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  • Hintergrund • Fernsehen im Heimnetzwerk

  • Die Zukunft ist jetzt

 erstellt am 12.04.2011 von Thomas Köhre

Fernsehen findet nicht nur auf der Mattscheibe statt, inzwischen sind PCs in den deutschen Haushalten einbezogen, auch Tablet-PCs wie das Apple iPad oder Smartphones begeistern Jung und Alt. Was liegt also näher, als das Lieblingsprogramm auch auf diesen mobilen Begleitern nicht zu verpassen?

 
 

Das Internet dringt in immer mehr Haushalte vor. Der DVB-Receiver hängt ebenso am Internet wie Fernseher oder Blu-ray-Player. Doch die verfügbaren Mediatheken oder Youtube sind nur Zusatzangebote. In diesem Artikel stellen wir praktikable Möglichkeiten vor, das TV-Programm via Heimnetz an andere Endgeräte zu verteilen. 

Voraussetzungen


Bevor Sie sich an eine der Hardware- oder Software-Lösungen wagen, müssen Sie sicherstellen, dass Sie über die notwendige Voraussetzung verfügen: ein Netzwerk. Das Heimnetzwerk ist im Idealfall mittels Netzwerkkabel realisiert, ein Drahtlosnetzwerk bietet oftmals nicht ausreichend Kapazität und Stabilität. In Einfamilienhäusern ist die Wahrscheinlichkeit jedoch recht groß, dass das Drahtlosnetzwerk eingesetzt werden kann. Wichtig für die TV-Verteilung via Netzwerk ist eine reibungslose und völlig störungsfreie Übertragung der TV-Bilder. Gibt es Einschränkungen bei der Netzwerkstabilität, hat dies zur Folge, dass Ruckler und Aussetzer auftreten.
 
Wir empfehlen den Umstieg auf das moderne Gigabit-Netzwerk. Die vorhandenen CAT5e-Koaxialkabel können weitergenutzt werden und Gigabit-Switches sind inzwischen in Preisregionen vorgedrungen, die eine wenig kostspielige Aufrüstung möglich machen. Achten Sie aber darauf, dass sich die neuen Switches in das bestehende Netzwerk mit 10/100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) gut einfügen und sich nicht auf einen 100-MBit/s-Betrieb einpendeln. Eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 3 000, besser 6 000 oder idealerweise 16 000 MBit/s ist einzuplanen. Auch hier gilt: Nur wenn die TV-Daten nahezu verzögerungsfrei und in ausreichender Menge eintreffen, ist das TV-Erlebnis für Sie als Zuschauer zufriedenstellend.
Die Anwendung ist im App-Store erhältlich. Mit ihr streamen Sie über das Drahtlosnetzwerk das TV-Programm auf iPod, iPad oder iPhone. Der Funktionsumfang könnte etwas höher sein
Bild: Auerbach Verlag

Elgato EyeTV Netstream


Das Netzwerkkonzept der EyeTV-Netstream- Reihe kommt unserem Verständnis einer Netzwerkstreaming-Lösung am nächsten. Eine Basisstation stellt im Netzwerk genau einen DVB-Stream zur Verfügung, der von Endgeräten jeder Art abgegriffen werden kann. Mit der Einbeziehung mehrerer Netstream-Stationen sind im Netzwerk auch Multituner-Lösungen möglich. Der Elgato EyeTV Netstream DTT stellt sogar zwei TV-Programme bereit. Jeder Netstream-Adapter wird im Netzwerk mit einer IP-Adresse versehen. Der Sendersuchlauf geschieht mithilfe der mitgelieferten Software. Während die TV-Software eher träge und wenig ressourcenschonend zu Werke geht, besteht für die im Netzwerk angeschlossenen Geräte ein Zugriff auf das Netzwerkgerät.
 
Das EyeTV Netstream Sat profitiert vom sinnvollen Ansatz des Gerätes. Anstelle auf ein proprietäres Protokoll zu setzen, ist es hinsichtlich des Streams relativ offen gegenüber Drittanwendungen: Spezielle Treiber oder Protokolle werden nicht vorausgesetzt. Ob auf PC, Mac, Linux, Tablet-PC oder Smartphone: Das Streaming ist nicht an eine bestimmte Plattform gebunden. Über das Netzwerkinterface sehen Sie nicht nur den aktuellen Status des Endgerätes, sondern es existiert eine herunterladbare Abspielliste im gebräuchlichen M3U-Format. Notwendig ist jedoch ein Abspielprogramm, das damit zurechtkommt und den gesendeten Stream auswerten kann. Der DVB-Datenstrom wird vom Tuner abgegriffen, aufbereitet und ohne Änderungen ins Netzwerk geleitet. Die Software muss mit MPEG-4 AVC H.264 beziehungsweise MPEG-2 und dem Audiocodec (MPEG bzw. Dolby) zurechtkommen. Die Plattform muss zudem leistungsmäßig in der Lage sein, diesen Stream zu decodieren und darzustellen. Prädestiniert ist der VideoLANPlayer (VLC), der im Test mit allen Features des Netstreams zurechtkam. Selbst Mehrkanalton und Teletext wurden fehlerfrei dargestellt. Die Umschaltzeiten sind vergleichbar mit denen von aktuellen Einstiegsreceivern und mit etwa 1,5 Sekunden im akzeptablen Bereich, vor allem wenn man bedenkt, dass die Programme via Netzwerkstream eintreffen.
 
Der VLC-Player ist kostenlos im Internet für alle gängigen Plattformen herunterladbar. Die Qualität entspricht zu 100 Prozen dem DVB-Stream, egal ob SD oder HD: Das Bild war sehr gut. Huckepack werden auch Dolby-Digital-Sound, Mehrkanalton, und Teletext übertragen. Für die Apple-Endgeräte iPod, iPhone und iPad steht im App-Store eine EyeTV-App bereit. Sie bietet Zugriff auf die Netstream-Geräte im Heimnetzwerk. Der Funktionsumfang ist noch sehr bescheiden, Sie können umschalten und den aktuellen und kommenden Sendungsnamen anzeigen lassen – mehr ist nicht möglich. Wünschenswert wäre die Einbindung des elektronischen Programmführers. Auch vor HDTV-Programmen kapituliert die 3,99 Euro teure App. Anwendungen für das Android-Betriebssystem oder das Windows Phone sind bisher noch nicht verfügbar. Die Plattformen liegen mangels passendem Media-Player im Moment leider brach.

Tipp: Was tun, wenn die Elgato-Software abgestürzt ist?


Die Elgato-App hat durchaus noch Platz für Verbesserungen. Hin und wieder stürzte die App gern einmal ab und riss das iPad mit in den Abgrund. Doch es gibt eine Möglichkeit, eingefrorene Anwendungen zu beenden und danach normal weiterarbeiten zu können. Drücken Sie dazu die Ein/Ausschalttaste für etwa 5 Sekunden, bis der Bildschirm erscheint, der das Ausschalten anbietet. Drücken Sie nun stattdessen die Home-Taste solange, bis der Home-Bildschirm wieder zu sehen ist. Die eingefrorene Anwendung ist nun beendet. Um den vollen Speicher wieder herzustellen, muss man hingegen das i-Gerät ausschalten.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Mittwoch, 13.04.2011
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