Hintergrund • Bunt oder natürlich: Farbraumerweiterung in der Praxis

Farbräume im Vergleich

 erstellt am 07.07.2015 von Christian Trozinski
Röhre, Plasma, LCD, OLED: Zwischen diesen technologischen Entwicklungen im TV-Bereich liegen Jahrzehnte, doch die Farbdarstellung beruht immer noch auf vergleichbaren Standards. Selbst Ultra-HD-Videos werden im veralteten Farbformat gesendet. Dabei können moderne Fernseher deutlich mehr leisten, als das, was aktuelle Videosignale liefern. Wir haben die Farbraumerweiterungen der unterschiedlichen TV-Hersteller für Sie in der Praxis getestet.
 
 

Spricht man über die Farbwiedergabe bei Flachbildfernsehern, trifft man in der Praxis häufig auf zwei Extreme. Vielen Konsumenten ist eine natürliche Farbdarstellung nicht wichtig, stattdessen wird das bunteste, kontrastreichste Bild bevorzugt. Auf der anderen Seite stehen die sogenannten Bildprofis, die ihren Fernseher exakt auf den Farbraum abstimmen, den die Videoquelle liefert, auch wenn diese in technologischer Hinsicht veraltet ist.
 
Ganz egal, ob Sie sich für das poppig bunte Bild oder die unverfälschte Wiedergabe entscheiden, das Original sehen Sie in keinem Fall, denn die ursprünglichen Farbinformationen sind im Zuge der Datenspeicherung und Komprimierung verloren gegangen. Was bleibt, ist eine verlustbehaftete Kopie des Originals und die Frage, wie Sie in der Praxis damit umgehen wollen. Eine professionelle Bildabstimmung eines Fernsehers basiert auf den zugrundeliegenden Quellen.
 
Für den Heimbereich definiert der Rec709-Standard den Farbraum, ganz egal ob Sie Fotos, Videos oder Videospiele darstellen. Da der Rec709-Standard viele Gemeinsamkeiten mit dem sRGB-Farbraum aufweist, gelingt die Darstellung auf Fernsehern und Computermonitoren vergleichsweise einheitlich, was zugleich den Charme einer Standardisierung ausmacht: Ganz gleich, welches Wiedergabegerät genutzt wird, im Idealfall sollen alle Zuschauer ein vergleichbares Bild sehen.
 
Dies ist insbesondere in der Spielfilmproduktion wichtig, wenn Teams rund um den Globus an einer Filmszene arbeiten und die Farben genaustens abgestimmt werden müssen. Allerdings deckt der Rec709-Standard nur einen Teil der möglichen Farben ab, die in der Natur vorkommen (wenn auch den größten Teil) und insbesondere künstlich erzeugte Farben liegen oftmals außerhalb der Darstellungsreichweite.
 
Erschwerend kommt hinzu, dass kein Kinofilm im Rec709-Standard erstellt wird, denn dort gilt der DCI-P3-Standard als Maßstab, der insbesondere im Rot-, Zyan-, Gelb- und Grünbereich deutlich sattere Farben ermöglicht. Damit ein Kinofilm optisch im Wohnzimmer überhaupt zur Geltung kommt, wird in einem aufwändigen Produktionsverfahren das DCI-P3-Original auf Rec709 heruntergerechnet, damit die Darstellung zuhause nicht zu blass erscheint.
 
Da Fernseher jahrzehntelang nicht annähernd den Kinofarbraumstandard abdecken konnten, war diese Anpassung ein guter Kompromiss. Doch die Möglichkeiten haben sich geändert: Aktuelle TVs können weitaus mehr Farben darstellen, als es Rec709 vorgibt. Der Lösungsansatz der TV-Hersteller: Farbräume lassen sich auf Wunsch in Echtzeit umrechnen.

Farbraumerweiterung: Gut oder schlecht?

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Sämtliche Videodaten sind aktuell im Rec709-Standard gespeichert. Mit genormten Testbildern (Beispielbild erhältlich unter www.burosch.de) können Sie überprüfen, ob die Farbdarstellung Ihres Fernsehers natürlich abgestimmt ist
Bild: © Burosch
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Moderne Fernseher bieten die Möglichkeit, den Farbraum zu erweitern. Eine gute Konvertierung erkennen Sie daran, dass stark gesättigte Farben satter und brillanter erscheinen, während Hauttöne und Abstufungen nahezu unverändert bleiben
Bild: © Burosch
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Eine Farbraumkonvertierung lohnt sich nicht, wenn das Bild poppig bunt erscheint, Details verloren gehen und Hauttöne unnatürlich wirken. Dies ist z.B. der Fall, wenn Sie lediglich vom Film- in den Dynamikmodus wechseln
Bild: © Burosch

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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