
- Spezial Dr. Test und das Verkäufer-Phantom
- Jagdszenen im Baumarkt
erstellt am 20.09.2010
Wie es im Leben nun mal so ist, muss auch Dr. Test sehen, dass er sich mit externen Aufträgen über Wasser hält. Und die haben es mitunter in sich. So soll Dr. Test diesmal für seinen Hauptauftraggeber in die Baumärkte der Umgebung fahren und hier inkognito Testgeräte einkaufen. Set-Top-Boxen stehen diesmal auf der Einkaufsliste und sollen nach der Beschaffung im Labor auf Herz und Nieren geprüft werden.
Was sich so einfach anhört, lässt Dr. Test schon im Vorhinein die Haare zu Berge stehen. Schließlich steht der Baumarkt- Fachverkäufer gleich hinter dem ruandischen Berg-Gorilla ganz oben auf der Liste der aussterbenden Spezies – jedenfalls bekommt ein Kunde diesen Eindruck, wenn er ein solches Etablissement betritt und unverschämterweise auf Beratung besteht. Also besorgt sich Dr. Test Verstärkung: Sein Assistent Rudi soll ihn begleiten und ihm helfen, das eine oder andere Subjekt der Gattung "venditor vulgaris" dingfest zu machen.
Vor Ort bietet sich das erwartete Bild: In einer Ecke lieblos zusammengestapelt gammeln ein paar Set-Top-Boxen vor sich hin und von kompetenten Verkäufern fehlt jede Spur. Auch die Anmerkungen auf dem mikroskopisch kleinen Preisschild lassen zu wünschen übrig. Was um Himmels willen soll sich hinter so kryptischen Kürzeln wie "IZA", "DD" oder "FPR" verbergen? Hier bleibt nur eins: Eines der Verkäufer-Phantome muss durch einen Trick angelockt werden.
Kurzerhand schwingt sich Rudi hinter die Theke des verwaisten "Info-Centers" und wählt über das Menü des dort liegenden Handys eine der vorinstallierten Nummern. Und siehe da: Tatsächlich klingelt es hinter einem nur wenige Gänge weiter liegenden Hochregal. Erwartungsgemäß wird der Anruf umgehend abgewiesen – doch dies war wohl kalkulierter Bestandteil des von Dr. Test erdachten Jagdplans.
Rudi bekommt die Rolle des Treibers zugewiesen. Für den Fall der Fälle bewaffnet er sich mit einer 80-Zentimeter-Sat- Schüssel und einer Masthalterung. Dr. Test befestigt unterdessen am anderen Ende des Gangs Koaxialkabel zwischen den Regalwänden. Nun schlägt die Stunde der Wahrheit.
"Ich hab da mal ’ne Frage", ruft Rudi offensiv in Richtung des Regals, aus dem es zuvor geklingelt hat. Und tatsächlich: Ein menschliches Wesen im Blaumann steckt den Kopf heraus – und ergreift instinktiv die Flucht. Doch Dr. Test steht schon bereit und zieht an den Koaxialkabeln. Mit lautem Scheppern wird der flüchtige Verkäufer unter einem Berg von Festplattenreceivern, Zapping-Boxen und Sat- Schüsseln begraben. Dr. Test und Rudi helfen dem Mann auf, aber halten ihn gut fest. Nun, da er keine Fluchtchancen mehr sieht, klärt er die beiden auch auf, was die Abkürzungen "IZA", "DD" und "FPR" zu bedeuten haben: "Interaktive Zusatzanwendungen, Dolby Digital und Festplattenreceiver!" erklärt der Verkäufer in einem selbstverständlichen, aber doch leicht eingeschüchterten Tonfall.
Dr. Test und Rudi schenken dem Verkäufer die Freiheit und sehen noch, wie sich dieser wieder, scheinbar erleichtert, in Richtung seines Hochregal-Verstecks begibt. Rudi und Dr. Test gehen indes mit dem Objekt ihrer Begierde zur Kasse. "Na, bitte! Es geht doch", denkt mit einem Schmunzeln auf den Lippen... Ihr Dr. Test
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