
- Spezial Dr. Tests sonnige Aussichten
- Strand, Sand und Sound
erstellt am 28.05.2010
Dass guter Klang unter mediterranen Ferienbedingungen allerdings diverse Tücken aufweist, stellt der Doktor bald konsterniert fest. Allein das meterlange Stromkabel zu vergraben dauert Stunden. Übrigens: Absperrband nötigt ungezogene Kinder vom Ausgraben der Leitungen Abstand zu nehmen – insbesondere, wenn die Gören darin eingewickelt sind.
Deutlich komplexer als gedacht stellt sich gleichfalls die Positionierung des 7.1-Lautsprechersystems im Sand heraus. Ständig wackeln Boxen unter Volleyballbeschuss, der Wasserstand im Subwoofer vermeldet schwere Schräglage bei Wellengang. Von den störenden Sandpartikeln überall soll gar nicht erst gesprochen werden. Irgendwann klingen sämtliche musikalischen Versuche nach dem Soundtrack von "Titanic": Blubb, blubb, weg. Und der letzte Ton versinkt gemeinsam mit dem AV-Receiver. Dr. Test salutiert.
Es bleibt immerhin der geruhsame Strandnachbar. Dessen Vorliebe für 200-BPM-Technosound schallt sanft wie Meeresrauschen an das Ohr der Anwesenden, um dann als Brecher jedes Knöchelchen einzeln zu zerschmettern. Akustisch herausgefordert schlägt unser Wissenschaftler zurück. Bauch ein- und Badehose strammziehen und auf zum Dr.-Test-Vehikel. Hinten im Kofferraum stapeln sich die gewünschten Waffen: Mobiltelefone! Rasch noch ein paar Klingeltöne gespeichert sowie der kompletten Bekanntschaft per digitaler Kurzmitteilung verkündet, sie möge bitte regelmäßig anrufen. Wieder auf dem Laken sitzend kommt, was kommen muss. Ständig brummt das Handy – bis sogar die Rettungsschwimmer flüchten.
Einsam sitzt der perfide Denker nun am Strand und lauscht der Brandung bis es Abend wird. Völlige Entspannung ergreift von ihm Besitz. In der untergehenden Abendsonne baut Dr. Test – nun gänzlich einsam – eine Leinwand auf. Er schleppt einen Projektor heran, macht es sich in einer eingestürzten Sandburg gemütlich und sieht sich seine Lieblingsvideos vom vergangenen Urlaub an. Eigentlich schade, dass sein Navigationsgerät ihn nicht noch einmal in die Berge geschickt hat. "Irgendwann sollte ich die Gebrauchsanweisung lesen", denkt Dr. Test, bevor er sanft entschlummert. Warum der Doktor mit einem Handtuch im Mund und einem Sandförmchen auf dem Kopf aufwachte, muss ein anderes Mal geklärt werden ... Ihr Dr. Test
Weitere Erlebnisse von Dr. Test
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