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  • Hintergrund • Echte Dickhäuter

  • Digitale Kommunikation in der Kabelindustrie

 erstellt am 27.09.2010 von Torsten Pless

Das digitale Zeitalter hat auch vor der Kabelindustrie keinen Halt gemacht und so ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Hi-Fi-Geräte untereinander digital kommunizieren. Ein Element der Wiedergabekette will aber meist noch analog gespeist werden: der Lautsprecher.

HMS Elektronik bietet mit dem Concertato ein flexibles Lautsprecherkabel an, das an seinen vergoldeten Winkelbananensteckern einen zusätzlichen Safety Pin trägt
Bild: Auerbach Verlag

Die Qualität der Kabelverbindung zwischen Endstufe und Lautsprecher hat einen entscheidenden Einfluss auf die anschließende Wiedergabequalität. Gute Lautsprecherkabel weisen daher Parameterwerte auf, mit denen Null-achtfünfzehn- Vertreter aus dem Baumarkt nicht mehr mithalten können. Allen Kabeln ist jedoch gemein, dass ihre Länge und ihr Querschnitt Einfluss auf den Leitungswiderstand nehmen. Allgemein gilt, je kürzer das Kabel und größer der Querschnitt, desto geringer fällt der Leitungswiderstand und damit der Leitungsverlust aus. Bei hohen Maximalstromwerten werden Kabel mit geringem Querschnitt mit einer deutlich höheren Wattzahl als ihre großen Brüder erwärmt, was schlimmstenfalls zum Durchbrennen führen kann. Um solche Unannehmlichkeiten zu vermeiden, bieten viele Hersteller hochwertige Lautsprecherkabel an; sie sollen eine saubere Signalübertragung garantieren. Die verschiedenen Kabel unterscheiden sich zwar im Detail, haben jedoch auch Gemeinsamkeiten, wie etwa eine außerordentliche Verarbeitungsqualität, einen hohen Querschnitt der innenliegenden Litzen und hochwertige Steckverbindungen.

Anschlussvielfalt

Die in Blau gefassten XXL-Air-Blue-5-Lautsprecherkabel von Oehlbach haben einen Querschnitt von 1,2 Quadratmillimetern und bestechen durch ihre gute Leitfähigkeit
Bild: Auerbach Verlag
Die Master-Serie TDC 600 von Real Cable kommt durch ihre dicke Isolierung auf beachtliche sechs Quadratmillimeter Querschnitt
Bild: Real Cable

Gerade bei den Steckern trennt sich die Spreu vom Weizen. Viele einfache Kabel setzen dabei auf Silber, was zwar ein hervorragender Leiter ist, jedoch einen entscheidenden Nachteil hat: Es oxidiert nach einer gewissen Zeit. Dies führt zunächst zu einer verfälschten Hochtonwiedergabe und endet schließlich in unzureichender Leitfähigkeit. High-End-Lautsprecherkabel verwenden hingegen fast ausschließlich mit 24 Karat vergoldete Steckverbinder, die dieses Problem nicht kennen und gleichzeitig als äußerst neutrale Leiter gelten. Da man beim Erwerb eines Lautsprecherkabels neben dem eigentlichen Produkt einen guten Service erhält, bieten die Hersteller eine große Auswahl an Steckverbindern an und legen diese zum Teil gleich dem Lieferumfang bei.
 
Dieses Konzept ist auch Oehlbach nicht fremd, die mit ihrem XXL Air Blue 5 gleich vorbildlich loslegen. Das Lautsprecherkabel ist mit 24- karätig vergoldeten XXL-Kabelschuhen sowie mit Bananensteckern erhältlich. Auch die Firma Goldkabel setzt bei ihrer Highline-Serie auf Steckervielfalt. Bereits im Lieferumfang enthalten sind vergoldete Kabelschuhe, BFA- und Massiv-Bananenstecker, die sich je nach Anwendungsgebiet einfach an die Kabeladapter anschrauben lassen. Das Excelsior-Kabel von Sommer Cable wird hingegen mit berylliumbeschichteten Steckern in mehreren Varianten angeboten. Da diese fest verbaut ausgeliefert werden, sollte man sich jedoch bereits von vornherein genau überlegen, welche Steckerart benötigt wird. Zur Auswahl stehen Kabelschuhe und Bananenstecker von WBT, entweder vergoldet oder in reinem Silber.

Höchste Frequenzen

Das Excelsior Classique SPK 2 von Sommer Cable hat einen Außendurchmesser von 1,3 Zentimeter und ist mit geflochtenem PVC-Isoliermaterial ummantelt
Bild: Auerbach Verlag

Aber auch im Kabelinneren verwenden die Hersteller neue Leitungssysteme. So setzt die Pariser Kabelschmiede Real Cable auf das TDC-Prinzip (Time Difference Control), welches die Litzen auf unterschiedliche Leitungen verschiedenster Stärken und Materialien verteilt. Dadurch verlaufen tiefe Bassfrequenzen auf einem anderen Kanal als hohe Präsenzen, was eine besonders lineare Wiedergabe höchster Frequenzen garantieren soll. Gerade bei der Wiedergabe von DVD-Audios und SACDs, bei denen Sample-Raten von bis zu 192 Kilohertz möglich sind, bedeutet das TDC-Prinzip einen echten Mehrwert. Auch die Firma G&BL verweist darauf, mit dem HHSP43 ein Kabel speziell für die SACD-Wiedergabe entwickelt zu haben. Aufgebaut ist das Lautsprecherkabel nach dem selbst betitelten "tubular flow"-Prinzip, das die Verteilung des Audiosignals optimiert und so einen weitreichenden Tiefgang und Präsenzbereich verspricht.

Safety First

Das zwei-adrige Kabel Ply 3.4/S Combicon von Supra Cables hat jeweils einen Querschnitt von 3,4 Quadratmillimeter und wurde mit alterungsbeständigem PVC ummantelt
Bild: Auerbach Verlag

Auch auf die Sicherheit wird bei hochwertigen Kabeln geachtet. Um ein versehentliches Herausreißen der Kabelverbindungen an Endstufe und Lautsprechern zu vermeiden, hat sich der Hersteller HMS Elektronik etwas ganz Besonderes einfallen lassen:
 
Das Lautsprecherkabel Concertato bietet am 24-karätig vergoldeten Winkelbananenstecker einen Sicherheitsstift (Safety Pin), der für ausreichende Stabilität an den angeschlossenen Geräten sorgt.
 
Für Modelle ohne den obligatorischen Safety-Pin-Schacht bietet HMS Elektronik die passenden WBT-Kabelschuhe an. Ebenso auf Schutz bedacht ist der schwedische Hersteller Supra, der bei all seinen Kabeln, wie dem Ply 3.4/S, auf europäische Sicherheitsnormen achtet.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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