Britische Regierung stoppt Werbekampagnen bei Youtube

20.03.2017, 13:47 Uhr, nis

Verantwortliche bei Google mussten sich am vergangenen Freitag im Cabinet Office des Vereinigten Königreichs offiziell entschuldigen. Der Grund: Werbung, die in extremistischen Videos auf Youtube eingespielt wurde.


Werbeanzeigen für mit Steuergeldern finanzierten Institutionen wie der Royal Navy und der BBC wurden in extremistischen Videos auf Youtube eingespielt, wie die britische Zeitung "The Times" aufdeckt. Daraufhin bat das Cabinet Office des Vereinigten Königreichs den Suchmaschinen-Giganten Google, dem Youtube gehört, um eine Erklärung. Verantwortliche des Konzerns erschienen wie gebeten am Freitag und entschuldigten sich offiziell für die Werbeeinblendungen, wie unter anderem der "Business Insider" berichtet.


Wie die britische Regierung erklärte, sei es nicht akzeptabel, dass Werbung, die vom Steuerzahler getragen werde, in unangemessene Inhalte eingebettet wird. Google sei Medienberichten zufolge nun ein strikter Plan vorgelegt worden, an den sich das Unternehmen halten müsse, um sich der kritisierten Inhalte anzunehmen. Wie Google erklärt, würde man das Werbesystem überdenken.

Dass sich die Google-Verantwortlichen bei der britischen Regierung erklären mussten - und in dieser Woche bereits erneut Bericht erstatten müssen - hat für das Streamingnetzwerk Youtube weitreichende Folgen. Unter anderem Firmen wie Audi, McDonald's und L'Oreal haben ihre derzeitigen Youtube-Werbekampagnen auf Eis gelegt, um zu verhindern, dass ihre Anzeigen vor oder inmitten Videos eingeblendet oder abgespielt werden, die extremistische Inhalte verbreiten. Diesen Schritt tat zudem die Medienagentur Havas UK gleich, die all ihre Kunden von Youtube und Google abzog.

Um dieVerbreitung von Werbung in extremistischen Videos einen Riegel vorzuschieben will Google nun erste Maßnahmen ergreifen. Richtlinien und Tools würden überarbeitet werden, um den Werbetreibenden mehr Kontrolle darüber zu bieten, wo und wann ihre Werbung erscheint, so Google in einem Blogpost vom Freitag.

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