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  • Hintergrund • CI-Plus-Module am Horizont

  • Die nächste Generation

 erstellt am 21.06.2010 von Ricardo Petzold

Seit vielen Wochen und Monaten wird von der neuen Common-Interface- Modul-Generation gesprochen. Endlich hatte die DF-Redaktion nun zwei Module in der Hand und kann über die Erfahrungen damit berichten.


Nach unzähligen Wochen des Wartens nähert sich die Markteinführung der offiziellen CI-Plus-Module. In der Redaktion konnten wir nun einen ersten Blick auf die neue Generation der CI-Module werfen. Bereits in den nächsten Wochen soll zumindest bei HD Plus der Verkauf der Module starten. Wir prüfen die ersten Muster für Sie.

CI Plus über Satellit


Vorreiter wird erneut der Übertragungsweg Satellit sein. Von HD Plus werden CI-Plus-Module mit HD-Plus-Smartcard zu einem Preis von rund 100 Euro schon in den kommenden Wochen angeboten werden. Ein Vorabmodul wurde intensiv im Testlabor unter die Lupe genommen. Dabei fielen zuerst die längeren Initialisierungszeiten gegenüber herkömmlichen Modulen auf. Die Prüfung, ob ein Gerät CI-Plus-tauglich ist, dauert mit knapp einer Minute erheblich länger als bei CI-Modulen. Ist der Vorgang allerdings abgeschlossen, arbeiten die Module wie auch ihre Vorgänger sehr zuverlässig.
 
Die HDPlus- Programme konnten mit der entsprechenden Smartcard anstandslos gesehen werden. Leider nicht möglich war hingegen die Aufzeichnung dieser Programme. Obwohl der zum Test genutzte Samsung-LCD-Fernseher Aufnahmen unterstützt, blockiert das Modul diese Zusatzfunktion. Als Begründung gibt es eine Fehlermeldung, die ein Aufzeichnungsverbot aus kopierschutzrechtlichen Gründen angibt. Möglich ist hingegen die Nutzung von Time-Shift. So kann das Liveprogramm auch bei HD-Plus-Inhalten angehalten werden. Im Gegensatz zu von HD Plus lizenzierten Receivern ist hierbei sogar die Vorspulfunktion während der Werbung nutzbar. Clevere Zuschauer können somit ihren Fernsehabend auch weiterhin später beginnen und Werbung vorspulen.

CI Plus im Kabel

Äußerlich unterscheiden sich CI-Plus-Module nicht von herkömmlichen CI-Modulen. Der Unterschied schlummert in den sogenannten Flags, über die der Programmanbieter etwa Aufnahmen verbieten oder Geräte deaktivieren kann. Im Bild sehen Sie die Versionen von Astras HD-Plus-Plattform und Kabel Deutschland
Bild: CI Plus LLP

Ebenfalls auf CI Plus setzt der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland. Schon im nächsten Monat sollen CIPlus- Module von Kabel Deutschland erhältlich sein, die in Zusammenhang mit einer KDG-Smartcard auch in handelsüblichen Fernsehern den digitalen Empfang freischalten. Bisher ist dies nicht offiziell möglich. Viele Kunden werden sich im Moment vor den Kopf gestoßen fühlen, da zertifizierte HD-Kabelreceiver Mangelware sind. Allerdings steht auch hier Abhilfe bereit.
 
DF hatte kurz vor Redaktionsschluss die Möglichkeit, ein Kabel-CI-Plus-Modul zu testen. Auch dieses funktioniert bereits mit den gängigen TV-Geräten mit CI-Plus-Unterstützung problemlos. Im Gegensatz zu den eigenen Boxen, kommt beim CI-Modul NDS als Codierverfahren zum Einsatz. Dazu werden auch spezielle Smartcards mit der Bezeichnung G09 benötigt, die zumindest bei den Testkunden dem Lieferumfang beiliegen.

Restriktionen


Ein CI-Plus-Modul sieht im Endeffekt genauso aus, wie jedes andere CI-Modul auch. Doch der Unterschied steckt unter der Metallhaube. Schon bei Sendern der HD-Plus-Familie waren Festplattenaufnahmen eines persönlichen Videorekorders zwar möglich, jedoch wurde das schnelle Vorspulen verhindert. Die Videodaten landen zudem geschützt auf der Festplatte. Aufnahmen von den normalauflösenden Sendern sind jedoch weiterhin möglich.
 
Ein erster Test mit einem Samsung-Fernseher mit CI-Plus-Siegel und PVR-Funktion in Verbindung mit einem CI-Plus-Modul für HD Plus und HD-Plus-Smartcard zeigten ein noch deutlicheres Bild. Unser Versuch, eine Aufnahme im Nachmittagsprogramm von Vox HD zu starten, wurde uns mit einem Hinweis zum Copyright untersagt. Somit hinterlässt das Thema "CI Plus" auch bei uns einen gemischten Eindruck. Ob der Inhalteschutz auf bestimmte Sendungen beschränkt werden kann, ist im Moment noch unklar. Wir vermuten nichts Gutes.

Tipp: Alte Receiver scheiden aus


AUS Doch warum können alte Geräte nicht nachträglich CI-Plus-tauglich gemacht werden? Weil die Set-Top-Boxen ein Sicherheitsrisiko sind. Ein Produkt ist nur dann für den Anbieter interessant, wenn es profitabel ist. Bezahlfernsehen rechnet sich nur, wenn sich Abonnenten finden, also Zuschauer, die bereit sind, für eine Leistung, Geld auszugeben.
 
Kann die Verschlüsselung umgangen werden, erreicht man irgendwann einen Punkt, an dem sich das Produkt nicht mehr rechnet, gar Verluste erzeugt. Damit dieser Punkt möglichst nie erreicht wird, tun sich die Fernsehanbieter sehr schwer, neue Sicherheitsstandards für die Verschlüsselung ihrer Inhalte zu akzeptieren.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Montag, 21.06.2010
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