutsche Telekom die Mietpreise für die letzte Meile deutlich anheben will, fordern die Wettbewerber unisono eine Senkung der Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL).


Ein gemeinsamer Weg zum anvisierten und von der Bundesregierung geplanten flächendeckenden Breitbandausbau scheint es nicht geben zu können. Nach einer Anhörung vor der Bundesnetzagentur (BNetzA) am Dienstag tut sich das nächste Streitthema auf. Diesmal geht es um die Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Während die Wettbewerber und Telekommunikationsverbände geschlossen eine Senkung dieser fordern, beantragte die Deutsche Telekom eine zehnprozentige Erhöhung.


Bei den TAL-Entgelten handelt es sich um einen Mietpreis für die letzte Meile von den Hauptverteilern zum Kunden, der von der BNetzA genehmigt werden muss. Berechnet werden diese nach einer seit Jahren unangetasteten Methode, wie Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), kritisiert:  "Die Methode basiert auf Neubaukosten für ein Anschlussnetz bis zum Endkunden. Die Telekom weigert sich aber, ein solches auf Basis der zukunftsträchtigen Glasfaser – FTTB/H – zu tun und nutzt stattdessen die alte Kupferleitung mit billiger Vectoring-Technik weiter."
 
Aufgrund der aktuellen Entgelte würden die Wettbewerber jährlich etwa eine Milliarde Euro an die Telekom zahlen. Die in den vergangenen 16 Jahren so eingenommenen 40 Milliarden Euro seien jedoch nur zum Teil wieder in das Anschlussnetz investiert wurden, dagegen wurden den Wettbewerbern "eigene Finanzmittel durch die überhöhten Entgelte entzogen, die damit für Investitionen in eigene Glasfasernetze fehlten", so Grützner weiter.
 
In dem Antrag auf Vorherrschaft an den Hauptverteilern, den die Telekom bei der BNetzA eingereicht hat, will das Bonner Unternehmen die Entgelte auf 11,20 Euro monatlich am Hauptverteiler sowie 7,51 Euro pro Monat am Kabelverzweiger erhöhen.

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