Fehlende Einspeiseentgelte erhöhen Endkundenpreise

23.12.2013, 10:00 Uhr, mh

Durch den Wegfall der Entgelte, die ARD und ZDF nicht mehr für die Einspeisung ihrer Programme an Kabel Deutschland und Unitymedia Kabel BW zahlen wollen, erhöhen sich die Preise für Endkunden. Das geht aus zwei Gutachten hervor, die vom MDR bzw. von Kabel Deutschland (KDG) in Auftrag gegeben wurden.


Beide Gutachten wurden auf einer Veranstaltung der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) präsentiert. Auch wenn sie in juristischer Sicht zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen, haben sie eines gemeinsam: Sie gehen davon aus, dass die Kabelgebühren für Endkunden steigen werden, wenn ARD und ZDF keine Einspeisentgelte mehr zahlen.


Laut dem KDG-Gutachen finanziert sich Kabel Deutschland zu 60 Prozent durch Anschlussentgelte und lediglich zu sechs bis acht Prozent durch Einspeiseentgelte. Dennoch geht das Gutachten davon aus, dass die Endkundenpreise um zehn Prozent steigen werden, wenn die Kabelnetzbetreiber auf die Einspeiseentgelte von ARD und ZDF verzichten müssten. Der günstigste Kabelanschluss von Kabel Deutschland würde damit von 18,90 Euro monatlich auf 20,79 Euro ansteigen. Ohnehin würden Kabelhaushalte laut KDG-Gutachten bereits jetzt diskriminiert, da über die Rundfunkgebühren andere Verbreitungswege wie Satellit, DVB-T oder Streaming mitfinanziert würden.


Dagegen kommt das Gutachten im Auftrag des MDR zu dem Schluss, dass sich die Preise für Endkunden lediglich um 28 Cent erhöhen werden. „Auch wenn die Kabelnetzbetreiber ihre kompletten Einspeisevergütungen verlieren würden, wären sie trotzdem noch profitabel“, so Prof. Dr. Torsten J. Gerpott von der Universität Duisburg Essen, der das MDR-Gutachten erstellt hat. Selbst wenn dem so wäre, dürfte das Kabel im Wettbewerb mit anderen TV-Übertragungswege nicht an Attraktivität gewinnen, wenn die Preise für Verbraucher steigen.


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