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  • Hintergrund • Erde - Luft - Orbit: Die TV-Übertragungsverfahren

  • Antenne und Satellit

 erstellt am 16.04.2010 von Charleen Lamczyk

Zur Übertragung der Programme von Fernsehsendern existieren diverse Möglichkeiten. Die wohl am häufigsten verwendete Methode ist die Signalübertragung über Broadcast-Netze. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass die benötigte Infrastruktur unabhängig von der Anzahl der Zuschauer ist. Damit können sehr viele Zuschauer gleichzeitig mit demselben Audio- und Videomaterial versorgt werden. Das standardisierte Verfahren zur Übertragung von digitalen Inhalten über derartige Netze wird als Digital Video Broadcasting (DVB) bezeichnet.

 
 

Antennenfernsehen

Die typische Dachantenne ist eine Richtantenne. Da sie in der Regel über keinen eingebauten Verstärker verfügt, ist sie eine passive Antenne

Bild: Thomas Riegler

 

Die Übertragungsmöglichkeit Antennenfernsehen (auch terrestrisches Fernsehen) ist gekennzeichnet durch den Fernsehempfang eines Senders über eine Antenne. Bei diesem Verfahren werden die Inhalte vom Sender als elektromagnetische Wellen möglichst geradlinig an Haus- oder Zimmerantennen ausgestrahlt, wobei sowohl eine analoge als auch digitale Übertragung möglich sind. Die digitale Variante heißt DVB-T und setzt neben der besagten Antenne entweder einen DVB-T-fähigen Fernseher, Computer oder ein Handy vorraus. Ist das Gerät nicht DVB-T-fähig, bzw. ist kein Digitalreceiver integriert, so ist darüber hinaus ein solches Zusatzgerät nötig.

 

Um die Anzahl der übertragbaren Programme zu erhöhen, wird in Deutschland momentan auf digitale Übertragung der Fernsehprogramme umgestellt, sodass bis 2012 das klassische analoge Antennen-Fernsehen nicht mehr empfangbar sein wird (Analogabschaltung).

Satellitenfernsehen

Der Fernsehsatellit Astra 1H im geostationären Orbit

Bild: Boeing

Satellitenfernsehen basiert auf einer Übertragung von Programmen über Fernsehsatelliten im geostationären Orbit. Das Verfahren zeichnet sich durch eine Signalübermittlung frei von Zusatzinfrastrukturen (terrestrischer Antennen oder Kabelnetzen) aus. Dazu wird das Signal direkt vom Satelliten ausgestrahlt und auf Seite des Empfängers mithilfe einer Parabolantenne mit LNB (Low Noise Block Converter) empfangen. Ein Satellitenreceiver wandelt das Signal anschließend in ein vom Fernseher darstellbares Videosignal um. Eine einfache Parabolantenne kann dabei jedoch nur Signale von genau der Satelliten-Position im Orbit empfangen, auf die ihr LNB ausgerichtet ist. Ist ein paralleler Empfang mehrerer Satelliten über eine Sat-Antenne gewünscht, so muß eine Multifeed-Schüssel benutzt werden. Die beiden bevorzugten Satelliten in Deutschland sind dabei Astra- und Eutelsat.

 

Satellitenfernsehen kann sowohl analog als auch digital empfangen werden. Für den Empfang von Digitalfernsehen (DVB-S) ist in der Regel jedoch eine Empfangsanlage, die das High-Band unterstützt, notwendig. Darüber hinaus wird  ein Digitalreceiver benötigt. Über DVB-S hinaus gibt es neuerdings auch DVB-S2. Dieser Standard ist eine Weiterentwicklung. Er steigert die Datenrate um bis zu 30 Prozent durch Verwendung verbesserter Kodierungs-, Modulations- und Fehlerkorrekturverfahren.

 

Satellitenfernsehen ist heute den anderen Rundfunk-Übertragungsverfahren im Bereich der Programmauswahl weit überlegen. Der Grund dafür findet sich zum einen im großen Frequenzbereich, der zur Direktübertragung zur Verfügung steht.   Zum anderen können pro Satellit zwei Polarisationsebenen (meist horizontal und vertikal) genutzt werden, was den Frequenzbereich noch einmal verdoppelt.


Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Dienstag, 09.11.2010
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