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  • Hintergrund • Brückenschlag

  • Brückenschlag

 erstellt am 28.07.2011 von Christian Trozinski

Im fernen Japan erhielten wir exklusive Einblicke in die LCD- und Plasmafertigung von Panasonic. Schlummert tatsächlich in jedem ausgelieferten Fernseher der Mythos vom Firmengründer Konosuke Matsushita?

 
 

Palast von Himeji

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Für die LCD-Herstellung mit IPS-Alpha-Panel stehen dank der brandneuen Fabrik in Himeji nunmehr zwei Komplexe zur Verfügung
Bild: Panasonic

Der imposante Palast von Himeji ist gänzlich verhüllt und die berühmten Berge des Shoshazan, auf denen Tom Cruise als "Last Samurai" in die Schlacht zog, sind einzig schemenhaft auszumachen. Wir können die etwas trist wirkende, von Arbeitervierteln geprägte Umgebung wie ein Adler mit dem bloßen Auge erkunden, denn wir stehen im obersten Stock einer der modernsten LCD-Fabriken der Welt.
 
Die Dimension der im April 2010 eröffneten Fertigungsanlage lässt sich am besten so beschreiben: zehn Fußballfelder aneinandergereiht und über vier Stockwerke aufgetürmt. Das Betreten dieser heiligen Hallen war bislang noch keinem Pressevertreter vergönnt, sodass selbst das strikte Filmverbot unsere Vorfreude nicht schmälern konnte.

Automatisierter Betrieb

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Die Produktion der LCD- und Plasmapanels kommt nahezu ohne menschliche Eingriffe aus. Roboterarme transportieren die dünnen Gläser mit höchster Präzision
Bild: Panasonic

Am Ziel, dem pulsierenden Herzen der Fabrik, angekommen, werden wir Zeugen eines magischen Schauspiels: Roboterarme greifen wie durch Zauberhand die hauchdünnen Muttergläser, saugen sie behutsam an, tragen sie zur Weiterverarbeitung punktgenau zur nächstliegenden Maschine und setzen sie millimetergenau ab. Wie einstudiert wirkt diese Aufführung aus rollenden Laufbändern, surrenden Maschinen, rotierenden Greifarmen und fließendem Kühlwasser.
 
Die gesamte Szenerie wirkt wie ein Ausschnitt eines Science-Fiction-Films: Statt in Tageslicht ist die fußballfeldgroße Halle in Gelbtöne getaucht – Filter verhindern das Eindringen von ultravioletter Strahlung, die den Fertigungsprozessen schaden könnte. Aufmerksame Augen erkennen zudem ein nicht unwesentliches Detail: Menschen bevölkern die Produktionshallen nur sporadisch, in seltenen Fällen sieht man einen Panasonic-Mitarbeiter in Ganzkörperschutzbekleidung die Maschinen neu kalibrieren. Insgesamt kümmern sich 600 Angestellte darum, den reibungslosen 24-Stunden-Betrieb der Fabrik sicherzustellen.

Qualitätsgarantie

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Maschinelle Verarbeitung sei Dank: Die Herstellung der Muttergläser findet nicht nur bei extremen Temperaturen, sondern auch unter Ausschluss ultravioletter Strahlung statt
Bild: Panasonic

Sämtliche LCD-Fernseher mit IPS-Alpha-Panel stammen aus Panasonics eigener Fertigung, sogar Teile der LED-Beleuchtung sowie alle Schaltkreise und Gehäuse werden in Eigenregie entwickelt. Mittlerweile ist die seit 1991 erprobte Technologie in der vierten Generation, was eine höhere Lichtausbeute und geringere Energieaufnahme garantiert; die namensgleiche Technik des Konkurrenten LG steckt derweil noch in der dritten Ausbaustufe.
 
Um die Fernseher weltweit kostengünstig anbieten zu können, stammen lediglich die Muttergläser und LCD-Panels aus der japanischen Fabrik – die Fertigung der Schaltkreise und Zubehörteile sowie der Zusammenbau finden im Falle von Europa in der Tschechischen Republik statt. Als Muttergläser bezeichnet man hauchdünne Glasplatten von nur wenigen Millimetern Dicke, in denen entweder die Flüssigkristalle oder die Plasmazellen eingefügt werden. Der neunstündige Fertigungsprozess findet bei unwirtlichen Temperaturen von 400 Grad Celsius statt.

Pro Fernseher sind immer zwei Muttergläser vonnöten, um das bilderzeugende Material abzukapseln. Panasonics Fabriken erlauben es, Muttergläser in immensen Dimensionen am Stück zu produzieren, je nach Bedarf werden die Produktionsprozesse auf die unterschiedlichen Bildgrößen abgestimmt. So können aus einem Mutterglas bis zu 18 Gläser für 32-Zoll-LCDs oder acht Gläser für 65-Zoll-Plasmafernseher gewonnen werden. Die Produktionseffizienz steht dabei an erster Stelle, denn nur, wenn aus dem produzierten Mutterglas die passenden Bilddiagonalen mit wenig Verlust gewonnen werden, ist eine kosteneffiziente Fertigung sichergestellt – Vergleiche mit dem Ausstechen von Weihnachtsplätzchen sind da durchaus naheliegend.
 
Noch beeindruckender als die LCD-Herstellung in Himeji ist Panasonics Plasmafertigung in Amagasaki. Gleich drei Fabriken mit einem Gesamtproduktionsvolumen von über eineinhalb Millionen Plasmapanels pro Monat stehen hier in enger Nachbarschaft. In der größten Fabrik der Generation 10,5 können 16 Muttergläser für 42-Zoll-Displays in einem Produktionsschritt gewonnen werden, was in Anbetracht der stetig steigenden Bilddiagonalen bei Flachbildfernsehern eine Investition in die Zukunft darstellt.
Panasonics Plasmafertigung in Amagasaki läuft in drei riesigen Fabriken ab
Bild: Panasonic

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Freitag, 29.07.2011
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