Hintergrund • Fernsehen auf dem Tablet

Unterwegs TV genießen

 erstellt am 07.08.2013 von Mike Bauerfeind
Früher war irgendwie alles einfacher: Der Fernseher stand im Wohnzimmer und das abendliche Highlight in der "Glotze" war dank der überschaubaren Menge an TV-Programmen schnell gefunden. Heute ist das anders – allein die Flut an Sendern, die über Satellit oder Kabel empfangbar sind, erschlägt den Nutzer.
 
 

Hinzu kommen zahlreiche Empfangsmöglichkeiten – denn längst gibt es viele weitere Möglichkeiten, Fernsehen abseits von Satelliten- oder Kabelempfang auf den heimischen Fernseher oder auch das Tablet und Smartphone zu holen. Letzteres ist auch eine interessante Möglichkeit, Fernsehen unterwegs zu empfangen.

Mobil fernsehen


Spätestens seit der Einführung von UMTS in Deutschland wurde das Thema Fernsehen auf dem Handy auch für die Mobilfunkbetreiber interessant. Im Jahr 2006 gewann das Thema Mobile TV immer mehr an Bedeutung. Mobilfunknetzbetreiber und Provider versuchten, das mobile Fernsehen in Deutschland zu etablieren, setzten jedoch auf unterschiedliche Standards wie DVB-H oder DMB.
 
Trotz teilweise großen technischen und finanziellen Anstrengungen der Anbieter kamen die Systeme jedoch nicht über Testbetrieb hinaus und sind heute kaum noch von Bedeutung. Auch der analoge TV-Empfang auf Handys ist möglich. So verfügen viele verhältnismäßig aktuelle Android-Smartphones aus Asien über eingebaute Analogtuner und wären theoretisch in der Lage, mobil Fernsehen auf diesem Weg zu empfangen. In der Praxis kommt die Technologie jedoch einige Jahre zu spät, da das analoge terrestrische Fernsehen inzwischen durch die digitale Variante DVB-T ersetzt wurde.

DVB-T auf dem Smartphone

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Das erste Handy mit DVB-T-Empfang stammt von LG und wurde erst im März dieses Jahres auf der Cebit vorgestellt
Bild: LG

Theoretisch sollte der Empfang von DVB-T auf dem Handy vor allem in Ballungsgebieten problemlos möglich sein. Voraussetzung hierfür wäre jedoch, dass Handy oder Smartphone über einen eingebauten Empfänger für das digitale Fernsehen über Antenne verfügt. In der Praxis jedoch sind solche Geräte kaum verfügbar. Das erste Handy mit DVB-T-Empfang wurde erst im März dieses Jahres auf der Cebit von LG vorgestellt.
 
Bis also eine breite Palette an verschiedenen Geräten unterschiedlicher Hersteller verfügbar ist, dürfte es noch ein Weilchen dauern. Aber es gibt auch schon heute eine Alternative, um mit relativ geringem Aufwand auch unterwegs das "Überallfernsehen" zu empfangen: das Tizi+ von Equinux oder das baugleiche Gegenstück von Tivizen. Voraussetzung ist hierfür ein Gerät von Apple – also iPhone oder iPad.

Tizi+ für unterwegs


Das System ist kleiner und flacher als eine Zigarettenschachtel und passt somit in jede noch so kleine Hosentasche. Selbst in der gut sortierten Damenhandtasche sollte das Gerät unterzubringen sein. Dank eingebautem Akku ist man dabei unterwegs auch nicht auf eine Stromversorgung angewiesen. Einmal aufgeladen verspricht der Hersteller bis zu 3,5 Stunden mobilen TV-Genuss.
 
Zur Wiedergabe müssen iPhone oder iPad zuerst mit der kostenlosen App "Tizi+" versehen werden, die im App-Store von Apple heruntergeladen werden kann. Steht ein kompatibles Endgerät zur Verfügung, muss dieses zuerst mit dem Hotspot verbunden werden. Vorsichtige Nutzer können hier auch einen Netzwerkschlüssel vergeben und damit verhindern, dass sich unautorisierte Nutzer mit der Box verbinden.

Mobile Nutzung dank Akku

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Vor allem aus dem asiatischen Raum importierte Android-Smartphones verfügen oft über einen eingebauten TV-Tuner. Dieser empfängt jedoch nur Analog-TV und ist damit hierzulande wertlos
Bild: Auerbach Verlag

Eine kleine Stabantenne sorgt dabei für den guten Empfang. Durch die kompakte Bauform und die verhältnismäßig lange Akkulaufzeit eignet sich Tizi+ sehr gut zur mobilen Nutzung von DVB-T und verwandelt das Smartphone in einen vollwertigen Fernsehempfänger mit Timeshift und Aufnahmefunktion. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung: Das System läuft unabhängig von der Mobilfunknutzung und mögliches Datenvolumen beim Mobilfunkvertrag bleibt unangetastet.
 
Fernsehen aus dem Netz
 
Dank der zunehmenden Vernetzung und Möglichkeiten der mobilen Datennutzung bietet sich natürlich auch noch eine weitere Variante des mobilen Fernsehens an: das Streaming von Live-Sendungen aus dem Netz. Hier gibt es auch wieder verschiedene Nutzungswege und Anbieter.
 
Zum einen kann man sich natürlich direkt über den Anbieter mit dem Livestream verbinden. Beispielsweise bieten ARD und ZDF über ihre mobilen Angebote mittlerweile auch einen entsprechenden Stream an. Auch Privatsender wie beispielsweise RTL streamen mittlerweile live – allerdings im Falle von RTL nur gegen monatliche Zusatzkosten.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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