Fusion der Kabeldienste: ProSiebenSat.1 stellt Bedingungen

14.06.2018, 09:45 Uhr, rs

ProSiebenSat.1 und Pay-TV-Sender Sky wollen zwar der anstehenden Fusion der Kabelanbieter Vodafone und Unitymedia nicht entgegenwirken – bedingungslos fügen wollen sie sich der Marktbewegung allerdings auch nicht. Jetzt wurden die von der Sendergruppe gestellten Bedingungen publik.


Man wolle die Entwicklung und das Firmenwachstum der Konkurrenten nicht verhindern, ließ der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media verlautbaren. Vielmehr beobachte man die Marktentwicklung im Hinblick auf Wettbewerber wie Amazon und Google. Dahingehend wünsche man sich lediglich, dass auch der eigenen Mediengruppe größere Fusionen mit Branchengrößen wie der RTL-Gruppe nicht weiterhin kategorisch versagt bleiben.


In Zeiten von Netflix und Youtube ist die Marktlage für die etablierten Fernsehanbieter weitaus weniger sicher als noch vor einigen Jahren - das Nachrüsten der eigenen Online-Mediatheken scheint ein unerlässlicher Schritt, um dieser Entwicklung gerecht werden zu können.

ProSiebenSat.1 mahnt des weiteren Vodafone und Unitymedia zur Vorsicht: Kleinere Anbieter durch eine rigorose Preispolitik bei der Einspeisung von Inhalten von den eigenen Plattformen zu verdrängen wäre eine gefährliche Entwicklung. Doch auch die größeren Fernsehanbieter werden für die Nutzung des Kabelnetzes zur Kasse gebeten, wobei die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sich erst zuletzt einen Rechtsstreit mit Vodafone um just dieses Thema geliefert hatten.

Seit der Ankündigung Vodafones, Unitymedia übernehmen zu wollen - womit aus zwei Branchengrößen durch Fusion ein bundesweiter Kabelanbieter würde, ist die Branche in Aufruhr. Die Telekom wäre damit erstmals einer Konkurrenz ausgesetzt, die ebenfalls bundesweit Festnetztelefonie, Mobilfunk und Fernsehen anbieten könnte. Nicht verwunderlich, dass nun Stimmen laut werden, die ein Einschreiten der Kartellbehörden fordern.

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