ESC kostet den Deutschen 2011 weniger als 2010 den Norwegern

13.05.2011, 14:17 Uhr, rh

ARD-Intendanten Piel hat die kontrovers diskutierte Finanzierung des Eurovision Song Contest gerechtfertigt. 2011 würden deutlich weniger Gebührengelder in den Musikwettbewerb fließen als noch 2010 in Oslo.


Die WDR-Intendantin Piel gab in einer Mittelung vom Freitag bekannt, dass die ARD der Eurovision Song Contest 2011 rund 12 Millionen Euro kosten wird. Im Gegensatz dazu habe die norwegische Rundfunkgesellschaft NRK 2010 16,25 Millionen Euro in die europäische Musik-Show investiert. Moskau hätte 2009 sogar noch über diesem Wert gelegen. Piel erklärte, dass die ARD die Kosten für das Europa-Event "merklich gesenkt" habe.
 
Piel warf den Medien vor, nicht zwischen den Gesamtkosten der Veranstaltung und den tatsächlichen Fernsehkosten zu unterscheiden. Die in den Medien verbreitete Summer von 25 Millionen Euro würde sich nicht auf die Ausgaben des öffentlich-rechtlichen Senders beziehen, sondern auf die Gesamtkosten des Eurovision Song Contest. Darüber hinaus hätte Deutschland insgesamt 52 Mal von den finanziellen Ausgaben anderer Veranstalterländer profitiert. Daher müsse Deutschland nach dem Titelgewinn von 2010 nun zeigen, dass es ein würdiger Veranstaltungsort sei.


Medienberichten zufolge hatte der norwegische Sender NRK im Zeichen der Wirtschaftskrise 2010 extra Sendungen streichen müssen, um die Finanzierung des ESC sicherzustellen. Länder wie Ungarn oder die Tschechische Republik konnten sich die Teilnahme am Song-Contest damals überhaupt nicht leisten. 2009 hatte Russland mit seinem überladenen Show-Spektakel den neuen Kostenrekord von rund 42 Millionen Euro aufgestellt.
 
Unterhaltungschef Thomas Schreiber hatte den ARD-Anteil für den Grand Prix in Düsseldorf bereits vor Wochen mit 12,1 Millionen Euro angegeben.

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