Hintergrund • Funktionsweise eines Camcorders

Der lange Weg des Videobildes

 erstellt am 10.05.2010 von Tim Luft
Wissen Sie eigentlich wie ein moderner Camcorder funktioniert? Sicher wissen Sie wie eine Kamera aufgebaut ist, wie ein Foto belichtet wird, oder dass in der digitalen Welt der Bildwandler den Job des Zelluloids übernimmt. Doch wie genau geht die Digitalisierung einer Bewegtszene zu einer Filmdatei auf dem Datenträger vor sich? Wir verraten es Ihnen.
 
 

Der Weg des Lichtes

Komplexe Technik: Bis zur Ausgabe als Videostrom legt das Videobild einen langen Weg zurück
Bild: Sony

Der Rennwagen nähert sich aus der Ferne langsam Ihrer Position, wird stetig größer, biegt dann zügig in die ausgedehnte Rechtskurve vor Ihnen und entschwindet langsam im Qualm der nachfolgenden Fahrzeuge. Während dieses gesamten Zeitraumes behielten Sie das Geschehen im Sucher Ihres Camcorders, folgten dem Fahrzeug in der Kurve mit einem weichen Schwenk – und später, als Sie sich den Aufnahme zu Hause anschauen sind Sie zu Recht stolz auf diese spannungsgeladene Szene, kurz vor der Zielgeraden.
 
Auf die Fokussierung, die Belichtung und die auch auf die ruhige Kameradrehung, mit der Sie dem Siegerwagen bei seiner Zieleinfahrt gefolgt sind. Für die Technik bedeutet dieser kurze Moment nicht mehr oder weniger Anstrengung als auch bei anderen Aufnahmen und doch ist es erst das komplexe Zusammenwirken der einzelnen, dedizierten Komponenten im Inneren der Kamera, das die Möglichkeiten für so schöne Bilder schafft.

Das Objektiv

HDR-FX1000
Bild: Sony

Da wäre zunächst das Linsensystem, welches das einfallende Licht ins Innere des Camcorders auf den Bildwandler lenkt. Das Objektiv ist heute weit mehr als ein höhenverstellbarer Zylinder mit zwei Sammellinsen und einer Blende. Es muss das Licht zunächst möglichst ohne Abbildungsfehler (chromatische Aberationen) weiterleiten. Dabei sollte der Aufbau des Linsensystems natürlich möglichst viel optischen Zoom und einen hohen Weitwinkel zur Verfügung stellen, ohne dass es dabei zu Verzerrungen oder Abdunkelungen in den Randbereichen des Bildes kommt.
Ebenfalls findet im Objektiv die Fokussierung und Lichtbegrenzung (Blende) statt.
 
Dabei kommt es vor allem auf das Zusammenspiel der elektronischen Sensorik mit den entsprechenden Motoren im Objektiv der Kamera an. Letztlich kommt dem Objektiv auf diese Weise bereits ein wichtiger Anteil der für den korrekten Bildaufbau nötigen Automatiken zu. Hochwertige Camcorder und Fotoapparate haben noch mehr Technik in diesem ersten Teil des Lichtweges integriert. Dazu gehört beispielsweise der ND-Filter, eine Grauscheibe, die zusätzlich zur Irisblende für eine Verringerung des Lichteinfalls sorgt.
 
Last, but not least verfügen die meisten modernen Objektive über Systeme zur mechanischen Bildstabilisation, den optischen Bildstabilisator. Die Stabilisierung, die das natürliche Wackeln des Bildes bei der Handführung der Kamera ausmerzen soll, erfolgt in vielen Fällen über eine motorisch bewegte Linse, die von einer Gyrosensorik im Objektiv gesteuert wird. Die mechanische Stabilisierung des Bildes ist eine komplexe Aufgabe, die allerdings einen starken Einfluss auf die Bildqualität, oder besser die Rezeptionsqualität der Aufzeichnung hat.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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