Filme im Autokino sehen - wo geht das in Deutschland noch?

23.01.2019, 12:10 Uhr, red

Feierabendzeit ist Filmzeit. Auch wenn der Fernseher im Wohnzimmer immer größer wird und optimal ausgerichtet ist, lässt sich das typische Kinofeeling nicht ersetzen, welches in Deutschland noch etwa 20 Autokinos anbieten.


Die besondere Atmosphäre eines Autokinos ist durch nichts zu ersetzen. Tausende Besucher geben jährlich den noch existierenden Standorten trotz modernster Heimtechnik weiterhin recht. Das Auto abstellen und es nicht einmal verlassen müssen, Drinks und Popcorn serviert bekommen und Leinwandklassiker oder neue Kinofilme genießen. Neben festen Standorten haben sich auch wechselnde Auto-Kino-Veranstaltungen etabliert. Möglich gemacht wird dies durch “Airscreen”. Die Kinoleinwand ist aufblasbar und mobil.
 
Feste Standorte für Autokinos in Deutschland:
 

  • Prora (Rügen)
  • Zwickau 
  • Aschheim
  • Porz (Köln)
  • Gravenbruch (Frankfurt)
  • Berlin
  • Kornwestheim (Stuttgart)

Kinofeeling am Ostseestrand kann in Prora auf Rügen erlebt werden. Unweit von Binz gelegen, ist das Autokino während der Sommermonate ein beliebtes Ausflugsziel. Der Eintritt kostet sechs Euro. In den Wintermonaten bleibt das Autokino auf Rügen geschlossen.
 
Im sächsischen Zwickau werden die Gäste während der Filmvorführungen bewirtet. Damit es dabei nicht zu langen Wartezeiten kommt, ist die Bedienung auf Inline-Skatern unterwegs. Das Autokino in Aschheim bei München verfügt über zwei Leinwände und kann bis zu 850 Autos aufnehmen. In Köln Porz können bis zu 1.000 Autos vor der Leinwand parken.
 
Das Autokino Gravenbruch zählt zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in Europa. Das Autokino verfügt über zwei Leinwände und konnte im Laufe seiner Geschichte bereits hunderttausende Besucher für sich verbuchen.


Mit neuester 4k-Digitalprojektion von Sony ausgestattet ist das Autokino Berlin. Ab sechs Euro flimmern Klassiker und aktuelle Blockbuster über die 180 Quadratmeter große Leinwand. Das Autokino in Stuttgart Kornwestheim besitzt zwei Leinwände. Die Preise bewegen sich zwischen sieben und zehn Euro. Essen und Getränke werden serviert. 
 
Autokinos werden bevorzugt von Paaren besucht. Während man sich im Kino in dichten Reihen drängt, sorgt der eigene Wagen für Privatsphäre. Die meisten Filme beginnen erst mit Einsetzen der Dämmerung. Daher sind Sonnenuntergänge im Autokino oft inklusive. An lauen Sommerabenden muss natürlich niemand im Wagen sitzen bleiben. Das Programm kann auch auf der Motorhaube oder vom Autodach aus genossen werden. Der Ton kommt im Autokino meist über das Autoradio des Wagens. Besucher bekommen hierfür eine spezielle Frequenz genannt.   
 
Wer sich die besten Plätze sichern möchte, sollte etwa eine Stunde vor Beginn des Films anwesend sein. Die besten Plätze für Verliebte befinden sich übrigens auf der letzten Reihe. Wer sich auf der “Love Lane” keine kalten Füße holen möchte, sollte den Wetterbericht genau studieren, oder aber selbst vorsorgen. Sich eine Standheizung nachrüsten zu lassen, ist zwar nicht wirklich billig, rentiert sich aber im Autokino durchaus und steigert letztlich auch den Wiederverkaufswert des eigenen Wagens. Standheizungen sind übriges wartungsfrei und können im Sommer für angenehme Kühle sorgen.
 
Der Besuch im Autokino geschieht nie unabhängig von der Witterung. Ohne Standheizung kann es an kalten Tagen schnell ungemütlich im Wagen werden. Bei Hitze wird es im Auto schnell stickig und meist liegen die Plätze in der prallen Sonne. Leichter Regen dürfte dem Kinobesuch nichts anhaben können. Bei Starkregen wird es jedoch unmöglich, auf der Leinwand der Handlung zu folgen. Gleiches gilt für Nebel. Dichte Nebelwände behindern die Sicht bis auf wenige Meter und von der Leinwand wird dann vermutlich nichts mehr zusehen sein.

  • Gefällt mir