Spezial • Der AV-Receiver Marantz SR6007 im Test

Notwendiger Minimalismus

 erstellt am 16.05.2013 von Torsten Pless
Steigende Seriennummern bedeuten seit jeher wachsenden Funktionsumfang und überbordende Bedienelemente. Nun bricht Marantz mit dem SR6007 den Bann der Funktionsflut und zeigt, dass Aufräumarbeiten auch einem AV-Receiver stehen.
 
 
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Die Marantz Remote App bietet anschaulich Zugriff auf die verschiedenen Dienste und Zonen
Bild: Auerbach Verlag

Marantz verzichtet bei der diesjährigen AVR-Serie auf großartige äußerliche Veränderung und schlägt den Weg des positiven Minimalismus ein. Je nach Anwendungsgebiet ist der SR6007 wahlweise im wohnraumfreundlichen Silber oder Heimkinoschwarz erhältlich. Die klassische Front besteht aus einem Aluminiumkern, der von zwei Plastikteilen ummantelt wird.
 
Unter dem Marantz-Bulls-Eye befindet sich eine übersichtliche Anzahl an Tasten, neu hinzugekommen ist der Front-HDMI-Port für vorübergehende Verbindungen. Die Rückseite bietet fünf weitere HDMI-Eingänge und zwei -Ausgänge, die parallel einen Projektor und Fernseher betreiben können. Für die Preisklasse ist der Erhalt analoger Videoschnittstellen genauso ungewöhnlich wie die vergoldeten Mehrkanalein- und -ausgänge.
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Die Aufräumarbeiten gingen nicht gänzlich am Rotstift vorbei: fünf statt sechs HDMI-Eingänge, die Anzahl der Composite-Anschlüsse wurde gekürzt, genauso wie die Unterstützung für Zone 3
Bild: Marantz
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Das Innenleben des SR6007 ist übersichtlich gestaltet mit vernünftiger Materialqualität. Möchte man die Funktionen noch erweitern, bietet Marantz einen optionalen Bluetooth-Adapter RX 101
Bild: Auerbach Verlag

Die neue Fernbedienung überzeugt mit ihrem aufgeräumten Layout und der logischen Anordnung der auf 40 Stück zusammengekürzten Tasten. Diese sind deutlich größer ausgefallen und die Beschriftung ist logischer aufgebaut, wodurch das allgemeine Handling fühlbar erleichtert wird. Noch komfortabler ist allerdings die Marantz-App, die es mittlerweile sowohl in die iOS- als auch Android-Märkte geschafft hat.
 
Damit lassen sich Quellen direkt ansteuern, Wiedergabefunktionen abrufen und Schnellwahltasten individuell belegen. Mit einer Berührung des Netzwerkbuttons gelangt man in ein entsprechendes Menü, das Internetradio sowie die Netzwerkdienste flickr, Last.fm und Spotify auf den Bildschirm bringt. Netzwerkfestplatten wurden während des Tests sofort erkannt und verlustfreie FLAC- und WAV-Dateien bis 24 Bit bei 192 Kilohertz gestreamt.
 
Neu an Board ist das Gapless Playback, womit sich Konzertaufnahmen und Livemusik unterbrechungsfrei wiedergeben lassen. Audio-, Video- und Fotodateien überträgt man derweil am einfachsten von diversen iTunes-fähigen Geräten via Airplay an den AVR. In der Einmessroutine erwies sich der SR6007 ebenfalls als entschlackt. Beim Verbinden des mitgelieferten Audyssey-Mikrofons startet die Einmessautomatik von selbst und beginnt nach fünf einfachen Fragen bereits mit der Akustikmessung.
 
Je nach gewünschter Konfiguration entscheidet man sich für einen 7.1-Surround-Aufbau oder für klassisches 5.1 mit einer unabhängigen Stereozone. Die Ermittlungsergebnisse waren weitestgehend korrekt und die Abweichungen lagen innerhalb des Toleranzbereiches. Nur die automatisch eingestellte Dynamic-Volume-Schaltung empfehlen wir nach dem Messdurchlauf zu deaktivieren.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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