Breko fordert von Regierung Bekenntnis zum Glasfaserausbau

24.06.2016, 16:30 Uhr, buhl

Eine neue Studie zum Glasfaserausbau bis ins Gebäude (FTTB) oder in die Wohnung (FTTH) zeigt neue Faktoren für einen erfolgreichen Ausbau auf. Der Breko sieht nun die Regierung in der Pflicht, sich zu Glasfaser als Zukunft beim Breitbandausbau festzulegen.


Beim Breitbandausbau sind die Fronten weiter verhärtet. Die jüngst erfolgte Umformulierung des Regulierungsentwurfs zum Vectoring durch die Bundesnetzagentur hat bei den Glasfaserverbänden für Verstimmung gesorgt, sehen sie doch ihre Forderungen übergangen. Nun sollen die Ergebnisse einer neuen Studie, die vom Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) im Auftrag des Breko durchgeführt wurde, bei der Regierung für ein Umdenken sorgen.


Gleich zwölf Faktoren für einen erfolgreichen Glasfaserausbau zählt die Studie auf. Darunter auch eine "politische Festlegung eines zukunftsfähigen Infrastrukturziels, das sich auf direkte Glasfaseranschlüsse (FTTB / FTTH) als von allen Seiten anerkannte, nachhaltige und zukunftssichere Technologie fokussiert." Dabei sollte sich die Regierung nicht auf den für den Breitbandausbau vorgesehenen Zeitpunkt 2018 festlegen lassen.
 
Die vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte "Digitale Strategie 2025" zum flächendeckenden Glasfaserausbau ist für Breko-Präsident Norbert Westfal ein begrüßenswerter Ansatz der "nun schnellstens konkretisiert, erweitert und konsequent weiterverfolgt werden" muss. Des Weiteren kritisiert Westfal den Fokus auf VDSL-Vectoring als "kurzsichtig" und "taktische Falle".
 
Weitere Faktoren für den erfolgreichen Ausbau sind laut der WIK-Studie ein funktionierenden Wettbewerb sowie die verbindliche Festlegung der Teilnehmer bei öffentlichen Ausschreibungen. Auf diese Art erzielte Erfolge beim Ausbau würden auch das Interesse des Finanzmarktes auf sich ziehen, wie bei der deutschen Glasfaser, wo der Investor KKR rund 450 Millionen Euro bereitstellt.
 
Auch das Argument, der Glasfaserausbau würde die Politik zu viel Geld kosten, widerspricht die Studie: Demnach sind höhere Subventionen kein zwingendes Kriterium für einen schnelleren Ausbau, geringfügige Anpassungen der Rahmenbedingungen würden die Profitabilität bereits steigern. "Beim Glasfaserausbau sind insbesondere regional und lokal operierende Netzbetreiber auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen, da sich viele Ausbauprojekte in ländlichen und unterversorgten Regionen erst nach mehrjährigen Zeiträumen rentieren", führt Westfal aus.

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