
- Spezial Dr. Test: Kaufberatung muss keine Glückssache sein
- Beraten oder Geraten?
erstellt am 08.11.2010
Sie wollen einen Fernseher kaufen, kommen aber mit einem Kühlschrank wieder aus dem Geschäft. Das liegt nicht nur daran, dass in den großen Elektronikmärkten jedweder schnöder Tand angeboten wird. Sie wurden falsch beraten. Dr. Test sagt Ihnen, wie Sie den verwirrenden Ausführungen der Verkäufer entkommen.
Wer heute noch mit der technischen Entwicklung in der Unterhaltungselektronik Schritt halten will, ist entweder Leser auf diesem Portal oder selbst Verkäufer einer der großen Elektronikketten. Alle anderen sind den Mitarbeitern in roten oder orangefarbenen Westen schutzlos ausgeliefert. Verkäufer haben sich eine spezielle Sprache angeeignet, die nur dem Zweck dient, den Kunden in allergrößte Verwirrung zu stürzen, um ihn letztendlich dazu zu bringen, die Restbestände des Lagers aufzukaufen. Insbesondere bemühen Verkäufer blumige Fachausdrücke, die absolut "in" klingen. Ein Mega-Power-Black-Label-Kabel mit Duo-Plugin ist nichts anderes als ein gewöhnliches Netzkabel für die Steckdose. Ebenso verbirgt sich hinter dem Double-Choice-Power-Button nichts weiter als der An/Aus-Schalter. Die höchste Form dieses Verkäuferkauderwelsch ist die ausschließliche Benutzung von Abkürzungen. Bisweilen bekommt man den Eindruck, nur einen Haufen Buchstaben und Zahlen zu erwerben, was eigentlich ein Fernseher oder Projektor sein sollte.
Hüten Sie sich speziell vor UR2BL-INT. Englisch ausgesprochen heißt das: You are too blind – Du bist zu blind. Deutlicher kann ein Verkäufer nicht mehr sein. Besonders tückisch sind Verbindungen von Abkürzungen und Ausdrücken. Ein WLAN-Crossover-Patch-Kabel gibt es nicht! Was immer auch in diesem Fall "Crossover" und "Patch" bedeuten soll, für die kabellose Übertragung von Daten mittels WLAN ist eben kein Kabel nötig. Selbst ist der Mann Oder die Frau. Ganz gleich wer, es geht auch ohne Verkäufer. Mit ein paar Hilfsmitteln finden Sie ganz schnell heraus, welches der feilgebotenen Geräte am besten zu Ihnen passt.
Um den richtigen Fernseher zu finden, benötigen Sie z. B. nur ein Blatt Papier, eine Socke und eine Trompete. Stellen Sie sich zuerst auf die Seite des Fernsehgerätes. Nun strecken sie die Socke von links nach rechts und schauen, wie tief der Fernseher ist. Reicht die Socke über das Ende, handelt es sich um einen Flachbildschirm. Reicht das Ende des TV-Geräts darüber hinaus und kommt eher an die Länge der Trompete heran, ist es ein Röhrengerät. Als Gegenbeweis halten Sie das Blechinstrument an den Fernseher. Beim Flachbild-TV müssen Sie aufpassen. Ist dieser dünner als das Blatt Papier, kann nicht viel Technik in ihm stecken. Dann besser Finger weg! Schneller geht’s natürlich mit einer Braunschen Röhre. Hält man die von der Seite an die TV-Ware, wird sofort klar, wo die Röhre eingebaut ist und wo nicht. Aber wer hat schon eine TV-Röhre zur Hand?
Vorsicht bei Festplatten! Wer seine Set-Top-Box oder den DVD-Recorder mit mehr Speicherplatz ausrüsten will, muss sich nicht wundern, wenn er plötzlich einen Teller mit kleinen Häppchen sein Eigen nennt. Achten Sie also darauf, was für Häppchen angeboten werden. Krabben und Lachsschnittchen vertragen sich nicht mit Loewe-Geräten. Da muss es schon rohes Fleisch sein für den König der Savanne. Sushi kommt besonders gut bei Sony, Toshiba oder Hitachi an. Ist doch ganz klar. Wer braucht da noch einen Verkäufer? Gut beraten dank Dr. Test
Weitere Erlebnisse von Dr. Test
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