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  • Hintergrund • Frequenzdiagramme

  • Klänge sichtbar machen

 erstellt am 05.11.2010 von Christoph Hüter

Die klangliche Bewertung eines Lautsprechers ist ein schwieriges Unterfangen, denn das menschliche Gehör funktioniert äußerst subjektiv. Was für den einen "matschig" oder "wummernd" klingt, empfindet ein anderer möglicherweise als "warmen, erdigen Charakter". Frequenzdiagramme machen sichtbar, was sonst nur gehört werden kann.

 
 

Der menschliche Hörbereich erstreckt sich von 20 Hertz (Hz) bis 20 Kilohertz (kHz). Dieses Spektrum lässt sich grob in die Sektionen Bass, Mitten und Höhen aufteilen. Das Einstiegsbild zeigt eine Gesamtübersicht des Hörspektrums mit den Funktionen der einzelnen Frequenzbereiche. Die X-Achse (horizontal) steht hierbei für die Frequenz, die nach rechts hin ansteigt. Auf der Y-Achse (vertikal) lässt sich der jeweilige Pegel ablesen. Erkennt man beispielsweise ab 100 Hz abwärts einen Pegel von minus sechs Dezibel (dB) oder weniger, so ist dieser Bereich deutlich leiser als die restlichen Frequenzen und das Gesamtklangbild wirkt dünn und kraftlos.
 
Weist die Kurve hingegen eine 6-dB-Senke zwischen 500 Hz und zwei Kilohertz auf, so ist die Sprachverständlichkeit des Lautsprechers stark eingeschränkt. Die perfekte Box erzielt für jede Frequenz einen Wert von genau null Dezibel und erreicht somit eine 100-prozentige Klangtreue. Das Eingangssignal wird also weder verstärkt noch abgeschwächt. Die Richtlinien für professionelle Studioboxen sind streng und erlauben Frequenzgangabweichungen von maximal 0,5 dB. Im Hi-Fi-Bereich sind Abweichungen von bis zu drei Dezibel noch zu tolerieren.
Gesamtübersicht des Hörspektrums mit den Funktionen der einzelnen Frequenzbereiche
Bild: Auerbach Verlag

Die Messung


Für eine Lautsprechermessung benötigt man einen Signalgenerator, einen Verstärker, ein Mikrofon samt Vorverstärker sowie ein Auswertungssystem (siehe Grafik). Software- Programme, wie das von uns verwendete "SATlive", bieten heutzutage praktische All-in-one-Lösungen für die Signalerzeugung und Auswertung der Ergebnisse. Um Messungenauigkeiten zu vermeiden, müssen sämtliche involvierten Geräte das Signal absolut linear und unverfälscht übertragen. Bei der eigentlichen Messung wird der Lautsprecher mit einem breitbandigen Signal beschickt, dem weißen Rauschen. Dieses beinhaltet sämtliche Frequenzen des Hörbereiches bei identischem Pegel. Das Messmikrofon fängt den Klang der Box auf und leitet ihn über den Vorverstärker an das Analysetool weiter, welches das endgültige Frequenzdiagramm erstellt. An den Abweichungen von der (idealen) Null-Dezibel-Linie lässt sich nun die Klangfärbung des Lautsprechers erkennen. Doch es gibt noch weitere Aspekte, die das Resultat beeinflussen können und dementsprechend berücksichtigt werden müssen. 
Bei der Nahfeldmessung sind die raumakustischen Einflüsse gering. Im Diffusfeld hingegen dominieren Reflexionen
Bild: Auerbach Verlag
Hochwertige Komponenten sind das A und O einer akustischen Messung, lineare Mikrofone und Verstärker verhindern eine Beeinflussung des Resultats
Bild: Auerbach Verlag

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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