Das gleiche TV-Programm auf allen Geräten

20.06.2017, 12:49 Uhr, bey

Der Plan klingt nach einer kühnen Vision, könnte aber bald Wirklichkeit werden. Die EU plant eine Anpassung der Rechte-Vergabe für Online- und TV-Inhalte.


Bislang werden nämlich die Rechte für die lineare Verbreitung einer Sendung auf Basis unterschiedlicher Mechanismen mit unterschiedlichen Vertragspartnern verhandelt. Dies kann dazu führen, dass ein Zuschauer den Film zwar über seinen Kabelanschluss am Fernseher schauen kann, aber nicht in seiner Wohnung über W-LAN auf dem Notebook.

Das Ziel der Erneuerung der sogenannten SatCab-Verordnung ist, dass Zuschauer das TV-Programm künftig auf allen Endgeräten ohne Einschränkung schauen können. Gut drei Viertel (77 Prozent) der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren streamen Videos im Internet. 39 Prozent schauen TV-Sendungen live im Netz.


Der Geschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Roleder hierzu: "Die geplante Verordnung geht noch nicht weit genug, aber die Richtung stimmt. Sie reduziert den Verhandlungsaufwand und ermöglicht die Rechteklärung aus einer Hand, gleichzeitig wird für den Zuschauer eine TV-Rundum-Versorgung ermöglicht und schwarze Bildschirme bleiben die Ausnahme."

Über die SatCab-Verordnung berät der Kulturausschuss des Europaparlaments am morgigen Mittwoch. Aktuell stößt die Verordnung wegen eines ganz anderen Themas auf scharfe Kritik unter anderem von Filmproduzenten, die ein Ende des sogenannten Territorialprinzips sehen und dadurch sinkende Einnahmen befürchten.

Bislang können die Produzenten Filmrechte für jedes EU-Mitgliedsland einzeln veräußern, nach dem Verordnungsentwurf besteht die Sorge, dass ein Verwertungsrecht in einem EU-Land automatisch dazu führt, dass der Erwerber den Film auch in allen anderen EU-Staaten zeigen darf.




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