"Ein Tag schreibt Geschichte" - Vox zeigt 12 Stunden Doku

27.04.2011, 12:36 Uhr, dpa/js

An diesem Samstag (30. April) wird der Kölner Privatsender Vox einen halben Tag der Geschichte widmen. Der Sender strahlt eine zwölf Stunden lange Dokumentation von 12 Uhr mittags bis Mitternacht zum Todestag Adolf Hitlers aus.


"Ein Tag schreibt Geschichte - der 30. April 1945" heißt der Vox-Programmtag über die letzten Stunden von Adolf Hitler, der am kommenden Samstag (30. April) eine Alternative zum Showprogramm mit "Wetten, dass..?" im ZDF und dem Halbfinale der RTL-Castingsendung "Deutschland sucht den Superstar" am Abend bietet.
 
"Mit diesem im Fernsehen weltweit einzigartigen Programm wollen wir den Zuschauern die verschiedenen Aspekte eines Tages zeigen, der Geschichte geschrieben hat", sagte Vox-Geschäftsführer Frank Hoffmann. Die Filme werden in Coproduktion hergestellt von der Firma dctp und Spiegel TV. Für die Hitler-Doku wurden unter anderem auch O-Töne seines Adjutanten Otto Günsche und seines Kammerdieners Heinz Linge verwendet.
 
In dem zwölf Stunden langen Programm hat Autor Michael Kloft in Stundenprotokollen die wichtigsten Ereignisse des Tages aufgezeichnet. Kloft sei auf bisher unveröffentlichtes Material und auf Zeitzeugen gestoßen, erklärte Vox, die vor allem neue Erkenntnisse über den Selbstmord von Hitler und seiner Partnerin Eva Braun lieferten.


"Es war besonders überraschend, wie nah man dank dieser einzigartigen Quellen tatsächlich an die Ereignisse im Bunker heran kommt - als sei es gestern gewesen", schwärmte Kloft. Zu seiner Arbeitsgrundlage gehörte auch ein bisher unveröffentlichtes Verhör von Hitlers Sekretärin Traudl Junge, das US-Ermittler 1946 mit ihr geführt hatten.
 
"Es handelt sich um die früheste erhaltene Aufzeichnung ihrer Erinnerungen an das Ende in Berlin", zitierte der Kölner Privatsender den TV-Autor Kloft weiter. Zur Aufklärung der Geschehnisse rund um den Selbstmord Hitlers und Brauns werden in diesen Dokumentationen außerdem die Tonbänder der Vernehmung von Hitlers Adjutant Otto Günsche und seines Kammerdieners Heinz Linge durch die Staatsanwaltschaft München im Jahr 1956 zu hören sein.
 
Jede volle Stunde beginnt dabei laut Vox mit einer etwa zehnminütigen Parallelkonstruktion, die die jeweiligen Vorgänge einer Stunde des historischen Tages vergegenwärtigt. Die Idee, die mit Regisseur Alexander Kluge geboren wurde, basiert auf den Vierstünder zu einem Thema, mit denen der Sender am Samstagabend Programme geschaffen habe, die von den Zuschauern geschätzt werden, so Vox-Geschäftsführer Hoffmann (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
 
Und Vox denkt bereits weiter: Am 10. September plant der Sender ein ähnliches Experiment zum 10. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001. "Kein Mensch erwartet am Samstagabend Information", so Kluge. "Das ist unsere Chance".

 
Die Medien seien ein Dschungel, so Kluge "da helfen nur Ackerbau und Gartenkunst". Die Unterscheidung von öffentlich-rechtlich und privat wird nach Ansicht Hoffmanns immer undeutlicher: "Am 29. April wird es einen Tag lang einen öffentlich-rechtlichen Gleichklang geben, die Hochzeitsglocken von Kate und William. Parallel in der ARD und im ZDF."

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