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  • Das Erste zeigt mehr Information - aber zur schlechten Sendezeit

07.02.2012, 15:20 Uhr, su

Das Erste will sein Informationsprofil weiter schärfen. Nach dem Erfolg mit der Reihe "Markencheck" setzt die ARD weiter auf Dokumentationen und schafft in seinem Programm Platz für Themenschwerpunkte und Portraits - leider immer zu nicht ganz prominenten Sendezeiten.


Wie die ARD am Dienstag bekannt gab, thematisiert der Sender am 27. Februar zum Beispiel die Präsidentschaftswahl in Russland - aber erst ab 22.45 Uhr. Dann zeigt die ARD "Ich, Putin - ein Portrait" von Hubert Seipel,  und im Anschluss den Film "Götterdämmerung im Kreml? Opposition gegen Putin" von Ina Ruck und Georg Restle.
 
Zudem soll die Reihe "Legenden" weiter geführt werden. Den Auftakt der mittlerweile 13. Staffel bildet am 5. März um 20.15 Uhr ein Film des NDR über Joachim Fuchsberger. Weitere "Legenden" sind Inge Meysel (am 6. April), Caterina Valente (am 18. April) und Pierre Brice (am 29. April). "Deutsche Kulturgeschichte jenseits der sattsam bekannten offiziellen Archivmaterialien" beleuchtet der öffentlich-rechtliche Sender mit der dreiteiligen Dokumentationsreihe "Deutschland filmt", die nach ARD-Angaben am 18. März starten soll.
 
Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatten die Intendanten und der Programmdirektor des Ersten beschlossen, die Information weiter zu stärken (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). "Zu den ersten Maßnahmen, die mit Beginn des Jahres 2012 umgesetzt wurden, gehört die Etablierung von zwei neuen Sendeplätzen", so der Sender.
 
So zeigt die ARD am Montag um 22.45 Uhr das Gemeinschaftsprogramm "Die Story im Ersten", in der aktuelle, 45-minütige Dokumentationen und Reportagen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen aufgegriffen werden. Am kommenden Montag (13. Februar) ist zum Beispiel "Facebook" das Thema. Im Anschluss daran um 23.30 Uhr laufen historische Dokumentationen unter dem Titel "Geschichte im Ersten", bei denen unter anderem "Der Geheimdiplomat Egon Bahr" (12. März) im Mittelpunkt steht.

Dass Dokumentationen auch in der Primetime gut ankommen, zeigten die "Marken-Checks" und die sich thematisch anschließende Diskussion bei "hart aber fair". Beide Formate stießen beim Gesamtpublikum und den jüngeren Zuschauern, auf große Resonanz (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).
 
Doch nicht nur Programmneuerungen hatte Das Erste am Dienstag zu vermelden auch im Stab ändert sich künftig etwas. So wird in Zukunft Nachtmagazin-Moderator Ingo Zamperoni bei den "Tagesthemen" einspringen, wenn Caren Miosga und Tom Buhrow gleichzeitig verhindert sind. Er übernimmt diese Aufgabe von Susanne Holst, die seit 2001 die "Tagesschau"-Ausgaben um 12.00, 15.00 und 17.00 Uhr im Ersten präsentiert. "Susanne Holst habe aus familiären Gründen darum gebeten, von ihrer Zusatzaufgabe bei den "Tagesthemen" entbunden zu werden", hieß es aus der ARD.
 
Ingo Zamperoni ist seit 2007 eines der beiden Gesichter des Nachtmagazins. Der 37-Jährige arbeitete seit 2002 als Reporter und Autor für die ARD-Zulieferredaktion des NDR in Hamburg und war Moderator der Sendungen "NDR aktuell", "Weltbilder" und "Niedersachsen 19.30". Zudem vertrat er mehrfach Korrespondenten in den ARD-Studios Washington und London.
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manu1503bw
manu1503bw · Junior Member · DF-Forum
typisch rentnersender
 
rs-lennep
rs-lennep · Silber Member · DF-Forum
Man könnte so etwas auch als Mißmanagement bezeichnen. Als zuschauerfeindlich, als am Zuschauer vorbei geplant oder anders negativ formuliert. Da verwundert es nicht, dass das Angebot angesichts Abermilliarden Euro garantierter jährlicher Einnahmen nicht wesentlich besser ist. Ähnlich urteilte die Onlineausgabe der Süddeutschen bereits am 15. Oktober im letzten Jahr (Artikel: "Woher der öffentlich-rechtliche Kitsch kommt").
 
Radioman2000
Radioman2000 · Talk-König · DF-Forum
Das ist Geschmackssache. Ich persönlich finde zu jeder Tageszeit etwas auf unseren Öffis. Gerade in Sachen Information sind sie wirklich gut. Das muß man ihnen lassen.
 
