Düsseldorf funkt im 5G-Netz

16.05.2018, 10:24 Uhr, jrk

In Düsseldorf kann man ab sofort die fünfte Mobilfunkgeneration in Aktion sehen. Vodafone macht in seinem neuen 5G Lab das Netz der Zukunft erlebbar.


Das Unternehmen hat in Düsseldorf einen 5G Testraum aktiviert. In Zukunft werden alle Smartphones, die bei Vodafone im neuen Netz der fünften Mobilfunkgeneration eingesetzt werden sollen, eine Härtetest im 5G Lab absolvieren.


In dem Testfeld werden verschiedenste Anwendungsszenarien demonstriert. Mit der modernsten Mobilfunk-Technologie können beispielsweise Autos in 60 Kilometern Entfernung gesteuert, Arbeiten mit einem 30 Meter hohen Kran in einer anderen Stadt verrichtet und Operationen aus der Ferne getätigt werden. 5G lässt außerdem Roboter mit dem Menschen interagieren und zu Alltagshelfern werden.

Auch die Pflege dürfte ein großer Markt für das neue Mobilfunknetz werden. Bei fast 2,9 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden im Jahr 2030 etwa 300.000 Pflegekräfte fehlen. Hier könnten dann Roboter zum Einsatz kommen, die mit dem Menschen interagieren. Sie können dann die Menschen in Alltagsdingen unterstützen, wie zum Beispiel Menschen Getränke reichen, die Spülmaschine starten oder die Haustüre auf- und abschließen. Im neuen Netz sollen die Roboter das erlernte Wissen in Echtzeit mit anderen Robotern teilen können.

Auch der Verkehr könnte durch 5G revolutioniert werden. So kann in dem 5G Lab des Kommunikationsunternehmens erstmals in Deutschland ein Auto in mehr als 60 Kilometern Entfernung gesteuert werden.

Datenaustausch in Echtzeit ist hierfür die wichtigste Basis. Nur so können Autos sicher und in großer Anzahl aus der Ferne über die Straßen gesteuert werden. 5G wird Latenzzeiten von rund einer Millisekunde ermöglichen. Das ist im Übrigen genauso schnell, wie das menschliche Nervensystem. Um die Datenmassen zu bewältigen, sind extrem hohe Bandbreiten nötig.

Nicht nur Autos können per Mobilfunk aus der Ferne gesteuert werden. Im 5G Lab zeigt Vodafone auch, wie auf einer Baustelle bei Wind und Wetter Arbeiten verrichtet werden können, wenn zum Beispiel der Kran per Mobilfunk mit extrem geringen Latenzzeiten aus der Ferne gesteuert wird. So können zukünftig die besten Kranfahrer der Welt mehrere Kräne an verschiedenen Standorten lenken oder autonom fahrende Roboter dem Menschen in der Industriehalle auf Zuruf die benötigten Materialen direkt zum Arbeitsplatz bringen.

Wann die Technologie in Deutschland verfügbar ist, steht noch nicht schlussendlich fest. Die Bundesregierung möchte jedoch schon in ein paar Jahren zu den absoluten Vorreitern bei 5G gehören. Ein Testfeld wie das 5G lab, um die Fähigkeiten zu demonstrieren, kann dabei sicherlich helfen.

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