Workshop • DAB am PC nutzen

Digitalradio auf dem Computer

 erstellt am 20.10.2015 von Thomas Riegler
USB-Sticks für den Empfang von DAB Plus am PC werden inzwischen von mehreren Herstellern angeboten. Zum Teil beherrschen diese zusätzlich auch DVB-T und UKW. Teilweise können solche Sticks für einen einstelligen Euro-Betrag erworben werden.
 
 

Der einzige Nachteil dieser Sticks: Ihnen wird nur eine simple Software mitgeliefert. Für normales Radiohören oder Fernsehen reichen sie allemal. Doch mit Spezialsoftwares können solche Sticks noch viel mehr. Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist der DAB Player, der sich auf Digitalradio-Empfang konzentriert.

Voraussetzungen


Ob alternative Software für den vorhandenen USB-Stick verwendet werden kann, hängt vom in ihm verbauten Chipsatz ab. Verfügen die kleinen Gerätchen über einen RTL2832-Chip, sind sie universell einsetzbar und erlauben auch einen erweiterten Funktionsumfang. Ihn wissen vor allem auf private Initiativen entwickelte Softwares zu nutzen. Sie haben nicht die möglichst simple Handhabung der Bedienungsoberfläche im Fokus. Sie zielen darauf ab, das Letzte aus dem Stick zu holen.
 
Unter diesem Aspekt wurde auch der DAB Player von Andreas Gsinn entwickelt. Er stellt seine Software und alle erforderlichen Treiber unentgeltlich unter http://ukwtv.de/cms/downloads-aside/281-dab-player-von-andreas-gsinn.html zum Download bereit. Der Entwickler bietet sogar einen Support an. Sein Programm läuft unter Windows 7, Windows 8 und Windows 8.1.

 
Die einzige Herausforderung bei der Installation der Software ist die Wahl des richtigen Treibers. Unsere Praxis hat gezeigt, dass nicht der der passende ist, den man als richtig erachtet. In solchen Fällen hilft es, einfach der Reihe nach verschiedene Treiber auszuprobieren. Wir kamen etwa zum Ziel, nachdem wir hintereinander die Treiber 1 und 3 der Downloadseite installiert hatten. Sie eignen sich für Noxon-DAB-Sticks.

Erstinbetriebnahme


Um dem DAB Player Leben einzuhauchen ist nach der Installation ein Sendersuchlauf zu starten. Wozu auf den Suchlauf-Button in der oberen Menüleiste zu drücken ist. Darauf öffnet sich ein kleines Fenster. In ihm ist festzulegen, ob das VHF-Band 3 oder das L-Band gescannt werden soll. Weiter lässt sich der Suchbereich eingrenzen oder auf einen einzelnen Kanal fixieren.
 
Ein weiteres Untermenü dient zum Ausrichten der Antenne. Dazu ist zunächst der zu empfangende Kanal einzustellen und auf Start zu klicken. In einem weiteren Fenster wird nun der momentane SNR-Wert als Zahlenwert und als Kurve angezeigt. Weiter werden die Mindest- und Maximalsignalstärke angegeben. So erkennt man sehr schnell, was das Verändern der Antennenausrichtung gebracht hat.
 
Danach ist es am bequemsten, das gesamte VHF-Band zu scannen. Alle gefundenen Sender werden nach Multiplexen geordnet in die Kanalliste übernommen.

Menüoberfläche


Die Menüoberfläche des DAB Players ist viergeteilt. In der linken Spalte werden alle empfangbaren Programme nach Multiplexen geordnet gelistet. Das rechte obere Feld zeigt den Namen des gerade wiedergegebenen Senders und alle relevanten Übertragungsparameter wie Sendefrequenz, Name des Multiplexes, Programmsparte, Übertragungsart, Fehlerschutz und die genutzte Bitrate.
 
Klickt man auf die einzelnen Bereiche, werden zusätzliche Infos eingeblendet. So erfährt man etwa, dass die von einem Programm genutzte Datenrate meist nur an die 90  Prozent für Audio genutzt wird. Etwa 10  Prozent gehen für die Übertragung von Datendiensten wie die Slideshow verloren.

 
Die Felder darunter sind für den Dynamic Label, kurz, den Radiotext, reserviert. Jeder Zeile ist die sekundengenaue Uhrzeit ihrer Übertragung vorangestellt. Sämtliche Zeilen werden zudem in einem Speicher abgelegt, womit man auch zurücksrollen und ältere Textzeilen nachlesen kann. Per Kopierfunktion können die Texte auch in ein Textverarbeitungsprogramm übertragen und gespeichert werden.

Workshop: DAB am PC nutzen

Nach der Installation des DAB Players ist ein Sendersuchlauf zu starten. Neben des gewohnten automatischen Scans wird auch eine manuelle Suche geboten
Bild: © Auerbach Verlag/Thomas Riegler

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Dienstag, 20.10.2015