DAZN "schmerzt" Premier-League-Verlust - Retourkutschte geplant

07.10.2018, 16:05 Uhr, bey

Der Sport-Streaminganbieter DAZN zeigt sich verständlicherweise enttäuscht über den Verlust der Premier League an Sky von 2019 an - schon bald könnte die Revanche in puncto Bundesliga folgen.


Via Twitter hat DAZN zugegeben, dass man gerne die Übertragungsrechte an der Premier League weiter gehalten hätte, sich aber mit der englischen Liga "nicht auf eine wirtschaftlich darstellbare Variante verständigen" konnte. Der Verlust "schmerzt" den Streaminganbieter, wie er selber sagt. Tatsächlich stellt der Deal zwischen der Premier League und Sky (DIGITAL FERNSEHEN berichtete) die erste Delle in einer Reihe von Erfolgen bei der Akquise von Live-Sport-Lizenzen bei DAZN dar.


Mit internationalen Top-Ligen - vor allem im Fußball, aber auch in anderen Sportarten - und zuletzt Europa-, Champions- sowie weitrechenden Nations-League-, WM- und EM-Quali-Übertragungsrechten (DF-Artikel aus dem August) ging es seit dem Start des Sport-Streaminganbieters imgrunde durchweg nur bergauf.

Schon Mitte September hat DAZN jedoch das angekündigt, was sich schlussendlich zur Retourkutsche gegen Sky entwickeln könnte (DF-Artikel vom 17.9.2018). Denn auch die Bundesliga-Übertragungsrechte werden in absehbarer Zeit wieder neu ausgeschrieben. Der aktuelle Vertrag zwischen der DFL, Sky und Eurosport ist zwar erst im kommenden Sommer bei der Hälfte seiner Laufzeit angekommen. Die Verhandlungen über die nächste Rechteperiode werden jedoch spätestens dann anlaufen, wollen Liga und Vereine doch möglichst viel Planungssicherheit, sprich im Idealfall spätesten Ende der Saison 2019/2020 einen spruchreifen neuen Deal. Auch der letzte Vertrag wurde im Juni 2016, ein Jahr vor Beginn seiner Gültigkeit, verkündet.

Dabei sicherte sich die Perform-Group, die hinter DAZN steht, damals die Rechte an den Online-Zusammenfassungen der Bundesliga und setzte so schon einmal den Fuß in die Tür. Beim nächsten Mal strebt man nach mehr, wie der Urheber des oben erwähnten Tweets, DAZN Deutschland-Chef Thomas de Buhr, schon vergangenen Monat unumwunden gegenüber der Deutsche Presse-Agentur zugab: "Wir sind bereit für die großen Rechte." Auch eine WM oder EM wäre denkbar, wie de Buhr in dem Interview zu Protokoll gab.

Nun gilt es für DAZN vorerst nicht noch weitere attraktive Live-Rechte einzubüßen, sich vom Verlust der Premier League zu erholen und Ausschau nach neuen Betätigungsfeldern zu halten, um dann gegebenenfalls an anderer Stelle wieder gegen die Konkurrenz zurückzuschlagen. Der letzte notierte Punkttreffer im Gerangel um den lukrativen Live-Fußball ging jedoch an Sky.

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