
- Hintergrund CEC ebnet Weg für herstellerübergreifende Gerätekontrolle
- Nur einen Tastendruck entfernt
erstellt am 10.09.2009 von Tim Luft

Fluch und Segen - modernes Entertainement
Bild: Panasonic
Mit der Implementierung von "Consumer Electronic Control" (CEC) in die HDMI-Spezifikation wurde vor einiger Zeit der Weg für die herstellerübergreifende Gerätekontrolle geebnet. So könnten zukünftig alle per HDMI verbundenen Geräte Steuersignale über das Kabel austauschen – gelenkt von einer einzigen Fernbedienung.
Das ist auch bitter nötig, denn immer mehr heimelektronische Geräte brachten uns in den letzten Jahren außer ungeahnten Möglichkeiten eine ungeahnte Menge an Fernbedienungen ins Wohnzimmer. Diese liegen bekanntermaßen jeweils in verschiedenen Ecken des Zimmers und haben gemeinsam an die 100 Tasten.
Turmbau zu Babel
Die Idee, Steuersignale über das Kabel auszutauschen, ist keinesfalls neu. Bereits in den 1990er Jahren wurde von Philips das sogenannte "AV-Link", ein Protokoll zum Austausch von Steuersignalen, in die Scartschnittstelle implementiert.
Im einfachsten Fall konnte so die Wiedergabe eines Videofilms allein mittels TV-Fernbedienung gestartet werden, wobei der Fernseher den Startbefehl per Scartkabel an den Videorekorder weiterleitete. Auf dieses einfache, aber effektive System bauen die neuen HDMI-CEC-Funktionen auf. Nur sind die Möglichkeiten für den Verbund von Heimelektronik dieser Tage sehr viel komplexer als in Zeiten von VHS und Scart.
Dieser Umstand erhöht einerseits die Notwendigkeit für intelligente Gerätesteuerungen, macht andererseits aber die Entwicklung einer einheitlichen Sprache sowie deren Implementierung schwieriger. Denn die Basis eines solchen Standards ist die unbedingte Verständigung aller Geräte, auch über Herstellergrenzen hinweg. Doch welcher Hersteller weiß schon gern seinen Blu-ray-Player mit einer fremden Fernbedienung angetrieben?
So ist das CEC-Repertoire seit HDMI 1.2 zwar beständig erweitert worden, doch tun sich die meisten Hersteller noch immer schwer, ihren Geräten mehr als ein paar gemeinsame "Grundbegriffe" des CEC-Protokolls beizubringen. Stattdessen mündet der eigentlich industrieweite Standard bei den einzelnen Herstellern in proprietäre Lösungen, bei denen zwar die Verständigung zwischen eigenen Geräten klappt, darüber hinaus aber nichts garantiert werden kann.
Alle für einen
Panasonic zum Beispiel liefert unter der Bezeichnung "Viera Link" eine der ausgereifteren, CEC-basierten Lösungen, die zumindest im Zusammenspiel mit anderen Panasonic-Komponenten zeigt, was mit CEC möglich ist. Über die Fernbedienung des Fernsehers können mittels "Viera Link" Camcorder, Heimkinosysteme oder Blu-ray-Player gleichermaßen gestartet und bedient werden – wenn sie denn per HDMI verkabelt sind. Für diese Geräte stehen zusätzliche Bildschirmmenüs bereit, die Zugriff auf Einstellungen und erweiterte Funktionen bieten.
Auch andere große Hersteller bieten immer mehr Produkte mit CEC-Unterstützung an. Mit einem Druck auf die Abspieltaste des Sony-Blu-ray-Players zum Beispiel erwachen Fernseher und AV-Receiver nicht nur zum Le-ben, sondern schalten zusätzlich automatisch auf die richtige Signalquelle (One-Touch-Play). Das Beispiel zeigt, dass es in einem funktionierenden CEC-Verbund prinzipiell gleichgültig ist, welche Taste man an welchem Gerät drückt.
Doch trotz der langen Liste der standardisierten CEC-Funktionen zeigen herstellerspezifische Bezeichnungen wie "Viera Link" (Panasonic), "Anynet+" (Samsung), "Simplink" (LG), "Kuro Link" (Pioneer) oder "Regza Link" (Toshiba) implizit, dass die Unternehmen abseits ihrer proprietären Lösungen eine volle CEC-Funktionalität eben nicht garantieren können – oder wollen.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.

























