Deutsche Welle plant türkischen Kanal

02.03.2018, 08:00 Uhr, jk

Der deutsche Auslandssender will sein Sprachangebot ausbauen. Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg hat jetzt Pläne für einen türkischsprachigen TV-Kanal im Kultur- und Medienausschuss des Bundestags vorgestellt.


Wie Limbourg dem Ausschuss offenbarte, will die Deutsche Welle eine weitere Variante des Auslands-Kanals aufbauen. Die bisherige Struktur aus deutschen, englischen, spanischen und arabischen Programmen soll um eine türkische Version ergänzt werden. Einziges Hindernis ist wie so oft das zur Verfügung stehende Budget.


Limbourg stellte klar, dass für die Realisierung der Pläne eine Etaterhöhung nötig wäre. Vertreter der geplanten großen Koalition aus CDU, CSU und SPD signalisierten ihre Bereitschaft zur Unterstützung des Ausbaus des Programms. Im Koalitionsvertrag ist dies bereits festgehalten.

Die Deutsche Welle ist zwar eine Anstalt des öffentlichen Rechts, im Gegensatz zu den Öffentlich-Rechtlichen erhält sie jedoch keine Gelder des Rundfunkbeitrags. Stattdessen finanziert sich die Deutsche Welle hauptsächlich aus Steuergeldern. In den letzten Jahren wurde an dieser Stelle viel gespart, mittlerweile befindet man sich wieder auf dem Etat-Niveau von 1998.

Neben den Absichten für den türkischsprachigen Kanal zog Limbourg auch Bilanz. Seit 2012 bis 2017 sei die Anzahl wöchentlicher Nutzerkontakte um mehr als die Hälfte von 101 auf 157 Millionen gestiegen. Das soll aber nur ein Zwischenschritt für die Deutsche Welle darstellen. In den kommenden Jahren peilt man eine Reichweite von 210 Millionen wöchentlicher Kontakte an.

Die Türkei ist dabei nur eine von mehreren Schwerpunktregionen, die die Deutsche Welle in naher Zukunft verstärkt anvisieren will. Zu ihnen gehören auch Russland und Osteuropa, die arabische Welt, Subsahara-Afrika, Afghanistan, Pakistan und der Iran.

Die ambitionierten Ziele wurden zwar dahingehend relativiert, dass Reichweite für den Informations-Sender nicht alles sein dürfe, ohne die entsprechende Verbreitung es jedoch auch schwerer würde, Wirkung zu erzielen.

Das Fernsehprogramm zählt aktuell 85 Millionen Zuschauer, Radio- und Online-Angebot jeweils 36 Millionen Nutzer. Die Hörerzahlen des Radios sind zwar rückläufig, dafür wächst hingegen das Publikum des TV-Programms.

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