Heiko69
Heiko69 · Senior Member · DF-Forum
nicht nur in der ARD. auch bei den spartensender der ÖR laufen sehenswerte sendungen meist ab 23 uhr. viele menschen in deutschland schalten oder haben bereits den fernseher ausgeschaltet.

abhilfe schafft da nur ein recorder - mit der konsequenz, dass die quote sinkt, da ja aufgenommenes konsumiert wird.
 
rs-lennep
rs-lennep · Silber Member · DF-Forum
Da widerspreche ich Dir, Radioman2000! Nicht die Masse an Informationen macht diese wertvoll, sondern ihre Aufbereitung und ihre Vermittlung an die Zuschauer. Was nützt es in einer 13-minütigen Tagesschau dutzende Meldungen hineinzupacken, ergänzt durch einige 30, 45 oder 60 Sekunden dauernde Filmchen? Wie viele Informationen erhälst Du dadurch? Wie viele Meldungen kannst Du anschließend behalten? Mir ist es lieber, wenn eine aktuelle Meldung auch mal mit mehrminütigem Hintergrundinformationen ergänzt würde. Das ist aber innerhalb einer 15-minütigen Hauptnachrichtensendung nicht möglich. Bei Hintergrundinformationen haben ARD und ZDF noch erheblichen Nachholbedarf. Wozu brauchen sie ein derart engmaschiges weltumspannendes Korrespondentennetz, wenn es kaum genutzt wird? Das Morgenmagazin, das ich vor Jahren auch gerne gesehen habe, ist zu einem dümmlichen Sammelsurium von Banalitäten verkommen. Gleiches gilt für das Mittagsmagazin. Unattraktiv!

Und was nützt es mir, wenn sehenswerte Sendungen (Betonung auf SEHENSWERTE) zu Zeiten ausgestrahlt werden, zu denen die meisten bereits im Bett liegen um sich auf den nächsten Arbeitstag vorzubereiten?
Da nützt mir ein Recorder recht wenig. Warum werden solch' SEHENSWERTE Sendungen nicht zur Prime-time ausgestrahlt? Aus Rücksichtnahme für senile Greise, die auf ihre tägliche Dosis Einschlafhilfe nicht verzichten wollen?
Dann sollten sich ARD und ZDF mal fragen, wieso sehr viele ihre Programme nicht (mehr) sehen wollen. Die BBC bietet, wie es in einem anderen Thread gesagt wurde, ein breit gefächertes Angebot für alle Altersgruppen. Ein ähnliches Modell wäre auch in D umsetzbar - ohne dass zugleich die Gebühren erhöht werden müssen. Die BBC bietet ihr umfangreiches Angebot mit einem wesentlich kleineren Budget bei einem Bruchteil des Personals, das die ARD-Sender haben!
Und wer wie ich nicht nur Astra auf 19,2°, sondern bspw. die Briten auf 28.2° oder andere Sat-Positionen empfangen kann, wird mir zustimmen, dass es anderswo ein teilweise wesentlich besseres (Sat-)Angebot gibt. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten!
Da kann ich eher auf ARD und ZDF (und auf die "Privaten" sowieso) verzichten!

Da akzeptiere ich auch keinen Hinweis auf ergänzende Infos von 9-20 Uhr auf einem der ARD-Spartensender. Die dortigen Nachrichten sind nicht ausführlicher als im Hauptprogramm "Das Erste".

Wieso gibt es bei ARD und ZDF keinen eigenen Nachrichtenkanal? In meinen Augen hat die Informationsweitergabe in D keinen sehr hohen Stellenwert. Was machen die gut bezahlten Auslandskorrespondenten das ganze Jahr - tagein, tagaus? Angesichts der Vielzahl der ARD- und ZDF-Sender werte ich jede abwehrende Antwort als Ausrede! An Geldmangel liegt es definitiv nicht! Auch nicht an fehlenden Sender- oder Transponderkapazitäten! Es fehlt der Wille!

Und u.a. diese Mängel sind es, die viele in die Arme von RTL, Sat.1 und Co. haben laufen lassen. Welche Alternativen hat den die Masse der "Durchschnittszuschauer", die nicht bereit ist, neben der TV-Zwangsabgabe noch Pay-TV-Abogebühren oder Kabelgebühren zu zahlen?
Via Antenne haben ARD und ZDF zwanzig Jahre lang meist erfolgreich den Privatsendern reichweitenstarke Sender vorenthalten, die dadurch Sat-Empfang via Astra so erfolgreich machten. Uund nun in Zeiten von DVB-T sind sie nur noch gewillt, in den Metropolregionen terrestrisch Programme anzubieten, z.T. aber verschlüsselt (Stuttgart, Halle). Andere alternative Sender wie in GB, in F oder in den Staaten konnten sich terrestrisch dank der Blockadehaltung von ARD und ZDF gar nicht etablieren; in D gibt es keine vielfältige terrestrische TV-Kultur! Gäbe es flächendeckend mehrere Sendernetze, nach dem Genfer Wellenplan in Verbindung mit den Nachfolgekonferenzen, können in D sechs flächendeckende Netze aufgebaut werden, sähe das anders aus.
 
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