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  • Spezial • Dr. Test und Stromsparen mit Pfiff

  • Stromsparen mit Pfiff

 erstellt am 26.04.2012

Meine lieben Freunde! Ein experimentelles Wissenschaftslabor braucht Energie - und zwar jede Menge davon! Der Fluxkompensator will gekühlt, die Tütensuppe erwärmt und die Labormaus unterhalten werden. Da passte es mir überhaupt nicht in den Kram, dass die mittlere Ebene der oberen Verwaltung meinem Labor zum Jahreswechsel das Strombudget gekürzt hatte. Und dies kurz vor meinem größten Projekt, bei dem ich energetisch gesehen jede Kleinstadt beim Verbrauch in die Knie gezwungen hätte. Jetzt war Stromsparen angesagt. Meinen Kaffeekonsum fuhr ich um satte 50 Prozent auf täglich acht Tassen herunter, das Licht im Klo wurde während der Ruhezeiten ausgeschaltet und sämtliche Batterien aus den Fernbedienungen entfernt - ja, auch so kann man Ener gie sparen! Nachdem sich Anfang Februar der erhoffte Effekt noch nicht ganz so deutlich eingestellt hatte, musste auch der erste Kleinverbraucher im Labor dran glauben: die Videowand!
 
So deaktivierte mein Assistent Rudi 18 der 20 Plasmafernseher, die mich seit Monaten vorbildlich mit allerlei Fernsehprogrammen versorgt hatten. Jeder 60-Zöller für sich lieferte mir einen wissenschaft lichen Einblick in die bunte Welt des Nachmittagsprogramms bei Pay- und Free-TV. Die beiden verbliebenen Geräte - ich nannte sie liebevoll Lolek und Bolek - konnten zwar nur noch einen Bruchteil des Tagesgeschehens wiedergeben, waren aber für Experimente aufgeschlossen. Kappt man das Kabel und schraubt ein Energiemessgerät an, benehmen sich Fernseher dennoch wie alte Jungfrauen, denen man unter den Rock schaut. Sie mögen es nicht, wenn die Wahrheit ans Licht kommt.
 
Obwohl Lolek und Bolek, beide Modell "Energy Wasters", auch aus der gleichen Serienproduktion der Marke "Hi Voltage" stammten, verbrauchten sie unterschiedlich viel Energie. Rudis Blick in einschlägige Fachliteratur erbrachte dann die Bestätigung: Ein Plasma- TV, der helle Bilder zeigt, verbraucht mehr Strom als einer, der dunkle abspielt. Sofort kappte ich alle Verbindungen zum Wintersport. Skispringen, Biathlon oder Super-G - diese Stromverschwender erster Güte wurden sofort weggeschaltet und auf die (Strom sparende) schwarze Liste gesetzt. Wintersportarten sollten sowieso abgeschafft werden, denn es ist dort viel zu kalt.
 
Als äußerst energieeffizient erwiesen sich Spielfilme im Superbreitbild, also Cinemascope. Je größer die schwarzen Balken oben und unten sind, desto mehr Energie wird gespart. Die 3,5 Stunden "Ben Hur" sind damit billiger als eine Fußballhalbzeit! Noch günstiger wird es, wenn man das Bild ganz ausschaltet und nur noch den Ton laufen lässt. Da bieten sich dann diese neuartigen Erotiksender an. Der Ton reicht aus, das Bild erscheint automatisch im Kopf. Der intuitive Mann samt Assistent hat's drauf. Für Frauen ist eine Energieeinsparung auf diesem Wege leider nicht möglich, denn das Visuelle ist ihnen schon wichtig - vor allem bei den Shopping-Sendern. Die Qualität der Produkte spielt keine Rolle, Hauptsache, es glitzert. Und damit es das tut, müssen Helligkeit und Kontrast ganz weit aufgedreht werden. Letzte Woche kam übrigens die aktuelle Abrechnung aus der Verwaltung. Der Stromverbrauch ist jetzt so gering, dass ich nächsten Monat der Stadt den Saft abdrehen darf.
 
 
Damit verabschiedet sich für heute
 
Ihr energiegeladener Dr. Test

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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